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Preisschub am Strommarkt: Ökoförderung verliert Unterstützer

Bei der Förderung erneuerbarer Energien ist für viele die Schmerzgrenze erreicht: Laut einer Umfrage halten mehr als 40 Prozent der Bürger die teuren Subventionen für nicht mehr gerechtfertigt. Die Branche prognostiziert, dass die Kosten für die Verbraucher auch in den kommenden Jahren stark steigen.

Solaranlage in Brand-Erbisdorf: Teurer Boom Zur Großansicht
DPA

Solaranlage in Brand-Erbisdorf: Teurer Boom

Berlin - Der Zuspruch für die Ökoförderung schwindet. Nur noch knapp die Hälfte der Bundesbürger ist bereit, für die massive Subvention der erneuerbaren Energien höhere Strompreise in Kauf zu nehmen. Das ergab eine Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts yougov für die Nachrichtenagentur dpa.

46,7 Prozent der 1020 befragten Bürger finden die massive Förderung auch angesichts steigender Stromkosten für gerechtfertigt, 42,1 Prozent hingegen sehen eine Grenze der Toleranz erreicht. In früheren Umfragen hatten noch zwischen 60 und 70 Prozent gesagt, sie seien bereit, für die Ökoenergie-Förderung mehr zu zahlen. Immerhin befürworten laut Umweltbundesamt 85 Prozent ganz generell den Umstieg auf eine Versorgung mit Ökoenergien.

Strom wird 2011 auch wegen der starken Ökoenergieförderung teurer. Da immer mehr Wind- und Solaranlagen ans Netz gehen, steigt die von allen Verbrauchern über den Strompreis zu zahlende Umlage von rund 2 auf 3,53 Cent.

Nach Einschätzung des Energieversorgers EnBW stehen auch in den kommenden Jahren saftige Preiserhöhungen an. In den nächsten Jahren würden die Preise "in der Größenordnung von sieben bis acht Prozent" steigen, sagte EnBW-Chef Hans-Peter Villis dem "Südkurier".

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll der Ausbau dieser Energien gefördert werden. Der Strom könnte teurer werden, weil die Umlage für regenerative Energien steigt. Es gebe aber auch andere "extrem negative Effekte von außen", wie die Brennelementesteuer oder die Kosten für CO2-Zertifikate. Die Unternehmen würden daher weniger investieren können. Außerdem kämen auf die großen Energieversorger hohe Kosten für den Aufbau leistungsfähiger Netze zu. "Es werden Investitionen von zehn Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 erforderlich sein", sagte der Energie-Manager.

