Neue EU-Hilfen: Rating-Agentur wertet Griechenland um sechs Stufen auf

Griechenland profitiert von den neuen Hilfszusagen: Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes gleich um sechs Stufen angehoben. Hintergrund sei die Entschlossenheit der Euro-Länder, Griechenland in der Währungsunion zu halten.

Parlament in Athen: Bankenverband warnt vor beträchtlichen Risiken Zur Großansicht
Getty Images

Parlament in Athen: Bankenverband warnt vor beträchtlichen Risiken

Athen - Es ist zur Abwechslung mal eine gute Nachricht für das hochverschuldete Griechenland: Die US-Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes um sechs Stufen angehoben. Statt eines "teilweisen Kreditausfalls" bekommt Griechenland nun die Wertung B-/B. Die Agentur sprach am Dienstag zugleich von einem stabilen Ausblick für das neue Rating. Zur Begründung erklärte S&P, ihrer Meinung nach seien die Euro-Länder fest entschlossen, Griechenland in der Währungsunion zu behalten.

Ferner verwiesen sie auf die Sparanstrengungen der Regierung in Athen. Wegen des griechischen Rückkaufs von Schulden bei Privatinvestoren hatte die Agentur das Land kürzlich auf "teilweisen Zahlungsausfall" zurückgestuft. Da Griechenland vor der Rückstufung aber mit der Note "CCC" nur wenig besser da stand, bedeutet die jetzige Aktion von S&P eine deutliche Verbesserung.

Mit dem Rückkauf von Anleihen zu einem kräftigen Abschlag senkte Griechenland seine Schulden um rund 20 Milliarden Euro. Dies war Voraussetzung dafür, dass seine Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds jüngst grünes Licht gaben für die Auszahlung von Hilfen über 49,1 Milliarden Euro bis Ende März.

Der Internationale Bankenverband IIF erklärte unterdessen, es gebe nach wie vor beträchtliche Risiken. Das griechische Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr voraussichtlich um vier bis fünf Prozent zurückgehen, außerdem würden neue Sparmaßnahmen den sozialen Zusammenhalt in Frage stellen.

Die neuen Kredite für Griechenland im Umfang von 34,3 Milliarden Euro sollen nach Angaben aus Regierungskreisen in Athen bis Mittwoch ausgezahlt sein. Nach einer am Montag überwiesenen ersten Tranche von sieben Milliarden Euro sollen 11,3 Milliarden Euro für den Rückkauf von Staatsschulden überwiesen werden, sagte ein Regierungsvertreter am Dienstag. Weitere 16 Milliarden Euro würden für die Rettung von Banken des hoch verschuldeten Landes erwartet.

cte/Reuters/AFP

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 36 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
dowhepole 18.12.2012
Griechenland wird aufgewertet, weil Europa fest entschlossen ist, Griechenland in der Eurozone zu halten? Na das ist mal ein stabiles Fundament. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis die Ratingagenturen den Rest der Währungsgemeinschaft mit der selben Begründung abstufen...
2.
neu_ab 18.12.2012
Zitat von sysopRating-Agentur wertet Griechenland um sechs Stufen auf
ja. Katzen spielen auch gerne mit Mäusen, bevor sie sie auffressen...
3. ...
deus-Lo-vult 18.12.2012
Zitat von sysopGriechenland profitiert von den neuen Hilfszusagen: Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes gleich um sechs Stufen angehoben. Hintergrund sei die Entschlossenheit der Euro-Länder, Griechenland in der Währungsunion zu halten. Rating-Agentur wertet Griechenland um sechs Stufen auf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rating-agentur-wertet-griechenland-um-sechs-stufen-auf-a-873721.html)
Endlich mal eine erfreuliche Nachricht!
4. Und wer bekommt die Milliarden?
luny 18.12.2012
Zitat von sysopIn erster Linie die deutsche Bevölkerung. Die Haftungsrisiken, die permanenten versteckten Dauerhilfen stellen eine enorme Belastung für die Eurozone dar. Griechenland war und ist nicht innerhalb dieser Währungsunion leistungs- und wettbewerbsfähig. Eine kaum vorhandene Industrie, viel zu hohe Schulden, ein viel zu großer öffentlicher Dienst, es werden also weitere Transfers notwendig sein. Dies zeigt auch die Nutzung des ELA Mechanismus zur indirekten verbotenen monetären Staatsfinanzierung. Die griechische Volkswirtschaft befindet sich seit Jahren in einer sehr tiefen Abschwungphase. Hohe Arbeitslosigkeiten und eine fehlende wirtschaftliche Dynamik erschweren die Erholung. Zudem finden große Kapitalabflüsse aus Griechenland statt, die ungewollt von der EZB finanziert werden (Target 2).
Hallo Analysatorveritas, solange noch "Rettungsmilliarden" unterwegs und bewilligt sind, wird die Bonität natürlich hochgestuft. Erst wenn nichts mehr zu holen ist, ist ein EUR-Staat pleite. Genau das soll ja durch diese ganzen "Rettungsaktionen" ver- mieden werden. Es retten sich die Banken und deren Klientel und natürlich die Politiker, die dem EUR-Wahn verfallen sind und ein Scheitern zulasten der "Normalbevölkerung" der EUR-Staaten billigend in Kauf nehmen. LUNY
5. Hut ab
j.vantast 18.12.2012
Zitat von sysopHintergrund sei die Entschlossenheit der Euro-Länder, Griechenland in der Währungsunion zu halten.
Ach, ich dachte die Euro-Länder sind schon seit Beginn der Krise entschlossen Griechenland in der Euro-Zone zu halten? Respekt, das sind ja fixe Jungs von der Rating Agentur, dass die das jetzt schon bemerkt haben. Das war nichts anderes als ein Schuldenschnitt. Wie man es nun nennt ist sowas von egal. Und so wird es auch ewig weitergehen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
RSS
alles zum Thema Finanzkrise in Griechenland
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 36 Kommentare