London - Die misslungene Regierungsbildung in Griechenland zieht weitere Konsequenzen nach sich: Die Rating-Agentur Fitch hat die Bonität des Landes erneut gesenkt. Wie Fitch am Donnerstag in London mitteilte, verschlechtert sich die Bewertung der langfristigen Verbindlichkeiten von B- auf CCC. Damit sieht die Rating-Agentur ein substantielles Ausfall-Risiko.
Fitch begründete die Abstufung am Donnerstag mit der Gefahr, dass Griechenland aus der Euro-Zone austritt, was wahrscheinlich einen Kreditausfall nach sich ziehen würde. Die Bonität der kurzfristigen Schulden senkte Fitch von B auf C.
Die Abwertung spiegele das erhöhte Risiko, dass Griechenland seine Mitgliedschaft in der Euro-Zone nicht aufrecht erhalten kann, heißt es in der Begründung. Das Ergebnis der jüngsten Wahl zeige, dass die griechische Öffentlichkeit und die Politik nicht genug zu einer Einigung mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds beitrage.
Fitch führte für seine Entscheidung auch das gute Abschneiden von Parteien bei der Wahl vom 6. Mai an, die gegen den von EU und IWF geforderten harten Sparkurs sind. Sollte die nächste, für den 17. Juni angesetzte Wahl keine Regierung hervorbringen, welche das zugesicherte Spar- und Reformprogramm fortsetzt, wäre ein Austritt aus der Euro-Zone die wahrscheinliche Konsequenz.
Im Interview mit SPIEGEL ONLINE hatte Paul Taylor, der Chef der Rating-Agentur Fitch, noch erklärt, dass er einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone für verkraftbar halte.
vks/dapd/AFP/dpa
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