ssu/dpa

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1. was denn jetzt?
rst2010 11.01.2011
Zitat von sysopBei Förderung erneuerbarer Energien*ist für viele die Schmerzgrenze erreicht: Laut einer Umfrage halten mehr als 40 Prozent der Bürger die teuren Subventionen für nicht mehr gerechtfertigt. Die Branche prognostiziert, dass die Kosten für Verbraucher auch in den kommenden Jahren stark steigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,738896,00.html
jeder erzählt eine andere geschichte; die einen behaupten, die strompreise müssten steigen wg. der solarumlage ('die barnchen prognostiziert' ... kaffeesatzlesen kann ich selber), die anderen behaupten das gegenteil, weil die einkaufspreise für strom stärker gefallen sind, als die umlage gestiegen. was stimmt nun, wer besch.. hier wen? kann denn keiner mehr anständig mit nachprüfbaren zahlen argumentieren? für mich sieht es eher so aus, als dürften die kunden hauptsächlich für die brennelementesteuer und andere kröten aus dem atomkompromiss zahlen, trotz gegenteiliger versicherungen, was man bequemerweise der erneuerbare-energien-umlage anlasten kann. wäre es nicht aufgabe eines kritischen magazins, die angaben zu hinterfragen und zu relativieren, anstatt den lobbyisten einfach nachzuplappern?
2. Warum macht SPON sich zum Lakeien der großen 4 ?
sic tacuisses 11.01.2011
Zitat von sysopBei Förderung erneuerbarer Energien*ist für viele die Schmerzgrenze erreicht: Laut einer Umfrage halten mehr als 40 Prozent der Bürger die teuren Subventionen für nicht mehr gerechtfertigt. Die Branche prognostiziert, dass die Kosten für Verbraucher auch in den kommenden Jahren stark steigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,738896,00.html
Die gesammte Ökostromförderung liegt weiter unter den Ersparnissen, die den großen 4 die gesunkenen Großhandels- preise der Leipziger Strombörse verschafften. Was also soll dieser Schwachfug, den Sie hier ungeprüft in die Luft pusten ? Mainstream Verarsche in vorauseilendem Gehorsam ? Augstein würde rotieren.
3. Wundert das eigentlich irgendwen?
atair 11.01.2011
Zitat von sysopBei Förderung erneuerbarer Energien*ist für viele die Schmerzgrenze erreicht: Laut einer Umfrage halten mehr als 40 Prozent der Bürger die teuren Subventionen für nicht mehr gerechtfertigt. Die Branche prognostiziert, dass die Kosten für Verbraucher auch in den kommenden Jahren stark steigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,738896,00.html
Jedenfalls irgendwen jenseits der staatlich alimentierten Grün-Schickeria in staatlichen oder öffentlich-rechtlichen Diensten (mit voller Pensionsberechtigung, null Arbeitsplatz-Risiko und A13 an aufwärts)...?
4. Abzocke!
Simon 2010 11.01.2011
Zitat von sysopBei Förderung erneuerbarer Energien*ist für viele die Schmerzgrenze erreicht: Laut einer Umfrage halten mehr als 40 Prozent der Bürger die teuren Subventionen für nicht mehr gerechtfertigt. Die Branche prognostiziert, dass die Kosten für Verbraucher auch in den kommenden Jahren stark steigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,738896,00.html
Die Branche ist in diesem Falle EnBW! Der Atomkonzern! Klar die fahren einen RekordgEwIach dem anderen ein. Was wirklich not tut ist eine Anpassung des EEG an die Abzocke-Mentalität der großen Vier. Im Augenblick läuft es so, dass sie sich den teuren PV-Strom gegenseitig weit unter Preis verkaufen und die Differenz zur Vergütung lassen sie sich von den nichtpriveligierten Stromkunden zahlen. Aber von dieser Regierung ist nicht zu erwarten, dass *da* etwas geändert wird. (Winzerkönig Brüderle, die Partei des gescheiterten Anwalts) Jetzt kommen die Ratten aus ihren Löchern und versuchen das EEG generell zu schleifen. Bleibt nur die Hoffnung auf die nächste Bundestagswahl...
5. Order von oben?
Roller, 11.01.2011
Zitat von sysopBei Förderung erneuerbarer Energien*ist für viele die Schmerzgrenze erreicht: Laut einer Umfrage halten mehr als 40 Prozent der Bürger die teuren Subventionen für nicht mehr gerechtfertigt. Die Branche prognostiziert, dass die Kosten für Verbraucher auch in den kommenden Jahren stark steigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,738896,00.html
Tasaechlich kommt doch noch mal ein Thema zur Energieversorgung. Hier gibt es die verruecktesten Themen, aber das mit der Energieversorgung scheint hier gar nicht so wichtig zu sein. Oder, alles ist gut, so wie es jetzt ist und es besteht ganz einfach kein Diskussionsbedarf. Kommen da vielleicht die entsprechenden Order von oben?
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Energie-Oligopol in Deutschland
Konzerne Anteil Kraft- werks- kapa- zität Anteil erzeugte Strom- menge Anteil Groß- kunden- markt
RWE, E.on, Vattenfall, EnBW 82% 89% 60%
Quellen: IZES, BEE; Werte aus dem Jahr 2009

