Prognose 2010 IWF prophezeit globalen Konjunkturschub

Die Wirtschaftsaussichten verbessern sich stark. Einem Zeitungsbericht zufolge wird der Internationale Währungsfonds seine Prognose für 2010 deutlich nach oben korrigieren: Die Weltwirtschaft wird demnach um 3,1 Prozent wachsen - und vor allem Deutschland vom globalen Aufschwung profitieren.

Stahlarbeiter in Duisburg: Konjunkturaussichten verbessern sich
dpa

Stahlarbeiter in Duisburg: Konjunkturaussichten verbessern sich


Berlin - Die Weltwirtschaft erholt sich von den Auswirkungen der Finanzkrise offenbar schneller als bisher von vielen Experten erwartet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet in seinem aktuellen Weltwirtschaftsbericht eine Zunahme der globalen Wirtschaftsleistung um 3,1 Prozent im kommenden Jahr. Das erfuhr das "Handelsblatt" aus dem IWF und von der Bundesregierung.

Bisher waren die Experten für 2010 von einem Wachstum von 2,5 Prozent für die Weltwirtschaft ausgegangen. Die neuen Schätzungen stehen dem Bericht zufolge im Entwurf zur neuen IWF-Prognose, in dem sich auch eine Korrektur der globalen Prognose für dieses Jahr finden soll - auf minus 1,1 statt minus 1,4 Prozent.

Der Währungsfonds will den Bericht am Donnerstag in Istanbul offiziell präsentieren. Am Wochenende halten IWF und Weltbank in der türkischen Metropole ihre Jahrestagung ab.

Von den positiven Entwicklungen auf den globalen Märkten profitiert vor allem auch Deutschland. Der Währungsfonds erwartet einen leichten Aufschwung von 0,3 Prozent im kommenden Jahr. Nach der bisherigen Prognose sollte das deutsche Bruttoinlandsprodukt noch um 0,4 Prozent schrumpfen. Für 2009 erwarten die IWF-Experten, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland nunmehr um 5,3 Prozent unter Vorjahresniveau liegen werde.

Die scheidende schwarz-rote Bundesregierung blickt sogar noch etwas optimistischer in die Zukunft. Sie geht von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent im kommenden Jahr aus. Ende Oktober soll diese Schätzung noch einmal aktualisiert werden - sie dient als Grundlage einer neuen Haushaltsplanung für die künftige Bundesregierung.

DIW senkt Wachstumsprognose für Deutschland im dritten Quartal leicht

Während IWF und Regierung mittelfristig einen deutlich stärkeren Aufschwung erwarten, blickt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) verhalten in die unmittelbare Zukunft. Es hat seine Wachstumsprognose für Deutschland im dritten Quartal leicht gesenkt, von 0,8 Prozent im April auf nun 0,7.

Hauptgrund dafür sei die Entwicklung im Dienstleistungssektor, speziell in den Bereichen "Handel, Gaststätten und Verkehr" sowie "Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister". Trotz der leichten Abwärtsrevision werde sich das Wachstum im dritten Quartal beschleunigen, sagte DIW-Konjunkturexperte Stefan Kooths. Schon im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft nach Angaben der Bundesregierung um 0,3 Prozent gewachsen, im Jahresvergleich ist sie dagegen um mehr als fünf Prozent geschrumpft.

Auch für Gesamteuropa hellen sich die Konjunkturaussichten auf: Die Wirtschaftsstimmung in der Euro-Zone hellte sich im September den sechsten Monat in Folge aus. Der Economic Sentiment Index (ESI) stieg von 80,8 Punkten im Vormonat auf 82,8 Punkte, wie die Europäische Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte. Volkswirte hatten eine Aufhellung auf lediglich 82,5 Punkte erwartet. Trotz der abermaligen Verbesserung liegt der Indikator aber noch deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt.

In der Industrie, im Dienstleistungssektor und auch in der Bauwirtschaft verbesserte sich das Vertrauen. Besonders deutlich war die Erholung des Verbrauchervertrauens. Lediglich im Einzelhandel trübte sich die Stimmung etwas ein. In den ESI gehen das Industrievertrauen mit 40 Prozent und das Dienstleistungsvertrauen mit 30 Prozent ein. Das Verbrauchervertrauen steuert 20 Prozent bei. Das Vertrauen in Bauwirtschaft und Einzelhandel werden zu jeweils fünf Prozent gewichtet.

ssu/dpa-AFX

Mehr zum Thema


Forum - Ende der Staatshilfen - ist die Zeit reif?
insgesamt 97 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
DJ Doena 11.09.2009
1.
Mit dem Rauchen aufhören - ist die Zeit reif? Sich die letzte Heroinspritze setzen - ist die Zeit reif? Der Junkie wird als letzter zugeben, dass es ihm eigentlich mehr schadet, als nutzt, er braucht sein kurzzeitiges Hochgefühl, den Kick und auf den will er nicht verzichten, auch wenn es ihn umbringt.
berlin_rotrot, 11.09.2009
2. -
Zitat von DJ DoenaMit dem Rauchen aufhören - ist die Zeit reif? Sich die letzte Heroinspritze setzen - ist die Zeit reif? Der Junkie wird als letzter zugeben, dass es ihm eigentlich mehr schadet, als nutzt, er braucht sein kurzzeitiges Hochgefühl, den Kick und auf den will er nicht verzichten, auch wenn es ihn umbringt.
Die Kapitalspritzen mit der Heroin Nadel zu vergleichen (kurzer High-Effekt) ist wirklich eine überlegung wert!
diplomkaufmann 11.09.2009
3. Ende der Staathilfen?
Wohl eher ein Anfang der Planwirtschaft. Ich sehe im immer mehr errötenden Deutschland keinen Politiker mit Einfluss, der willens und in der Lage ist, die besorgniserregende Beschleunigung der Staatsverschuldung aufzuhalten.
Rainer Daeschler, 11.09.2009
4.
Ohne Staatshilfen verliert die Politik ihre Gesprächsbasis mit der Wirtschaft. So wäre dann z.B. das Bundeskanzleramt als Ort für Festivitäten für den Leiter eines Bankunternehmens so interessant, wie der Partykeller von Lieschen Müller.
Adran, 11.09.2009
5.
Das wird witzig, wenn sie das machen.. Grade die USA sollten es sich dreimal überlegen, die Stützungsmassnahmen zurück zu ziehn, wenn man sich deren Fundamentaldaten ansieht..wie Zwangsversteigerungen, Arbeitsplatzabbau, Firmeninsolvenzen, und Bankensterben. Klar lebt das Casino da wieder, aber das ist auch das einzige.. Was passiert, wenn man das zu früh macht, sah man ja! Aber aus Fehlern anderer zu lernen ist out, also macht man diese selber.. FORECLOSURE ACTIVITY REMAINS NEAR RECORD LEVEL IN AUGUST (http://www.realtytrac.com/contentmanagement/pressrelease.aspx?channelid=9&ItemID=7381) Analyse auf Deutsch "Zwangsversteigerungen und Armutsrate" (http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/09/zwangsversteigerungen-und-armutsrate.html)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.