Schuldenkrise: Portugal streicht 30.000 Stellen im Öffentlichen Dienst

Coelhos Rede an die Nation: Harte Einschnitte angekündigt Zur Großansicht
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Coelhos Rede an die Nation: Harte Einschnitte angekündigt

Sparmaßnahmen im Krisenland Portugal: Die Regierung plant Einschnitte im Öffentlichen Dienst, das Renteneintrittsalter wird erhöht und Beamte arbeiten künftig 40 statt 35 Stunden pro Woche. In den kommenden drei Jahren müssen die Staatsausgaben um 4,7 Milliarden Euro sinken.

Lissabon - Diesmal trifft es vor allen die Staatsbediensteten: Zur Bekämpfung von Portugals Schuldenkrise hat Regierungschef Pedro Passos Coelho weitere Kürzungsmaßnahmen angekündigt. 30.000 der rund 580.000 Stellen im Öffentlichen Dienst würden gestrichen und die Wochenarbeitszeit von Beamten werde von 35 auf 40 Stunden ausgedehnt, sagte Passos Coelho am Freitagabend in einer Rede an die Nation.

Außerdem werde das Renteneintrittsalter von 65 auf 66 Jahr angehoben und die Ausgaben der Ministerien um zehn Prozent gekürzt. Der Sozialversicherungsbeitrag im öffentlichen Sektor werde sich dieses Jahr um 0,75 und im kommenden um weitere 0,25 Prozentpunkte erhöhen.

Das Euro-Krisenland will mit dieser Aktion zwischen 2014 und 2016 eine Haushaltskonsolidierung in Gesamthöhe von 4,7 Milliarden Euro erreichen. Portugal wird seit Mai 2011 durch ein milliardenschweres internationales Hilfspaket unterstützt und muss Sanierungsvereinbarungen erfüllen.

Die portugiesische Regierung hatte zunächst drastische Steuererhöhungen und Kürzungen bei Renten, Gehältern und Sozialleistungen festgelegt. Das Verfassungsgericht stoppte jedoch im April mehrere der Sparbeschlüsse. Nun muss die Mitte-rechts-Regierung von Passos Coelho die Staatsausgaben schon für das laufende Jahr um zusätzliche 1,3 Milliarden Euro kürzen.

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insgesamt 20 Beiträge
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1.
Stäffelesrutscher 03.05.2013
SPON, Frau Merkel oder Herr Sinn haben vergessen, uns zu erklären, wie dadurch ein Aufschwung zustandekommen soll. Können die Portugiesen jetzt mehr Geld ausgeben?
2.
christian10 04.05.2013
das schafft das kleine portugal. und was macht die grande nation? dreht däumchen und wartet, bis das ach so reiche deutschland seine schulden mit übernimmt. hollande ist ein pinguin. ein watschelopa, aber kein allmächtiger staatspräsident. jetzt wartet er auf steinbrück als kanzler, damit der mehr geld an die franzosen übergibt. sozialisten und sozialdemokraten, mehr kann man dazu nicht sagen.
3. Und wo spart Griechenland?
skopi22 04.05.2013
Die Portugiesen streichen 30.000 Stellen bei 580.000 Staatsbediensteten. Und die Griechen? Die WOLLEN (angeblich) 15.000 Stellen streichen bei 1 Mio. Staatsbediensteten. Hier stimmt was nicht! Vor allem wenn man noch bedenkt, daß die Griechen schon zwei Tranchen u. einen Schuldenschnitt (zusammen über 300 Milliarden) bekamen. Und was bekamen die Europäer als Gegenleistung? -Versprechungen, die nie eingehalten wurden -Reformen die nur auf dem Papier existieren -üble Beschimpfungen der Geldgeber Nein! Dieses Land ist und war nie EU-tauglich. Ein Land, das uns seit seiner Mitgliedschaft rund um die Uhr übers Ohr haut (Subventionsbetrug, Bilanzfälschung) und die Schuld immer bei anderen sucht hat in Europa nichts verloren! Je eher wir uns von den Griechen trennen, desto besser bzw. desto billiger. Mit denen kann man nicht verhandeln, weil man ihnen nicht trauen kann. Ganz einfach!
4. Na ja
Progressor 04.05.2013
Beamte zu entlassen ist ja immer gut. Die geplanten Maßnahmen werden aber natürlich erstmal die Arbeitslosenquote erhöhen. Das Land hatte im Jahr 2012 ein Wachstum von -3,8 % und eine Neuverschuldung von rund 14 Milliarden Euro. Wie man da heraus kommen will, ist aus dem Beitrag nicht ersichtlich. Ich drücke mal die Daumen und wünsche alles Gute.
5. wir retten nicht Portugal
amnesiac 04.05.2013
vielmehr retten wir die dort aus Gründen der Gier involvierten Banken und die portugiesische Gesellschaft wird dabei kaputt gespart. Gebt diesen Ländern endlich die Möglichkeit die Währungsunion zu verlassen. Danach können wir darüber sprechen, so zu helfen, dass die Menschen etwas davon haben.
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