Prognose bis 2018 Deutschlands Job-Maschine läuft und läuft und läuft

Kein Ende in Sicht: Deutschlands Wirtschaft wächst 2017 und 2018 nach Prognose der IMK-Forscher weiter stabil - und schafft Hunderttausende Stellen. Damit dürfte auch die Arbeitslosigkeit weiter sinken.

Porsche-Werk in Leipzig
DPA

Porsche-Werk in Leipzig


Die Konjunktur in Deutschland dürfte sich auch in diesem und im kommenden Jahr so entwickeln, wie VW es im berühmten Werbespot von 1968 für seinen Käfer in Anspruch nahm: Sie läuft und läuft und läuft. Trotz Brexit und schwächerer Konjunktur in China rechnen die Experten des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) mit einer unveränderten Dynamik beim Wachstum und weiteren Rekordtiefständen bei der Arbeitslosigkeit.

Konkret soll die deutsche Wirtschaft laut der IMK-Prognose (hier als PDF-Datei) 2017 um 1,3 Prozent und 2018 um 1,8 Prozent wachsen. Das etwas niedrigere Wachstum in diesem Jahr gehe aber ausschließlich darauf zurück, dass 2017 mehr Feiertage auf einen Wochentag fallen - berücksichtigt man dies, bleibe die Dynamik gleich.

"Der Aufschwung geht weiter, und er gewinnt sogar etwas an Breite", sagte IMK-Direktor Gustav Horn. Die Bedeutung des Außenhandels werde sich etwas verringern, gleichzeitig werde die Binnennachfrage weiter steigen. Konkret rechnet das IMK damit, dass die privaten Konsumausgaben 2017 preisbereinigt um 1,2 Prozent und 2018 um 1,5 Prozent wachsen werden. Deutlich stärker dürften im kommenden Jahr die Investitionen der Unternehmen und in neuen Wohnraum wachsen.

Das robuste Wachstum wird den IMK-Forschern zufolge zu vielen neuen Arbeitsplätzen führen - deshalb dürfte die Arbeitslosigkeit weiter sinken. 2017 werden demnach im Schnitt 2,58 Millionen Menschen arbeitslos sein, 2018 durchschnittlich 2,49 Millionen Menschen - das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent.

Allerdings tauchen in der offiziellen Arbeitslosenzahl viele Menschen nicht auf, die eigentlich Arbeit suchen. Sie werden stattdessen als "unterbeschäftigt" ausgewiesen (hier finden Sie eine ausführliche Aufschlüsselung der Arbeitsmarktstatistik). Hierzu zählen zum Beispiel Arbeitssuchende, die in Qualifizierungsmaßnahmen stecken - das trifft auf viele der Geflüchteten zu, die in den vergangenen zwei Jahren nach Deutschland kamen. Das IMK prognostiziert deshalb eine Steigerung der Unterbeschäftigung, ohne eine konkrete Zahl zu schätzen.

Erfreulich ist, dass vor allem hochwertige Arbeitsplätze entstehen dürften. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs wird demnach im Vergleich zu 2016 um mehr als eine Million steigen, konkret von 31,49 Millionen auf durchschnittlich 32,57 Millionen im Jahr 2018.

Damit wächst die Zahl der hochwertigen Jobs stärker als die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt, zu denen auch Selbstständige und Minijobber zählen. Die wird in diesem Zeitraum lediglich um rund 930.000 zulegen. Das heißt nichts anderes, als dass die Zahl der Minijobber und Selbstständigen leicht sinken wird. 2018 erwartet das IMK im Schnitt 4,79 Millionen Menschen in Minijobs und 4,31 Millionen Selbstständige.

fdi

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Seite 1
christian-h 30.03.2017
1. Angabe
---Zitat--- Erfreulich ist, dass vor allem hochwertige Arbeitsplätze entstehen dürften. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs wird demnach im Vergleich zu 2016 um mehr als eine Million steigen, konkret von 31,49 Millionen auf durchschnittlich 32,57 Millionen im Jahr 2018. ---Zitatende--- Es gibt keine Verbindung zwischen "hochwertige Arbeitsplätze" und "sozialversicherungspflichtige Jobs". Die Sozialversicherungspflicht beginnt schon ab 450,01 Euro, sagt aber nichts darüber aus, ob die Arbeit hochwertig ist.
herm16 30.03.2017
2. na
da haben wir ja noch die DUH, den BUND und andere Oekoprediger die Teile der Wirtschaft zerstoeren
Kapustka 30.03.2017
3. Die Agenda 2010 wirkt...
Danke Gerhard!
lynx2 30.03.2017
4. Jobmaschine?
Doch eher Profitmaschine für die Untrernehmen, dank unechten, Werksverträgen, Leiharbeit, Billigjobs, Zeitarbeit. Statistisch kann man viel schön rechnen.
trader_07 30.03.2017
5.
Zitat von lynx2Doch eher Profitmaschine für die Untrernehmen, dank unechten, Werksverträgen, Leiharbeit, Billigjobs, Zeitarbeit. Statistisch kann man viel schön rechnen.
Werksverträge und Billigjobs fallen nicht unter die sozialversicherungspflichtigen Jobs. Das müsste doch selbst ein Dauer-Jammerer wie Sie wissen.
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