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Protest gegen Sparpaket Generalstreik legt Flugverkehr nach Italien lahm

Proteste in Turin: Aufstand gegen Berlusconis "Blut- und Tränenplan"Zur Großansicht
AP

Proteste in Turin: Aufstand gegen Berlusconis "Blut- und Tränenplan"

Italien versinkt im Verkehrschaos: Zehntausende demonstrieren gegen den "Blut- und Tränenplan", mit dem Silvio Berlusconi das Land aus der Schuldenkrise sparen will. Lufthansa, Air Berlin und andere Fluglinien müssen deswegen Dutzende Flüge streichen.

Rom - Die Straßen von Turin sind voll von Menschen, voll von roten Luftballons, Gewerkschaftsfahnen und Protestplakaten. Ähnliche Szenen spielen sich am Dienstag im ganzen Land ab. Zehntausende sind auf die Straße gegangen, in Mailand, Florenz, Genua, Bologna, Rom, Cagliari, Neapel und in Palermo, wie italienische Medien berichten. Zahlreiche Spitzenpolitiker der Opposition mischten sich unter die Demonstranten.

In vielen Städten lösten die Proteste und Streiks ein Verkehrschaos aus. Im Bus-, Bahn- und Flugverkehr kommt es teils zu erheblichen Verspätungen, manche Verbindungen werden gestrichen. Auch in Krankenhäusern und bei der Post wurde gestreikt. Zeitungsberichten zufolge, fielen allein auf den römischen Flughäfen Fiumicino und Ciampino 129 Flüge aus - darunter auch viele aus Deutschland.

  • Die Lufthansa teilte mit, sie werde von 10 bis 18 Uhr keine Flüge von und nach Italien durchführen. Insgesamt sei eine zweistellige Zahl an Verbindungen betroffen. Einige Maschinen habe man vorziehen können, um noch vor Streikbeginn in Italien zu sein.
  • Deutschlands Nummer zwei, Air Berlin, hat seinen Flugplan nach eigenen Angaben komplett umgebaut und muss deshalb lediglich vier der 41 in dem Zeitraum vorgesehenen Flüge streichen.
  • Die Billigfluglinie Ryanair hatte schon vor Streikbeginn 200 Flüge aus und nach Italien gestrichen.

Die Italiener demonstrieren gegen den "Blut- und Tränenplan", gegen das rund 45 Milliarden Euro schwere zweite Sparpaket von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, mit dem das Land sein Schuldenproblem in den Griff bekommen soll. Im Juli hatte die Regierung bereits Einsparungen von 48 Milliarden Euro beschlossen; insgesamt belaufen sich die geplanten Maßnahmen auf mehr als 90 Milliarden Euro.

"Das ist ein Plan, den dieses Land nicht verdient", sagte CGIL-Generalsekretärin Susanna Camusso in Rom. Die größte Gewerkschaft des Landes hatte zu dem achtstündigen Generalstreik aufgerufen. Zwei andere große Gewerkschaften, die CISL und die UIL, schlossen sich dem Aufruf nicht an.

Am Dienstag will der Senat darüber beraten, wie sich das Paket möglichst schnell absegnen lässt. Danach müssen die Maßnahmen noch das Abgeordnetenhaus passieren. Die Regierung hofft, das Sparpaket bis Ende der Woche definitiv zu verabschieden.

Die Zeit drängt; es muss schnell etwas geschehen, denn Italien geriet an den Märkten zuletzt stark unter Druck; die Risikoaufschläge auf italienische Staatsanleihen stiegen deutlich. Der "Blut- und Tränenplan" war vor rund einer Woche noch einmal aufgeweicht worden - zum Zorn der Gewerkschaften. Denn für Arbeitnehmer gab es kaum Erleichterungen; dafür fiel eine geplante Zusatzsteuer für Besserverdienende mit Jahreseinkommen von mehr als 90.000 Euro weg.

"Bezahlen sollen die, die immer gezahlt haben", kritisierten die Arbeitnehmervertreter. Die Maßnahmen träfen vorwiegend und gravierend die Schwächsten der Gesellschaft. Besonders kritisiert wird eine geplante Lockerung des Arbeitnehmerschutzes.

