Euro-Krise: Italiens Anleihen nur noch knapp über Ramschniveau

Standard & Poor's: Rating von BBB+ auf BBB gesetzt Zur Großansicht
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Standard & Poor's: Rating von BBB+ auf BBB gesetzt

Die Rating-Agentur Standard & Poor's gibt Italien erneut schlechtere Bonitätsnoten. Die Kreditbewertung liegt damit nur noch zwei Stufen über Ramschniveau. Auch den Ausblick sieht die Agentur negativ.

London - Die drittgrößte Volkswirtschaft in der Euro-Zone kassiert weiter schlechte Noten: Als dritte Rating-Agentur hat Standard & Poor's (S&P) die Kreditbewertung Italiens wegen der schwachen Aussichten für die weitere konjunkturelle Entwicklung gesenkt. Das Rating werde von BBB+ auf BBB gesetzt, teilte S&P am Dienstag mit. Damit liegt die Kreditbewertung des Euro-Krisenlandes nur noch zwei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau, mit dem spekulative Anlagen gekennzeichnet werden. Außerdem setzte die Agentur den Ausblick auf negativ, so dass in den kommenden Monaten weitere Herabstufungen möglich sind.

Italien befindet sich in der längsten Rezessionsphase seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Arbeitslosigkeit ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Nach Einschätzung der Experten von S&P haben sich die Aussichten für die italienische Wirtschaft zuletzt weiter verschlechtert. Die Wirtschaftsleistung sei im ersten Quartal weiter gesunken und befinde sich unverändert in einem Abschwung. S&P senkte daraufhin die Prognose für das italienische Bruttoinlandsprodukt. Die Experten gehen im laufenden Jahr von einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 1,9 Prozent aus, nachdem sie zuvor nur einen Rückgang um 1,4 Prozent erwartet hatten.

Ein weiteres Problem sehen die S&P-Experten in den vergleichsweise hohen Zinsen, die italienische Firmen für Kredite zahlen müssen. Insgesamt wird die Verschuldung des Landes auf einem gefährlich hohen Niveau verharren, so die Einschätzung. S&P geht davon aus, dass der Anteil der öffentlichen Verschuldung am Bruttoinlandsprodukt bis zum Jahresende bei 129 Prozent liegen wird.

Aus dem italienischen Finanzministerium verlautete, S&P beziehe sich bei der Herabstufung auf die vergangene Politik und berücksichtige die jüngst beschlossenen Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft noch nicht. Insgesamt seien die Herabstufung und ihre Begründung daher nicht nachvollziehbar.

Mit der neuen Bewertung hat sich S&P den Urteilen anderer führender Agenturen teilweise angepasst. Bei Moody's hat Italien ebenfalls ein Rating, das zwei Stufen über dem Ramschniveau liegt. Bei Fitch liegt das Rating weiterhin noch drei Stufen darüber.

sun/dpa/Reuters

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