Hamburg - Die Lage in Griechenland ist angespannt, eine große Koalition droht an der Blockade der Linken zu scheitern. Zugleich wachsen die Sorgen, Griechenland könnte die Euro-Zone verlassen - schließlich wurden bei der Parlamentswahl Gegner des Sparkurses und der EU-Mitgliedschaft gestärkt.
Die Rating-Agentur Fitch hat nun vor einem möglichen Austritt Griechenlands gewarnt. In diesem Fall würden vermutlich alle Bonitätsnoten im Euro-Raum - also auch die erstklassige Note Deutschlands - unter verschärfte Beobachtung ("Rating Watch Negative") gestellt, teilte Fitch am Freitag mit. Die Folgen eines Austritts seien sehr ungewiss, begründet die Agentur ihre Warnung.
Die größte Gefahr einer Herabstufung sieht die Rating-Agentur für Euro-Länder, die ohnehin einen negativen Ausblick aufweisen. Dies sind derzeit Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Irland, Belgien, Slowenien und Zypern. Ob und wie stark die Ratings tatsächlich sinken würden, hänge wesentlich von der Reaktion der europäischen Politik auf einen Austritt Griechenlands ab, hieß es in der Erklärung.
Die Parlamentswahlen am vergangenen Wochenende haben ein stark zersplittertes Parlament mit höchst unterschiedlichen Positionen hervorgebracht. Angesichts der bisher gescheiterten Regierungsbildung seien Neuwahlen im Juni wahrscheinlich, urteilt Fitch. "Die Wahl oder Bildung einer griechischen Regierung, die nicht gewillt oder nicht in der Lage ist, die Konditionen des aktuellen EU-/IWF-Programms einzuhalten, würde das Risiko eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone erhöhen."
dab/dpa
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