IWF-Prognose Spanien verfehlt seine Sparziele

Das krisengeplagte Spanien wird seine Sparziele nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds deutlich verfehlen. Das Staatsdefizit werde 2012 bei sieben Prozent der Wirtschaftsleistung liegen. Damit dürfte es das Land schwer haben, an Hilfen der Europäischen Zentralbank zu kommen.

Spanischer Demonstrant: Proteste gegen die Kürzungspolitik
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Spanischer Demonstrant: Proteste gegen die Kürzungspolitik


Madrid/Hamburg - Spanien wird in diesem und im kommenden Jahr mehr Schulden machen als ursprünglich geplant. Zu diesem Schluss kommt der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner jüngsten Prognose. Das Staatsdefizit werde 2012 demnach bei sieben Prozent der Wirtschaftsleistung liegen - und damit die von der Regierung angepeilten 6,3 Prozent deutlich überschreiten. Auch 2013 werde das Land sein Ziel verfehlen: Der IWF schätzt das Minus auf 5,7 statt der geplanten 4,5 Prozent.

Spanien habe Griechenland, Portugal und Irland als Zentrum der Euro-Krise abgelöst, heißt es im IWF-Bericht. Schon 2011 hatte das Land weit mehr Schulden gemacht als geplant. In der vergangenen Woche hatte Ministerpräsident Mariano Rajoy ein neues, drastisches Reformprogramm vorgestellt. Mit Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen will die Regierung insgesamt 40 Milliarden Euro einsparen.

Ob das helfen wird, die Defizitziele zu erfüllen, ist zweifelhaft. Denn die Kürzungspolitik treibt das Land immer tiefer in die Rezession. Laut einer Prognose der spanischen Notenbank wird die Wirtschaft auch im kommenden Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen.

"Die Defizitziele sind ökonomischer Selbstmord"

Unter diesen Umständen glaubt kaum ein Ökonom mehr daran, dass Spanien seine Sparziele erreichen wird. Trotz der für das Jahresende geplanten Einschnitte im Gesundheitswesen und der Erhöhung der Mehrwertsteuer werde sich das Staatsdefizit 2012 wieder dem Vorjahreswert von 9,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) annähern, sagte Ignacio Conde-Ruiz vom spanischen Think-Tank Applied Economic Research Foundation der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Auch andere Ökonomen sind skeptisch. "Spanien hat keine Chance, seine Ziele zu erreichen", sagte Megan Greene vom US-Forschungsinstitut Roubini Global Economics der Agentur. "Die Defizitziele sind ökonomischer Selbstmord."

Die spanische Regierung hatte in der vergangenen Woche angekündigt, das Defizit werde im laufenden Jahr voraussichtlich bei 7,4 Prozent des BIP liegen. Darin seien allerdings einmalige Kosten für die Rekapitalisierung der Banken enthalten, die die EU bei der Defizitermittlung wohl nicht anrechnen will. Wirtschaftsminister Luis de Guindos hatte am Montag darauf beharrt, Spanien werde seine Ziele erreichen und brauche keine weiteren Sparmaßnahmen.

Ob Spanien zumindest in die Nähe der selbstgesteckten Marken kommt, dürfte entscheidend für die Gewährung internationaler Hilfen sein - besonders für mögliche Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB). Die hatte sich Anfang September dazu bereiterklärt, betroffenen Ländern zu helfen. Allerdings müsse die jeweilige Regierung zuerst einen Hilfsantrag beim europäischen Rettungsfonds ESM stellen. Und der wiederum verlangt die Einhaltung von Sparbeschlüssen.

