"Bösartige Praxis" Putin kritisiert auf G20-Gipfel einseitige Wirtschaftssanktionen

Russlands Präsident Putin hat beim G20-Gipfel einseitige Wirtschaftssanktionen kritisiert. Indirekt beschuldigte er die USA, durch solche Strafmaßnahmen die Konkurrenz ausschalten zu wollen.

Wladimir Putin auf dem G20-Gipfel in Argentinien
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Wladimir Putin auf dem G20-Gipfel in Argentinien


Auf dem G20-Gipfel in Argentinien hat der russische Präsident Wladimir Putin einseitige Wirtschaftssanktionen kritisiert. "Es verbreitet sich die bösartige Praxis einseitiger illegaler Sanktionen, protektionistischer Maßnahmen unter Umgehung der Uno-Charta, der Regeln der Welthandelsorganisation und anderer anerkannten Rechtsnormen", sagte Putin der staatlichen Agentur Ria zufolge.

"Es ist nicht zu übersehen, dass unehrliche Konkurrenz immer häufiger den gleichberechtigten Dialog zwischen Staaten ersetzt", sagte der Kremlchef in Buenos Aires. Dies habe "extrem negative Auswirkungen auf die internationale Zusammenarbeit".

Die Aussage richtet sich offenbar an die USA: Moskau unterstellt dem Land, Sanktionen gegen die Öl- und Gasindustrie anderer Staaten zu verhängen, um ihre eigenen Energieträger besser verkaufen zu können.

Konkreter wurde Putin in seiner Rede vor den Staatschefs der Brics-Gruppe jedoch nicht. Dass auch Russland von einseitigen Sanktionen betroffen ist, erwähnte er nicht.

In der Brics-Gruppe arbeiten die großen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika zusammen. Auch gegen China hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump Wirtschaftssanktionen verhängt. Gegen Russland gelten wegen der Übergriffe auf die Ukraine seit 2014 Strafmaßnahmen der EU und der USA.

Auf dem Gipfel in Buenos Aires treffen sich die Staats- und Regierungschefs der mächtigsten 20 Industrienationen. Auch weitere Streitthemen wie die Eskalation vor der Krim oder der INF-Abrüstungsvertrag könnten angesprochen werden.

(Lesen Sie hier alle Entwicklungen zum G20-Gipfel im Live-Blog.)

kko/dpa/AFP



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