Prügelei in US-Gefängnis Milliardenbetrüger Madoff im Knast verhauen

US-Finanzbetrüger Bernard Madoff ist im Gefängnis heftig verprügelt worden. Mithäftlinge brachen ihm laut einem Bericht des "Wall Street Journal" die Nase und mehrere Rippen. Angeblich ging es bei dem Streit um Geld.

REUTERS

New York - Bernard Madoff hat im Knast Schläge einstecken müssen. Laut "Wall Street Journal" verprügelte ein Mithäftling den Milliardenbetrüger, weil dieser ihm Geld schuldete. Madoff soll bei dem Angriff Mitte Dezember eine gebrochene Nase, gebrochene Rippen sowie Schnitte im Gesicht und auf dem Kopf davongetragen haben.

Madoff war im Juni 2009 wegen des größten Betrugs in der Finanzgeschichte zu 150 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte Tausende Anleger mit einem Schneeballsystem um ihr Geld erleichtert. Auf dem Papier waren es am Ende 60 Milliarden Dollar. Die Versteigerung von Madoffs Privatsachen war da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein: Sie brachte gerade eine Million Dollar ein.

Madoff sitzt derzeit in Butner im US-Bundesstaat North Carolina ein. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte er bei seinem Betrug sechs Komplizen. Am Mittwoch wurden zwei Computerprogrammierer angeklagt, die ihm geholfen haben sollen, seine Betrügereien zu vertuschen.

Madoffs Anwalt will die Attacken nicht kommentieren

Dass Madoff im Krankenhaus lag, war bereits bekannt. Damals hatte die Gefängnisleitung jedoch davon gesprochen, er sei wegen seines Bluthochdrucks und Schwindelgefühlen behandelt worden. Spekulationen über eine Schlägerei hatte die Behörde scharf zurückgewiesen. Madoff habe ausgesagt, er sei nicht angegriffen worden.

Eine Schlägerei sei zudem "nahezu unmöglich", sagte eine Behördensprecherin dem "Wall Street Journal", weil Madoff und der mögliche Angreifer in zwei unterschiedlichen Zellentrakten untergebracht seien, die nachts verschlossen werden.

Es sei allerdings gang und gäbe, dass Insassen über Attacken gegen sie schweigen, schreibt die Zeitung - aus Angst vor Racheakten. Berühmtheiten wie Madoff seien zudem zusätzlich gefährdet, da Mithäftlinge versuchen könnten, von ihnen Geld oder Wertgegenstände zu erpressen.

Madoffs Anwalt wollte die Angelegenheit nicht kommentieren. Die Zeitung beruft sich bei ihrer Darstellung auf drei namentlich nicht genannte Quellen, darunter zwei Mithäftlinge Madoffs aus jener Zeit.

cte/dpa



insgesamt 53 Beiträge
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Seite 1
Eldani, 18.03.2010
1. tja
so wirklich viel Mitleid hab ich da ja nicht, ... :-(
Berta, 18.03.2010
2. Angeblich ging es bei dem Streit um Geld.
köstlich. ;-)
shpongle 18.03.2010
3. ...
Schämen Sie sich. Der Mann ist ein Verbrecher, aber sich selbst auf das Niveau begeben macht es nicht besser. Ich habe absolut kein Mitleid, und in meinem Empfinden ist es eine schöne Bestrafung, aber mein Empfinden hat bei Fragen der Menschenwürde außen vorzustehen. Auge um Auge - und die Welt wird blind. Wenn man sowas "schön" nennt, kann man alles am Ende rechtfertigen (als Bestrafung für etwas anderes).
chagall1985 18.03.2010
4. lol Im Knast gibt es kein Insolvenzverfahren
Hätte er sich mal erklären lassen sollen. Da wird auch nicht in Verzug gesetzt. Naja, irgendwie schon nur halt anders. Also Ich finde ja ein bischen "Knastvollzug" hat er verdient!
tsamiko 18.03.2010
5. Mitleid
Ich bin Grieche und ich hab schon Mitgefuehl mit ihm!
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