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Einigung auf neues Hilfspaket: Rating-Agentur Fitch stuft Griechenland hoch

Fitch-Zentrale in New York: Vertrauen zwischen Griechenland und Gläubigern Zur Großansicht
REUTERS

Fitch-Zentrale in New York: Vertrauen zwischen Griechenland und Gläubigern

Bessere Aussichten für Griechenland: Die Rating-Agentur Fitch sieht die Gefahr einer Staatspleite gemindert. Die Einigung mit den Gläubigern auf ein drittes Hilfspaket sei positiv, es blieben allerdings hohe Risiken.

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands um eine Stufe erhöht. Die Einigung mit den Gläubigern auf ein drittes Hilfspaket habe das Risiko verringert, dass Athen seinen Verpflichtungen gegenüber den privaten Gläubigern nicht nachkommen werde, teilte Fitch mit. Mit der Wertung CCC haben die griechischen Staatsanleihen aber immer noch Ramschniveau.

Das griechische Parlament hatte dem Programm für neue Kredite von bis zu 86 Milliarden Euro in der vergangenen Woche zugestimmt. Auch die Eurofinanzminister gaben grünes Licht. Der Bundestag soll an diesem Mittwoch über das dritte Hilfspaket für Griechenland entscheiden.

Fitch ist die zweite große Ratingagentur, die Griechenlands Bonität hochstuft. Der Konkurrent Standard & Poor's hatte seine Note für das Land bereits am 21. Juli von CCC- auf CCC+ erhöht - also bereits nach der grundsätzlichen Einigung der Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Die dritte große Agentur, Moody's, hat noch nicht mit einer Notenänderung auf die jüngsten Entwicklungen reagiert.

Auch die Analysten von Fitch bleiben insgesamt skeptisch. Die Risiken seien weiterhin hoch, die politische Lage in Griechenland bleibe "unvorhersehbar", teilten sie in ihrer aktuellen Entscheidung mit. Es werde noch einige Zeit dauern, bis das Vertrauen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern wieder hergestellt sei. Zudem sei unsicher, ob sich der Internationale Währungsfonds (IWF) an dem neuen Hilfspaket beteiligen werde.

stk/AFP

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insgesamt 18 Beiträge
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1. Wenn die privaten Gläubiger
v.papschke 19.08.2015
befriedigt werden können, dann ist ja alles im Lot.
2. die Kreditwürdigkeit Griechenlands erhöht
chjuma 19.08.2015
damit die griechische Regierung das Land und die Leute mit neuen Krediten richtig abschießen kann....was sind das alles für elende Verbrecher....
3. Die Bonität der deutschen Steuerzahler. ..
freizeitverkaeufer 19.08.2015
...steht dafür.!
4. Sehr gut!
malocher77 19.08.2015
Dann kann sich Griechenland zu 23,8% Geld am freien Markt verschaffen,in 5 Jahren,wenn nichts schlimmes passiert,dann ist das Land 3 Stufen höher,jedoch so hoch verschuldet,dass das Land mit 6,9% Zinsen niemals sich refinanzieren kann.Also wird Griechenland weitere Kredite nach 3 Paket brauchen,4,5...
5. Fitch
donrealo 19.08.2015
hatte 2007 auch die von US Banken ausgegeben Sub Prime ABS Schrottpapiere mit AAA gerated. Wann lernen wir endlich, dass alle 3 US Rating Agenturen bloße Instrumente des US Finanz industriellen Komplexes sind.
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Wie Rating-Agenturen arbeiten
Geschichte
Die Geschichte der Rating-Agenturen reicht ins 19. Jahrhundert zurück, als das US-Eisenbahnnetz sich über den Kontinent ausdehnte. Das erforderte Kredite, die die Banken nicht alleine schultern konnten. Industrieunternehmen begannen, Anleihen auszugeben, um an Geld zu kommen. Heute dominieren drei Agenturen den Markt: Standard & Poor's, Moody's und Fitch.
Standard & Poor's
Standard & Poor's (S&P): Henry Varnum Poor veröffentlichte 1868 das "Manual of the Railroads of the United States", in dem die Anleger Informationen über die Eisenbahngesellschaften erhielten. 1941 verschmolzen die Poor's Publishing Company und die Standard Statistics Company zur Rating-Agentur Standard & Poor's. Das Rating reicht von AAA ("Triple A", exzellente Bonität, praktisch kein Ausfallsrisiko) über BBB (befriedigend) bis D (in Zahlungsverzug, keine Bonität).
Moody's
Moody's: John Moody gründete 1909 die Agentur Moody's Investors Service, die seit 1975 von der US-Börsenaufsicht SEC anerkannt ist. Die Bewertungen reichen von Aaa über Baa1 bis C.
Fitch
Fitch Ratings: 1924 entstand in New York aus der Fitch Publishing Company von John Fitch das Unternehmen Fitch Ratings. Alle drei Unternehmen haben ihren Sitz in New York, Fitch Ratings zudem in London; sie betreiben Büros in aller Welt. Das Rating reicht von AAA bis D.
Wie die Agenturen arbeiten
Rating-Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten und vergeben dazu verschiedene Bonitätsnoten. Dabei fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen oder eine Beurteilung des Managements.
Die Noten der Rating-Agenturen
Das bedeuten die Ratings
Moody's S&P Fitch Bewertung
Aaa AAA AAA Beste Qualität
Aa1 AA+ AA+ Sichere Anlage
Aa2 AA AA
Aa3 AA- AA-
A1 A+ A+ Prinzipiell sichere Anlage
A2 A A
A3 A- A-
Baa1 BBB+ BBB+ Durchschnittlich gute Anlage
Baa2 BBB BBB
Baa3 BBB- BBB-
Ba1 BB+ BB+ Spekulative Anlage
Ba2 BB BB
Ba3 BB- BB-
B1 B+ B+ Hochspekulative Anlage
B2 B B
B3 B- B-
Caa1 CCC+ CCC+ Substantielle Risiken / Extrem spekulativ
Caa2 CCC CCC
Caa3 CCC- CCC-
Ca CC CC
Ca C C
C D D Zahlungsausfall
Bedeutung der Noten
Je schlechter sie die Bonität eines Marktteilnehmers beurteilen, umso teurer und schwieriger wird es für diesen, sich Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, schlimmstenfalls ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern zum Beispiel auch institutionelle Investoren.

Hochspekulative Anleihen (Moody's: Ba1, S&P: BB+, Fitch: BB+) gelten als "Ramsch". Wird eine Anleihe als spekulativ eingestuft, müssen beispielsweise Zentralbanken sie verkaufen.
Kritik
Kritiker bemängeln, es bleibe oft unklar, welcher Anteil der Bonitätseinstufungen (Ratings) Mathematik und welcher Meinung ist. In der Finanzkrise wurden Rating-Agenturen an den Pranger gestellt: Weil sie Ramschpapiere als sichere Geldanlage anpriesen, wurde ihnen eine Mitschuld an der Krise gegeben.



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