Auch in Spanien waren am Dienstag Proteste geplant. Das spanische Abgeordnetenhaus hatte am Freitag in einer Sondersitzung eine Schuldenbremse beschlossen, um die Finanzmärkte vom Sparwillen des Landes zu überzeugen. Um das Inkrafttreten der Schuldenbremse zu verhindern, die am Mittwoch noch den Senat passieren soll, riefen die beiden größten spanischen Gewerkschaften CCOO und UGT für Dienstagabend zu einer Großdemonstration in Madrid auf. Sie fordern eine Volksabstimmung über die Schuldenbremse.

ssu/AFP/dpa/Reuters

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insgesamt 55 Beiträge
erbseneintopf 06.09.2011
auf N24 kommentierten Sie heute morgen..."die Italiener reagieren auf Sparmassnahmen und Kürzungen, die es in D seit Jahren in verschärfter Form gibt"...
Zitat von sysopItalien versinkt im Verkehrschaos: Zehntausende demonstrieren gegen den "Blut- und Tränenplan", mit dem Silvio Berlusconi das Land aus der Schuldenkrise sparen will. Lufthansa, Air Berlin und andere Fluglinien müssen deswegen Dutzende Flüge streichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,784651,00.html
auf N24 kommentierten Sie heute morgen..."die Italiener reagieren auf Sparmassnahmen und Kürzungen, die es in D seit Jahren in verschärfter Form gibt"...
spezieh 06.09.2011
Jawohl, Generalstreiks... so kurbelt man die Wirtschaft an. Am besten verhindern, dass Geschäftsreisende und Touristen das Land betreten und ihr Geld da lassen. Wenn man das nur lange genug macht gehts mit den Finanzen des Landes [...]
Jawohl, Generalstreiks... so kurbelt man die Wirtschaft an. Am besten verhindern, dass Geschäftsreisende und Touristen das Land betreten und ihr Geld da lassen. Wenn man das nur lange genug macht gehts mit den Finanzen des Landes sicher bergauf.
Ransaier 06.09.2011
Also ich kann ja verstehen, dass man sich darüber streitet, wo man spart und an welcher Stelle ggf. die Steuern erhöht werden müssen. Derartige Auseinandersetzungen gehören zur Demokratie und müssen mit dem Ziel einer [...]
Also ich kann ja verstehen, dass man sich darüber streitet, wo man spart und an welcher Stelle ggf. die Steuern erhöht werden müssen. Derartige Auseinandersetzungen gehören zur Demokratie und müssen mit dem Ziel einer Kompromissfindung ausgetragen werden. Aber: Dass man gegen eine Schuldenbremse streikt, entzieht sich meines geringsten Verständnisses. Es ist eine grenzenlose Unverschämtheit gegenüber unseren Kindern, hier nicht endlich die Einnahmen und Ausgaben ins Lot zu bringen. Gewerkschaften sollten Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung generationenübergreifend gerecht werden, anstatt knallharte kurzsichtige Interessenpolitik zu vertreten.
Umbriel 06.09.2011
irgendjemand muß es Ihnen endlich sagen: Sie müssen die MAFIA rauswerfen, egal wie und dann sind sie auch ein normales Land.
irgendjemand muß es Ihnen endlich sagen: Sie müssen die MAFIA rauswerfen, egal wie und dann sind sie auch ein normales Land.
Originalaufnahme 06.09.2011
Koennen Sie mir sagen, wozu die Italiener, Griechen, Portugiesen etc. und auch die Deutschen die Wirtschaft ankurbeln sollten? Damit sich eine Minderheit der Gesellschaft den Gewinn weiterhin in die eigene Tasche stopft? Oder [...]
Zitat von speziehJawohl, Generalstreiks... so kurbelt man die Wirtschaft an. Am besten verhindern, dass Geschäftsreisende und Touristen das Land betreten und ihr Geld da lassen. Wenn man das nur lange genug macht gehts mit den Finanzen des Landes sicher bergauf.
Koennen Sie mir sagen, wozu die Italiener, Griechen, Portugiesen etc. und auch die Deutschen die Wirtschaft ankurbeln sollten? Damit sich eine Minderheit der Gesellschaft den Gewinn weiterhin in die eigene Tasche stopft? Oder gehoeren Sie zu etwa zu den Profiteuren dieser "Krise"?
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