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Prozess: Australierin will Entschädigung für Sex-Unfall auf Dienstreise

Ihr fiel beim Sex im Hotel ein gläserner Lampenschirm ins Gesicht - nun will eine australische Regierungsbedienstete Geld von der Unfallversicherung. Schließlich habe sie sich auf einer Dienstreise befunden. Die Chancen für die Klägerin stehen gar nicht so schlecht.

Sydney - Für die Richter ist es ein pikanter Fall: Weil ihr bei einer Dienstreise während des Geschlechtsverkehrs in einem Hotel ein Lampenschirm auf das Gesicht fiel, hat eine australische Regierungsbedienstete von der gesetzlichen Unfallversicherung ihres Arbeitgebers Entschädigung gefordert. Jetzt landete der ungewöhnliche Fall vor einem Gericht in Sydney.

Seine Mandantin habe Anspruch auf das Geld, weil sie wegen einer Tagung im Rahmen ihrer Arbeit in dem Hotel gewesen sei, argumentierte der Anwalt der Frau. Durch den gläsernen Lampenschirm, der von der Wand am Kopfende des Bettes auf sie herabgestürzt war, hatte die Frau Verletzungen an Nase, Mund und Gebiss erlitten. Außerdem habe sie mit psychischen Folgen des Unfalls zu kämpfen.

Abwegig ist die Forderung der Frau offenbar nicht. Der Richter bezeichnete den Fall als "mitnichten einfach" - hätte die Klägerin sich etwa im Fitnessstudio der Hotels verletzt, stünde ihr eine Entschädigung zu, da dies während einer Dienstreise eine gewöhnliche Betätigungen darstelle.

Der Anwalt der Frau sagte zu dem Sex-Unfall, seine Mandantin sei bei einem "normalen Vorfall, der üblicherweise nachts in Motelzimmern stattfindet" verletzt worden. Sie sei nicht verpflichtet gewesen, eine offizielle Erlaubnis einzuholen, um mit jemandem ihr Hotelbett zu teilen. "Wir leben schließlich nicht mehr in den zwanziger Jahren", fügte der Anwalt hinzu.

Die den deutschen Berufsgenossenschaften ähnliche Regierungsbehörde für Sicherheit am Arbeitsplatz, ComCare, wies die Entschädigungsforderung hingegen mit der Begründung zurück, der Geschlechtsverkehr sei nicht Teil der Dienstreise gewesen, sondern "ihr eigener Spaß". ComCare-Anwalt Andrew Berger sagte, Regierungsangestellte müssten etwas essen, schlafen und Körperpflege betreiben können, aber "man braucht keinen Sex zu haben".

fdi/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. "Cowgirl"
NeZ 27.07.2011
"Durch den gläsernen Lampenschirm, der von der Wand am Kopfende des Bettes auf sie herabgestürzt war, hatte die Frau Verletzungen an Nase, Mund und Gebiss erlitten." Klingt nach Missionarsstellung. In Zukunft einfach Cowgirl - mögen die meisten Männer eh lieber.
2. Kopf am Bettende
satissa 27.07.2011
Zitat von NeZ"Durch den gläsernen Lampenschirm, der von der Wand am Kopfende des Bettes auf sie herabgestürzt war, hatte die Frau Verletzungen an Nase, Mund und Gebiss erlitten." Klingt nach Missionarsstellung. In Zukunft einfach Cowgirl - mögen die meisten Männer eh lieber.
Aber bitte mit dem Kopf zum Bettende ist noch sicherer, denn sonst heat er ja den Schaden.
3. Normbelastung
own_brain_user 27.07.2011
Klingt ganz nach einem Anlass, in die nächste Ausgabe der DIN-Norm, die die Befestigung von Leuchtmitteln in öffentlich zugänglichen regelt, sowie in alle mögliche Bauvorschriften Moppeltests aufzunehmen. Da tut sich doch ein neues Berufsfeld auf... Mal davon abgesehen, ich finde, das Motel oder sein Erbauer bzw. Ausstatter müssten haften. Das in Rede stehende Freizeitvergnügen gehört unleugbar zur Lebenswirklichkeit von Geschäftsreisenden und sonstigen Hotelgästen im zeugungsfähigen Alter, zumal im Bett. Da müssen schon die technischen Voraussetzungen gegeben sein, sonst kann man einen Mangel in der Beherbergungsleistung geltend machen. Aber da könnte sich ja im Nachhinein der Versicherer beim Hotelbesitzer schadlos halten. Vielleicht gibt's auch eine Naturalienleistung, man hört da ja so einiges von Versicherungsunternehmen...
4. .
feuercaro1 27.07.2011
Eine wirklich gute Firma schließt für ihre Mitarbeiter eine umfassende Unfallversicherung ab. Airbus zum Beispiel tut das: Dort sind die Belegschaftsangehörigen alle auch privat unfallversichert. Das hat den charmanten Vorteil, dass in einem ähnlichen wie dem vorliegenden Fall sich die Firma keinesfalls in den Zeitungen wiederfindet :-).
5. "bequem"
NeZ 27.07.2011
Zitat von satissaAber bitte mit dem Kopf zum Bettende ist noch sicherer, denn sonst heat er ja den Schaden.
Also... wenn sich eine geschätzt 30-Jährige auf dir bequem macht, hast du bestimmt keinen Schaden.
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