Prognose bis 2015 Rentengarantie kostet Deutsche viele Milliarden

Auf Deutschlands Arbeitnehmer kommen neue Belastungen zu: Nach SPIEGEL-Informationen wird die Rentengarantie der Bundesregierung die Beitragszahler bis 2015 gut zehn Milliarden Euro kosten. Die Regelungen haben "großes Schadenspotential" heißt es in einer Studie eines Forschungsinstituts.

Rentner auf Bank: Hohe Belastungen für Beitragszahler
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Rentner auf Bank: Hohe Belastungen für Beitragszahler


Hamburg - Es ist ein Gesetz mit gewaltiger Wirkung: Rund zehn Milliarden Euro wird die Rentengarantie die Beitragszahler bis 2015 kosten. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler des Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und Demografischer Wandel in ihrer neuen Studie "Rentenanpassung 2010 - Wem nützt die Rentengarantie?". Nach ihren Berechnungen wird der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung in den kommenden Jahren um 0,2 Prozentpunkte höher liegen, als dies ohne die Garantie der Fall wäre.

Die Garantie besagt, dass die Renten nicht sinken dürfen, auch wenn die Löhne wie im vorigen Jahr zurückgehen. Die Große Koalition hatte das Gesetz 2009 beschlossen, um die Rentner angesichts der Wirtschaftskrise vor Kürzungen zu bewahren. Zuvor galt: Die Renten steigen mit den Löhnen - und sinken auch mit ihnen.

"Die Rentengarantie birgt ein großes Schadenspotential", heißt es in der Studie. Sie destabilisiere "in der kurzen Frist das Rentensystem im Falle von konjunkturellen Schocks, indem sie einen Stabilisierungsmechanismus, nämlich denjenigen, dass die Rentenausgaben den Beitragsein nahmen folgen, außer Kraft setzt".

Bereits im vergangenen Jahr zeigte die neue Regel Wirkung: Würde es streng nach der alten Formel gehen, dann hätten die Renten zumindest in Westdeutschland um ein Prozent gekürzt werden müssen. Denn die für die Rentenanpassung maßgeblichen Löhne seien 2009 in den alten Ländern um 0,96 Prozent gesunken. Nur die Rentengarantie sorgte jetzt für Bestandsschutz.

Mehr noch: Im vergangenen Jahr - also mitten in der Wirtschaftskrise - waren die Renten im Westen um 2,4 und im Osten um 3,4 Prozent gestiegen. Das war die deutlichste Erhöhung seit mehr als zehn Jahren. Von 2004 bis 2006 gab es drei Renten-Nullrunden in Folge.

