Preissteigerung Mieterbund fordert Obergrenze für Mieterhöhungen

Die Mieten in Großstädten steigen so schnell, dass der Deutsche Mieterbund jetzt eine Begrenzung fordert: Vermietern sollte es bei Neuverträgen nicht mehr erlaubt sein, die Miete zu nehmen, die jemand bereit ist zu zahlen.

Plattenbau in Hoyerswerda: Günstiger Wohnraum wird knapp
DPA

Plattenbau in Hoyerswerda: Günstiger Wohnraum wird knapp


Dortmund - Die Zahl günstiger Mietwohnungen in Deutschland schrumpft in schnellem Tempo, während Vermieter in Großstädten und Ballungsräumen nahezu jeden Preis verlangen können. Weil die Mietsprünge bei Neuvermietungen immer größer werden, fordert der Deutsche Mieterbund jetzt eine Obergrenze: "In attraktiven Citylagen schlagen Eigentümer bei einem Mieterwechsel bis zu 30 Prozent auf die Mieten drauf", sagte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten den Dortmunder "Ruhr Nachrichten".

Um diese Entwicklung zu verhindern, sei ein gesetzlicher Deckel notwendig. In bestehenden Mietverhältnissen dürfe schon jetzt nicht mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete verlangt werden, sagte Siebenkotten. Zudem dürfen Vermieter die Miete in einem Zeitraum von drei Jahren um maximal 20 Prozent erhöhen. Für Neuverträge dagegen fehlt Siebenkotten zufolge eine Regelung. "Wir schlagen eine Kopplung an die ortsübliche Vergleichsmiete vor", sagte der Direktor des Deutschen Mieterbundes. Der Mietpreis nach Neuvermietung sollte nicht mehr als zehn Prozent darüber liegen dürfen.

Insgesamt wird Wohnen in Deutschland dem Zeitungsbericht zufolge immer teurer. Das Problem seien dabei weniger die Mieten als die Nebenkosten, sagte Siebenkotten. "Die Strompreise und die Heizkosten sind in den letzten Jahren überproportional stark gestiegen." Für Einkommensschwache werde die Wohnkostenbelastung zum Problem. Bei einem Nettoeinkommen von maximal 1500 Euro im Monat - immerhin 44 Prozent aller Haushalte - liege der Anteil der Wohnkosten an den Ausgaben bei deutlich über 40 Prozent.

Die Zahl der Wohnungen, die sich Geringverdiener leisten können, geht in Deutschland zudem vor allem in den Großstädten und Ballungsgebieten immer weiter zurück: Seit 2002 ist die Zahl der Sozialwohnungen um rund ein Drittel auf weniger als 1,7 Millionen zurückgegangen.

nck/dapd/AFP

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dwbrook 08.08.2012
1.
Zitat von sysopDPADie Mieten in Großstädten steigen so schnell, dass der Deutsche Mieterbund jetzt eine Begrenzung fordert: Vermietern sollte es bei Neuverträgen nicht mehr erlaubt sein, die Miete zu nehmen, die jemand bereit ist zu zahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,848807,00.html
Das pauschal zu behaupten ist Unsinn. Um eine Mietwohnung in der Substanz dauerhaft zu erhalten sind lt. einem Focus Money Artikel ca. 5% Rendite erforderlich. Wenn man noch einen Inflationsausgleich dazu rechnet, wären 7% schön. Das ist bei den heutigen Wohnungspreisen und bei den Kosten für Handwerker kaum zu holen (für eine Kernsanierung sind mal ganz schnell 50.000€ weg - rechnen Sie das mal in Mietmonaten von 400€). So meine Erfahrung für ein-zwei dt. Mittelstädte. Vom flachen Land mal ganz zu schweigen.
Blaufrosch 08.08.2012
2. Konsequente Verarmungsmethode durch Merkel-Regierung
Wieder ein schönes Mosaik im Gesamtbild der Merkel-Dynastie. Während Banken und Unternehmen bepudert und subventioniert werden, verarmt die Mittelschicht in Deutschland weiter schleichend aber konsequent und mit Vorsatz durch die kalten Merkel-Jünger. Heute zeigen wir mit Fingern auf die Griechen, Morgen sind wir selber welche...
dani216 08.08.2012
3. Nicht jeder Vermieter
ist eine Gesellschaft mit hunderten Wohnungen. Wer bewahrt eigentlich den Kleinvermieter vor Preissteigerungen, Messies, Mietnomaden u.ä.? Hier wird ja immer so getan, als ob sich der Vermieter auch noch an den Nebenkosten bereichert. In Anbetracht des zu erzielenden Mietzinses, abzüglich der Steuer und der Rücklagen für Beschädigungen, Ausfälle usw. und dem ganzen Ärger damit kann ich absolut nachvollziehen, dass so mancher vermietbaren Wohnraum lieber leer stehen lässt.
EricCartman 08.08.2012
4. Och nö
"... in attraktiven Citylagen... 30% rauf" ist doch normal. Was sollten dort auch Sozialwohnungen sein. Luxus muss einmal bezahlt werden. Gejammer auf ganz hohem Niveau
mallorcafan 08.08.2012
5. Hier
Zitat von sysopDPADie Mieten in Großstädten steigen so schnell, dass der Deutsche Mieterbund jetzt eine Begrenzung fordert: Vermietern sollte es bei Neuverträgen nicht mehr erlaubt sein, die Miete zu nehmen, die jemand bereit ist zu zahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,848807,00.html
hilft nur ein Mittel und das ist der soziale Wohnungsbau. Aber der Staat braucht die Steuereinnahmen ja für Kriege und Eurorettung.
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