Lastwagen-Gebühr: Neue Maut bringt binnen zwei Tagen 800.000 Euro

Verkehrsminister Peter Ramsauer sieht die Einführung der Maut für Lastwagen auf Bundesstraßen geglückt. Innerhalb von zwei Tagen flossen demnach 800.000 Euro in die Staatskasse. Die Jagd auf die Mautpreller ist auch schon eröffnet.

Verkehrsminister Ramsauer beim Start der neuen Maut: Mehrkosten für Spediteure Zur Großansicht
dapd

Verkehrsminister Ramsauer beim Start der neuen Maut: Mehrkosten für Spediteure

Berlin - Seit 1. August müssen Lkw-Fahrer auch auf mehrspurigen Bundesstraßen Maut zahlen. Verkehrsminister Peter Ramsauer will dadurch pro Jahr 110 Millionen Euro zusätzlich einnehmen, berichtete die "Bild am Sonntag". Zumindest ein Bruchteil davon ist bereits verbucht. Demnach brachte die neue Maut binnen zwei Tagen rund 800.000 Euro ein.

Ramsauer sagte, die meisten Lkw-Fahrer bezahlten die Maut. Die Nicht-Zahler müssen sich auf Kontrollen gefasst machen. "Mautpreller fischen wir raus, zum Beispiel mit Mautblitzern", sagte der CSU-Politiker. Kontrolliert wird der Zeitung zufolge mit mobilen Mautkontrollen, da auf den Bundesstraßen keine festen Kontrollbrücken wie auf Autobahnen gebaut werden.

Ramsauer hat angekündigt, er wolle die zusätzlichen Einnahmen direkt in den Ausbau und den Erhalt des Straßennetzes stecken. Schon jetzt betragen die Mauteinnahmen aus den bisherigen knapp 12.800 Kilometern des Autobahnnetzes mehr als 4,5 Milliarden Euro pro Jahr. Nun kommen noch die Gebühren für Bundesstraßen mit vier und mehr Spuren dazu.

Die Betreiber von schweren Lastwagen müssen nun auf zusätzlichen 1135 Straßenkilometern Lkw-Maut zahlen. Diese wird für Fahrzeuge mit mehr als zwölf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht fällig. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach Schadstoffklasse und Achsenzahl. Im Schnitt beträgt sie 17 Cent pro Kilometer.

Der Einzelhandelsverband HDE kritisierte, die Maut belaste die Unternehmen zusätzlich zu dem starken Preisdruck in der Speditionsbranche. Der Lobbyverband verwies zudem auf die Betriebskosten für das Mautsystem und fürchtet, dafür werde ein Großteil der Mehreinnahmen verwendet.

Gemeinden, die am Rande der neu erfassten Strecken liegen, befürchten nun, dass viele Lkw auf ihre Straßen ausweichen. Die Kommunen und auch Umweltschützer fordern deshalb eine Ausweitung der Maut auf das gesamte Straßensystem. Dies sei gerecht, weil schwere Lastwagen auch die Straßen enorm belasteten.

mmq/AFP

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1. Na, dann wollen wir mal
Susiisttot 05.08.2012
das das funktioniert mit den Kontrollen - funktioniert ja nicht mal auf Autobahnen - dort werden die Stellen regelmäßig umfahren. Von daher Mautpflicht auf allen Strassen!
2. Dazu gibt es nur eins zu sagen:
warlock2 05.08.2012
Wir leben in einem Abzocker-Staat!
3.
forkeltiface 05.08.2012
Zitat von sysopVerkehrsminister Peter Ramsauer sieht die Einführung der Maut für Lastwagen auf Bundesstraßen geglückt. Innerhalb von zwei Tagen flossen demnach 800.000 Euro in die Staatskasse. Die Jagd auf die Mautpreller ist auch schon eröffnet. Ramsauer verkündet Einnahmen bei Maut für Lastwagen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,848307,00.html)
Die Politik soll endlich mit den bestehenden Einnahmen auskommen, anstatt ihre Macht zu missbrauchen, um immer neue Abgaben zu erheben - auch diese Maut wird unser Leben teurer machen.
4. Der Spediteur...
glaubblosnix 05.08.2012
...schlägt die Mehrkosten auf seine Kunden um und Diese wieder auf den Endverbraucher. Hier ein bisschen und da ein bisschen, merkt doch keiner.
5. ein typisch deutsches thema im
viceman 05.08.2012
Zitat von sysopVerkehrsminister Peter Ramsauer sieht die Einführung der Maut für Lastwagen auf Bundesstraßen geglückt. Innerhalb von zwei Tagen flossen demnach 800.000 Euro in die Staatskasse. Die Jagd auf die Mautpreller ist auch schon eröffnet. Ramsauer verkündet Einnahmen bei Maut für Lastwagen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,848307,00.html)
sommerloch. 110 mio mehreinahmen - toll, aber um welchen preis? was kosten kontrollen und sonstige bürokratie zusätzlich 30-40 %? und dann diese dummschwätzer von wegen "gerecht", wenn überall lkw-maut bezahlöt werden würde. wie soll das denn passieren, außer mit einer vignette? da können daimler/telekom usw. die diese schöne hightechmaut gebastelt haben einpacken und ihr obu/mautbrücken usw. verschrotten. und der deutsche michel hat auch wieder einen bösewicht,einen feind - den lkw. der gleiche ars.. der auf die 40 to lkw schimpft , fährt am wochenende mit seinem motorrad (sinnlos) durch die gegend, macht wesentlich mehr krach als jeder lkw usw...
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