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Rasanter Anstieg: Behörden scannen immer mehr Konten

Die deutschen Behörden überprüfen immer häufiger Privatkonten auf Unregelmäßigkeiten. Seit 2005 hat sich die Zahl der Anfragen vervierfacht. Ein automatisiertes System erleichtert Finanzämtern die Durchleuchtung - und hilft auch der Staatsanwaltschaft im Kampf gegen Geldwäsche.

Berlin - Die Zahlen steigen und steigen: In Deutschland überprüfen Sozial- und Steuerbehörden immer häufiger Konten. Zwischen 2005 und 2009 haben sich die Anfragen auf Kontoabrufe beim Bundeszentralamt für Steuern nahezu vervierfacht. Dies geht aus einer Studie des Bundesfinanzministeriums hervor.

Als 2005 das automatische Kontenabrufverfahren eingeführt wurde, nutzten die Behörden dieses demnach rund 8700 Mal, im Jahr 2006 gab es schon mehr als 25.000 Anfragen, und 2007 waren es fast 28.000. Im vergangenen Jahr wurde mit mehr als 33.000 der bisherige Höchststand erreicht. Für das Jahr 2009 zeichnet sich ein erneuter Rekord ab. Bis September dieses Jahres wurden bereits mehr als 31.000 Anfragen vom Bundeszentralamt für Steuern bearbeitet.

Über das Bundeszentralamt für Steuern können Behörden wie das Finanzamt automatisch alle Konten eines Bürgers anfragen, gegen den der Verdacht wegen Unregelmäßigkeiten besteht. Wann diese Anfrage gerechtfertigt ist, regelt die Abgabenordnung. Vor Einführung dieses Systems mussten die Behörden alle Kreditinstitute und Banken einzeln anfragen, um über die Kontenlage eines Bürgers informiert zu werden.

Den starken Anstieg erklärte ein Ministeriumssprecher damit, dass das neue System seine Zeit zur Einführung gebraucht hätte und nun erst voll genutzt werde. Insgesamt wurden seit 2005 mehr als 127.000 Anfragen gestellt.

Laut "Bild"-Zeitung rufen auch die Staatsanwaltschaften wegen Geldwäscheverdacht verstärkt Konten ab. Dies zeigten offizielle Statistiken verschiedener Behörden. Im vergangenen Jahr hätten die Staatsanwaltschaften fast 84.000 Konten geprüft, 2005 seien es weniger als halb so viele gewesen.

jok/AFP

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