ssu

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Forum - Verliert die Rente ihre Legitimität?
insgesamt 2307 Beiträge
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Seite 1
grauer kater 24.11.2009
1.
Da gibt es nur eine Schlussfolgerung, um aus dem Dilemma zu kommen: Bundestags- oder Europaparlamentsabgeordneter werden! Dann ist die Rente schon nach 8 Jahren zumindest für ein Grundauskommen ausreichend sicher! Dazu diverse Lobby-Bezüge und man kommt über die Runden!
Volker Gretz, 24.11.2009
2.
Zitat von sysopEin Durchschnittsverdiener muss 26 Jahre Beiträge zahlen, um im Alter ein Einkommen auf Hartz-IV-Niveau zu haben. Verliert die Rente ihre Legitimität?
Was soll "Legitimität" in diesem Zusammenhang bedeuten? Richtig: Die Finanzwirtschaft ließ immer wieder neue Gesetze erlassen, um die gesetzliche Rente zu kürzen. Dennoch ist sie weiterhin legitim. Sollten Sie sich auf die "Höhe" der gesetzlichen Rente beziehen, so wäre es ja wirklich schlimm, wenn die Finanzwirtschft die ganzen "Experten", Ex-Staatsekretäre und Ex-Minister auf Frühstücksdirektorenposten durchschleifen müsste, wenn sie nicht die gesetzliche Rente ruiniert hätten. Womit hätte man denn die gestzliche Rente sonst zerstören sollen, und die Milliarden in die gewinnoptimierten "privaten Angebote" umleiten, wenn nicht unter Einsatz von viel Geld? Vile ist natürlich relativ. Der Einsatz von ein paar Milliönchen bringt hier Milliarden - ohgne das ein Versicherungsvertreter oder Bankverkäufer sich bewegen muss.
Stefanie Bach, 24.11.2009
3.
Zitat von sysopEin Durchschnittsverdiener muss 26 Jahre Beiträge zahlen, um im Alter ein Einkommen auf Hartz-IV-Niveau zu haben. Verliert die Rente ihre Legitimität?
Rentenversicherung, Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung sind die Grundpfeiler unseres Sozialstaates. Es muss öffentliche Aufgabe sein und bleiben, diese Systeme auszubauen und zu stabilisieren. Die jetzige Koalition - dem Riester-Unsinn folgend - geht den falschen Weg, wenn mehr und mehr nach Kapitaldeckung gerufen wird, was volkswirtschaftlich unsinnig ist. Da hat der manchmal belächelte, letztlich aber eher erfolgreiche Norbert Blüm völlig recht: Koalitionsvertrag - Fehlstart schwarz-gelber Geisterfahrer (http://www.plantor.de/2009/koalitionsvertrag-fehlstart-schwarz-gelber-geisterfahrer/)
Meerkönig 24.11.2009
4.
Zitat von sysopEin Durchschnittsverdiener muss 26 Jahre Beiträge zahlen, um im Alter ein Einkommen auf Hartz-IV-Niveau zu haben. Verliert die Rente ihre Legitimität?
Wer soll dieses Thema verstehen? Es musste zu allen Zeiten mindestens 35 bis 45 Jahre eingezahlt werden und zwar ununterbrochen Monat für Monat, um eine volle Rente zu erhalten. Die, die nur 35 Jahre einzahlen konnten, waren meist Akademiker oder Halbakademiker verdienten dafür immer Bemessungsgrenze und so kommen alle Beitragszahler zu einer auskömmlichen Rente. Wer nur 26 Jahre eingezahlt hat, hat aus Sicht des Rentensystems keine Existenzberechtigung. Das muss den Leuten ganz klar gesagt werden. Vieleicht denkt der eine oder andere dann nach, bevor er mehr "Netto vom Brutto" wählt. Beispiele: Der Akademiker erhält 1908,- Euro Bruttorente und der Handwerker mit 45 Beitragsjahre erhält 1473,- Euro Bruttorente. Der 26 Jahre eingezahlt hat erhält 850.- Euro. Der der nichts eingezahlt hat erhält auch nichts. (Alle Werte alte Bundesländer)
Volker Gretz, 24.11.2009
5.
Zitat von Stefanie BachRentenversicherung, Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung sind die Grundpfeiler unseres Sozialstaates. Es muss öffentliche Aufgabe sein und bleiben, diese Systeme auszubauen und zu stabilisieren. Die jetzige Koalition - dem Riester-Unsinn folgend - geht den falschen Weg, wenn mehr und mehr nach Kapitaldeckung gerufen wird, was volkswirtschaftlich unsinnig ist. Da hat der manchmal belächelte, letztlich aber eher erfolgreiche Norbert Blüm völlig recht: Koalitionsvertrag - Fehlstart schwarz-gelber Geisterfahrer (http://www.plantor.de/2009/koalitionsvertrag-fehlstart-schwarz-gelber-geisterfahrer/)
Ja aber betriebswirtschatflich "gewinnmaximierend". Wir haben ja gerade gelernt,, das "kapitalgedeckt" genau so vile wert ist, wie der Staat noch kreditwürdig ist. Die Staatsschulden von heute sind die Gewinne der Finanzwirtschaft von gestern.
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