Anbieterwechsel - so funktioniert's
In wenigen Minuten zum Ziel
Der Wechsel des Stromanbieters ist sehr einfach. Für die Formalitäten braucht man nur wenige Minuten. Im Kern gilt das Gleiche auch für Gaskunden. Wechselwillige Kunden sollten Folgendes beachten.
Verbrauch ermitteln
Als Erstes sollte man seinen individuellen Jahresverbrauch ermitteln. Am einfachsten geht das über die letzte Rechnung. Wichtig: Es kommt nicht auf den Betrag in Euro an, sondern auf den Verbrauch in Kilowattstunden (kWh). Wer die letzte Rechnung nicht mehr findet, kann seinen jährlichen Strombedarf zur Not auch anhand des Verbrauchs der letzten Monate hochrechnen.
Die Suche nach dem passenden Anbieter
Nun beginnt die Suche nach dem günstigsten Anbieter. Eine wichtige Hilfestellung bieten dabei unabhängige Verbraucherportale wie www.toptarif.de, www.verivox.de, www.stromtarife.de, www.check24.de oder www.verbraucherzentrale.de. Auf diesen Seiten finden sich Tarifrechner, in die man nur zwei Werte eingeben muss: seine Postleitzahl und seinen jährlichen Stromverbrauch in Kilowattstunden. Der Tarifrechner bietet dann eine Übersicht sämtlicher Anbieter, die in dieser Region verfügbar sind.
Die Auswahl
Jetzt kommt der entscheidende Schritt - die Wahl des neuen Anbieters. Dabei sollte man Folgendes beachten: Der günstigste ist nicht automatisch der beste. So warnen Verbraucherschützer vor Unternehmen, die Vorkasse verlangen. Auch sollte man sich nicht zu lange an einen Anbieter binden - Vertragslaufzeiten von zwei Jahren also lieber meiden. Allen anderen Unternehmen darf man getrost Vertrauen entgegenbringen.
Ökoanbieter
Wer möchte, kann sich an dieser Stelle auch für einen Ökostromanbieter entscheiden. Diese Unternehmen garantieren grünen Strom aus erneuerbaren Energien, ohne Kohle und Kernkraft. Nach Angaben der Verbraucherschützer sind Ökostromprodukte in zwei Dritteln der Städte sogar billiger als die der ortsüblichen Grundversorger.
Die Formalitäten
Nun muss man mit dem neuen Anbieter nur noch Kontakt aufnehmen. Häufig ist das direkt über das Verbraucherportal möglich - entweder per Mausklick oder per Telefon. Der neue Anbieter klärt dann sämtliche Formalitäten. Eine Abmeldung beim alten Versorger ist nicht nötig, auch das übernimmt das neue Unternehmen automatisch. Nur eine Sache sollte man beachten: Die Vertragslaufzeit beim alten Anbieter muss eingehalten werden. Wer seit acht Monaten in einem Jahresvertrag ist, muss eben noch vier Monate warten.
Die Technik
Technisch ist der Anbieterwechsel überhaupt kein Problem. Das physikalische Produkt Strom bleibt in jedem Fall dasselbe, eine Unterbrechung der Versorgung ist ausgeschlossen. Dass man einen neuen Anbieter hat, merkt man nur daran, dass die Rechnung von einem anderen Unternehmen kommt als bisher. Übrigens: Selbst wenn der neue Anbieter pleitegehen sollte, bekommt man weiterhin Strom. In diesem Fall ist der örtliche Grundversorger gesetzlich verpflichtet einzuspringen.
Wie lange dauert der Anbieterwechsel?
Seit April 2012 können Strom- und Gaskunden schneller den Anbieter wechseln. Sobald die Anmeldung beim Netzbetreiber erfolgt ist, dürfen laut Energiewirtschaftsgesetz nur noch drei Wochen verstreichen, bis die Strom- oder Gaslieferung durch den neuen Anbieter beginnt. Starttermin muss nicht der Monatserste sein - jeder Tag ist möglich. Dauert die Umstellung länger als drei Wochen, kann der Kunde Schadenersatz vom Lieferanten oder Netzbetreiber fordern.
Ich habe eine Nachtspeicherheizung. Kann ich auch den Anbieter wechseln?
In den meisten Fällen leider nicht. "In vielen Regionen gibt es nur einen Anbieter, der die Betreiber von Nachtspeicherheizungen beliefert", sagt ein Verivox-Sprecher. Durch den mangelnden Wettbewerb kommt es öfter zu überdurchschnittlichen Preiserhöhungen. Im vergangenen Jahr sind beispielsweise in Baden-Württemberg die Preise um bis zu 30 Prozent gestiegen. Die Bundesregierung tut dagegen wenig, denn es ist politisch gewollt, dass stromfressende Nachtspeicherheizungen nach und nach ausrangiert werden.
Fotostrecke
Grafiken: Der deutsche Energiemarkt


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