Euro-Krisenstaat Portugal verfehlt Defizitziel deutlich

Noch ist es nur ein Zwischenstand - doch er stimmt wenig zuversichtlich: Portugal hat von Januar bis Juni weit mehr Schulden gemacht, als es das für 2013 angepeilte Defizitziel von 5,5 Prozent der Wirtschaftsleistung erlaubt. Dabei fährt die Regierung einen strikten Sparkurs.

Fischhändler in Lissabon: Staat steckt weiter in der Schuldenkrise
AP

Fischhändler in Lissabon: Staat steckt weiter in der Schuldenkrise


Lissabon - Der kriselnde Euro-Staat Portugal droht auch in diesem Jahr mehr Schulden zu machen als mit den internationalen Geldgebern vereinbart. Das Haushaltsdefizit betrug im ersten Halbjahr 5,7 Milliarden Euro, teilte die Statistikbehörde INE mit. Das entspreche 7,1 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Für das Gesamtjahr 2013 peilt die Regierung in Lissabon eigentlich einen Wert von höchstens 5,5 Prozent an.

Trotz der deutlichen Differenz zum ursprünglichen Ziel teilte das Finanzministerium der Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho mit, diese Zahlen bestätigten "die Bemühungen zur Haushaltskonsolidierung". Zu den Chancen, das Ziel bis Jahresende doch noch zu erreichen, äußerte sich das Ministerium nicht.

Tatsächlich fährt die Regierung einen strikten Sparkurs, der zu teils heftigen sozialen Verwerfungen führt. Im eher beschäftigungsstarken Sommer erreichte die Arbeitslosenquote zuletzt ein Rekordniveau von rund 17 Prozent. Portugal steuert zudem auf das dritte Rezessionsjahr in Folge zu, die Staatsverschuldung hat sich inzwischen auf mehr als 120 Prozent der Wirtschaftsleistung aufgetürmt.

Bereits im Jahr 2012 hatte Portugal das Defizitziel von damals 5,0 Prozent um 1,6 Punkte verpasst. Daraufhin hatten die internationalen Geldgeber von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) im März die Zielmarken für 2013 und die kommenden Jahre angehoben. Ursprünglich sollte das Land in diesem Jahr mit einem Fehlbetrag in Höhe von 4,5 Prozent der Wirtschaftsleistung auskommen. Erst im Jahr 2015 soll Portugal wieder die in der EU geltende Drei-Prozent-Grenze einhalten müssen.

Vor drei Wochen hatte die Regierung in Lissabon erneute Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern über eine weitere Lockerung der Defizitziele angedeutet. Am Sonntag wurde die Mitte-Rechts-Koalition bei den Kommunalwahlen für ihren strengen Sparkurs abgestraft. Im April 2011 hatte Portugal von EU und IWF ein Hilfspaket über 78 Milliarden Euro erhalten.

fdi/dpa

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insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
Holzhausbau 30.09.2013
1. Peanuts!
Zitat von sysopAPNoch ist es nur ein Zwischenstand - doch er stimmt wenig zuversichtlich: Portugal hat von Januar bis Juni weit mehr Schulden gemacht, als es das für 2013 angepeilte Defizitziel von 5,5 Prozent der Wirtschaftsleistung erlaubt. Dabei fährt die Regierung einen strikten Sparkurs. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/portugal-verfehlt-defizitziel-im-ersten-halbjahr-deutlich-a-925421.html
Merkt Ihr was, werte Leser? Hier werden keine konkreten Zahlen genannt. Portugal hat etwa 1,5 Billionen Schulden - und steckt im Dreck. Deutschland hat locker 8 Billionen Schulden - und zahlt und zahlt und zahlt - für alles und jedes................... Ende nicht in Sicht, weil alternativlos - und weil wir angeblich so unendlich reich sind - und weil das unter keinen Umständen so bleiben darf.
jt96 30.09.2013
2. Informieren
Deutschlands Verschuldung Liegt erstens nur bei 2 Billionen und zweitens ist die deutsche Wirtschaft deutlich stärker als die Portugals...
winione 30.09.2013
3. kleingeld
wir zahlen,und zahlen------bis wir selber nichts mehr haben --ende-- nein dann muß der kleine bürger wieder alles ranschaffen -es darf nicht so bleiben
kf_mailer 30.09.2013
4.
Deutschland wird schon bezahlen, immerhin hat sich eine erschreckend hohe Anzahl von Bürgern dafür entschieden, die verräterische Politik der Blockparteien fortzuführen. Hoffentlich wetden diese Leute von den Konsequenzen besonders hart getroffen.
wurzelbär 30.09.2013
5. Den langsamen Verfall des europäischen
Zitat von sysopAPNoch ist es nur ein Zwischenstand - doch er stimmt wenig zuversichtlich: Portugal hat von Januar bis Juni weit mehr Schulden gemacht, als es das für 2013 angepeilte Defizitziel von 5,5 Prozent der Wirtschaftsleistung erlaubt. Dabei fährt die Regierung einen strikten Sparkurs. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/portugal-verfehlt-defizitziel-im-ersten-halbjahr-deutlich-a-925421.html
EU Gedanken zusehen zu müssen macht Angst. Griechenland, Portugal, Spanien, Italien, Deutschland, usw. Die Staats-, Regierungs-, Existenz-, Erhaltungs-, Krise ist von keinem EU-Staat mehr abwendbar. Zuerst haben sie das Volk verkauft, dann an die Bank verpfändet nur um es sich selber gut gehen zu lassen. Keiner will es glauben, lieber glaubt man den Lügen der finanziellen Volksverbrecher die einem in Hoffnung wiegen, bis man aufwacht und alles ist ganz anders, nichts mehr wird so sein wie am Tag zuvor.
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