IWF-Chefökonom Olivier Blanchard mahnte am Dienstag, bei der Konsolidierung der Haushalte in Krisenländern nicht so sehr auf die reinen Zahlen zu schauen. Strukturelle Ziele seien wichtiger als nominelle. Das gelte insbesondere für Griechenland und Spanien. Gegebenenfalls sollten Zielvorgaben angepasst werden.

stk/Reuters

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fatherted98 09.10.2012
1. Zum Winter hin...
Zitat von sysopREUTERSDas krisengeplagte Spanien wird seine Sparziele nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds deutlich verfehlen. Das Staatsdefizit werde 2012 bei sieben Prozent der Wirtschaftsleistung liegen. Damit dürfte es das Land schwer haben, an Hilfen der Europäischen Zentralbank zu kommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/prognose-des-iwf-spanien-verfehlt-ziele-beim-defizit-a-860233.html
...gehts jetzt Knall auf Fall...als nächstes Portugal..dann Italien...dann wird in den ESM wieder zugebuttert....bis wir auch endgültig am Tropf hängen....die USA machens vor...einfach mehr Geld drucken...und gut ist...irgendwann fliegt uns der Laden eh um die Ohren...bis dahin können wir auch noch ein bisschen feiern...
astrid1814 09.10.2012
2. Spareinbahnstraße.....
Zitat von sysopREUTERSDas krisengeplagte Spanien wird seine Sparziele nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds deutlich verfehlen. Das Staatsdefizit werde 2012 bei sieben Prozent der Wirtschaftsleistung liegen. Damit dürfte es das Land schwer haben, an Hilfen der Europäischen Zentralbank zu kommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/prognose-des-iwf-spanien-verfehlt-ziele-beim-defizit-a-860233.html
Frau Merkel und all die anderen LösungdurchSparenbeikleinenLeuten-Enthusiasten sollten einmal einen Blick in den hohen Norden nach Island wagen, die die Krise im Großen und Ganzen überwunden haben. Und jetzt dürfen Sie raten, bei wem nicht gespart wurde.
prince62 09.10.2012
3. Jetzt muß wieder gearbeitet werden.
So liebe Landsleute, jetzt ist die Urlaubs- Ferien- und Oktoberfestzeit vorbei, die Deutschen gehen wieder pünktlich zur Arbeit und die Medien überfallen uns Bundesbürger tagtäglich wieder mit den Euro- und EU- Katastrophennachrichten. Also kräftig in die Hände spucken und anpacken, jetzt müssen wieder die 40-Tonner mit den Rettungsmilliarden eingeladen werden.
uezegei 09.10.2012
4.
Zitat von sysopREUTERSDas krisengeplagte Spanien wird seine Sparziele nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds deutlich verfehlen. Das Staatsdefizit werde 2012 bei sieben Prozent der Wirtschaftsleistung liegen. Damit dürfte es das Land schwer haben, an Hilfen der Europäischen Zentralbank zu kommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/prognose-des-iwf-spanien-verfehlt-ziele-beim-defizit-a-860233.html
Im Rahmen der Gleichbehandlung müsste eigentlich auch Spanien uneingeschränkte Hilfen erhalten. Oder wie sonst sollte man erklären, dass man trotz besseren Wissens die Milliarden mit der Mistkarre vor griechischen Türen ablädt, obwohl die gemein beschissen und getrickst haben, Spanien aber nun im Regen stehen lassen will? In Spanien, jedenfalls, besteht Hoffnung. In GR war von Anfang an alles zu spät.
Moshpit 09.10.2012
5. Murmeltiertag
Zitat von sysopREUTERSDas krisengeplagte Spanien wird seine Sparziele nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds deutlich verfehlen. Das Staatsdefizit werde 2012 bei sieben Prozent der Wirtschaftsleistung liegen. Damit dürfte es das Land schwer haben, an Hilfen der Europäischen Zentralbank zu kommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/prognose-des-iwf-spanien-verfehlt-ziele-beim-defizit-a-860233.html
Das ist doch schizophren. Natürlich steigt das Defizit und jeder weiss auch warum aber es wird trotzdem weiter gemacht wie bisher. Außerdem muß es heissen: Staatsdefizit steigt wegen Kürzung der Ausgaben (oder meinetwegen auch die sachlich unsinnige Formulierung "Sparmaßnahmen").
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