Krankenversicherung Beiträge für Privatpatienten sollen drastisch steigen

Zwei Drittel der Privatpatienten müssen sich laut einem Bericht auf deutlich höhere Beiträge einstellen. Als Begründung führt die Branche die Niedrigzinsen an.

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Viele privat Krankenversicherte müssen sich auf zum Teil drastische Beitragserhöhungen einstellen. Nach Informationen der "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung" werden die Sätze zum 1. Januar 2017 im Schnitt zwischen elf und zwölf Prozent steigen. Betroffen seien rund zwei Drittel der fast neun Millionen privat Versicherten. Die Benachrichtigung durch ihre Kasse würden die meisten Versicherten Anfang November erhalten.

Volker Leienbach vom Verband der Privaten Krankenversicherung bestätigte, "dass es zu untypischen Beitragserhöhungen" kommen werde, ohne sich auf genaue Zahlen festzulegen. Er begründete die Anhebungen mit der anhaltenden Niedrigzinsphase auf den Finanzmärkten. "Was am Kapitalmarkt nicht zu erwirtschaften ist, muss durch eine Erhöhung der Vorsorge ausgeglichen werden", sagte er. Dies sei gesetzlich vorgeschrieben.

Davon seien Privatversicherte "jetzt also ebenso betroffen wie andere Sparer", sagte Leienbach und fügte hinzu: "Ohne die Auswirkungen der Niedrigzinsen wäre die PKV-Beitragsentwicklung auch in diesem Jahr unauffällig." Schon seit Jahren liege der Ausgabenanstieg der privaten nicht über derjenigen der gesetzlichen Krankenversicherung

beb/dpa



insgesamt 174 Beiträge
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kuac 28.09.2016
1.
Für die Kassen gibt es immer einen Grund die Beiträge zu erhöhen. Wenn es so weitergeht, muss man eines Tages seinen ganzen Gehalt an die Kasse liefern. Deutschland braucht eine Bürgerversicherung, wo alle rein zahlen. Die SPD ist aber nicht mehr interessiert.
laotse8 28.09.2016
2. Die Nullzinspolitik
der EZB und der sie vorbehaltlos unterstützenden Bundesregierung muss eben bezahlt werden! Das geschieht dann auch vielfach an Stellen, an denen sie der einfache Wähler nicht erwartet, und an denen er die Zusammenhänge nur noch vermuten, aber nicht mehr klar erkennen kann. Was man wählt, muss man in erster Linie bezahlen.
NetterVersuch 28.09.2016
3.
Kassenpatienten brauchen sich nicht zu freuen. Die AOK hat meine Studentenversicherung schon vor zwei Wochen erhöht.
salkin 28.09.2016
4.
Ob diese Kostensteigerungen ohne bessere Leistung auch in die Inflationsrate eingehen die für Herrn Draghi so wichtig ist? Das Beispiel zeigt erneut, dass die Politik der EZB den Konsum der Privaten einschränkt und damit für die Wirtschaft schädlich ist. Die erforderlichen Beträge für die private Altersversorgung steigen an, die Ablaufleistungen alter Lebensversicherungen sinken deutlich und die verbleibenden Beträge, die für die Altersversorgung gedacht waren, bringen keine Renditen mehr. Von der betrieblichen Altersversorgung und den Pensionskassen ganz zu schweigen. Die Politik der EZB zur Sanierung der ClubMed Staaten schränkt die Kaufkraft großer Bevölkerungsgruppen massiv ein und ist für die wirtschaftliche Entwicklung kontraproduktiv. Aber unsere Regierung duckt sich vor diesem Problem weg. Vielleicht stellt sich Frau Merkel in einigen Jahren wieder hin und möchte die Zeit gerne zurück drehen. Vorausschauende Politik geht anders.
cefio 28.09.2016
5. Irgendein Grund findet sich immer
um Beiträge zu erhöhen, Gebühren anzuheben oder sonstwie vermeintliche Kosten auf Kunden umzulegen ... kreativ ist da nicht nur die PKV. Mitglieder einer privaten Krankenversicherung sollten ihren Tarif überprüfen (lassen), Versicherungsvermittler erstellen problemlos Vergleichstarife diverser Versicherungen, mit denen man z. B. den bisherigen Versicherungspartner "zum Gespräch" bitten kann.
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