Razzia Steuerfahnder durchsuchen Filialen der Credit Suisse

Die Steuer-CD aus der Schweiz lieferte erste Daten, Düsseldorfer Fahnder suchen jetzt Beweise. Polizeibeamte und Staatsanwälte haben bundesweit 13 Filialen der schweizerischen Großbank Credit Suisse durchsucht. Auch Mitarbeiter der Bank stehen im Fadenkreuz.

Niederlassung der Credit Suisse in München: Suche nach Steuern für 1,2 Milliarden Euro
ddp

Niederlassung der Credit Suisse in München: Suche nach Steuern für 1,2 Milliarden Euro


Düsseldorf/Zürich - Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat die Jagd auf Steuersünder eröffnet: Aufgrund der Daten auf der berüchtigten "Steuer-CD" haben Fahnder am Mittwoch bundesweit 13 Filialen und Repräsentanzen der Schweizer Großbank Credit Suisse durchsucht. Das teilte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft mit. Sie wertet die illegal beschafften Daten über Steuersünder aus, welche die nordrhein-westfälische Regierung von einem Unbekannten gekauft hatte.

Das Amtsgericht Düsseldorf hat diesen Angaben zufolge Durchsuchungsbeschlüsse gegen unbekannte Mitarbeiter des deutschen Ablegers der Credit Suisse erlassen. Die Ermittler werfen ihnen Beihilfe zur Steuerhinterziehung vor. 150 Beamte - Steuerfahnder und Staatsanwälte - waren im Einsatz. Die Credit Suisse in Zürich bestätigte die Durchsuchungen. Die Bank arbeite mit den Behörden zusammen, erklärte sie.

NRW hatte die gestohlenen, auf einer CD gespeicherten Daten im Frühjahr gekauft und nach unbestätigten Berichten 2,5 Millionen Euro dafür gezahlt. Sie enthält Angaben über Deutsche, die offenbar über die Schweiz Steuern hinterziehen. Das gesamte Anlagevermögen, das aus den Schweizer Bankdaten hervorgeht, beträgt nach früheren Angaben der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft 1,2 Milliarden Euro. Mehr als tausend Ermittlungsverfahren wurden eröffnet, Tausende zeigten sich vorbeugend selbst an, um einer Strafe zu entgehen.

Credit Suisse selbst hatte sich lange nicht zu der Affäre geäußert. Im Zwischenbericht zum ersten Quartal erklärte die Bank im April nur, Hinweise von Kunden legten den Schluss nahe, dass die Bank Opfer eines Datendiebstahls geworden sei. Nach eigenen Angaben verwaltet Credit Suisse in der Schweiz weniger als 100 Milliarden Franken von Kunden aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Wie viel davon unversteuert sei, lasse sich nicht sagen, da die Bank den Steuerstatus ihrer Kunden nicht kenne.

mik/AFP/Reuters/dpa

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Transmitter, 14.07.2010
1. US-Modell
Zitat von sysopDie Steuer-CD aus der Schweiz lieferte die ersten Daten, die Düsseldorfer Steuerfahnder suchen jetzt Beweise. Polizeibeamte und Staatsanwälte haben bundesweit 13 Filialen der schweizerischen Großbank Credit Suisse durchsucht. Auch Mitarbeiter der Bank stehen im Fadenkreuz. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,706489,00.html
Die Deutschen machen genau das, was die Amis mit der UBS gemacht haben. Die Bank nämlich fertig. Ob an den Verdächtigungen was dran ist oder nicht, spielt bei dieser Schmierenkomödie doch ganz klar nur eine untergeordnete Rolle. Warum machen die Deutschen das? Um die Schweiz für einen EU-Zwangsbeitritt sturmreif zu schiessen? Um sich erfolgreiche Wettbewerber im Banken- und Finanzmarkt vom Hals zu schaffen? Um deutschen Schweiz-Investoren Angst zu machen? Für mich sind alle Aktionen deutscher Fiskal-Polizisten und ihrer willigen Staatsanwälte unglaubwürdig, solange die selbsternannten "Steuermoral-Apostel" in Politik und Medien die wahren Steuerhinterzieher dort ungeschoren lassen. Und das sind deutsche Banken und deutsche Energie-Konzerne, EU-MwSt-Abzockkartelle, nordafrikanische bzw. arabische Banken und "Hedgefonds", die viele Milliarden abzocken ohne einen einzigen Cent Steuern in Deutschland zu lassen. Erstaunlich viele dieser Abzocker haben ihre Firmensitze übrigens in New York oder in London. Komisch, nicht?
notebook20000 14.07.2010
2. Die wurden doch bestimmt vorgewarnt
wie bei der Deutschen bank. Da wurde dann schell alles versteckt. Wie immer.
W. Robert 14.07.2010
3. Taube auf dem Dach
Zitat von TransmitterDie Deutschen machen genau das, was die Amis mit der UBS gemacht haben. Die Bank nämlich fertig. Ob an den Verdächtigungen was dran ist oder nicht, spielt bei dieser Schmierenkomödie doch ganz klar nur eine untergeordnete Rolle. Warum machen die Deutschen das? Um die Schweiz für einen EU-Zwangsbeitritt sturmreif zu schiessen? Um sich erfolgreiche Wettbewerber im Banken- und Finanzmarkt vom Hals zu schaffen? Um deutschen Schweiz-Investoren Angst zu machen? Für mich sind alle Aktionen deutscher Fiskal-Polizisten und ihrer willigen Staatsanwälte unglaubwürdig, solange die selbsternannten "Steuermoral-Apostel" in Politik und Medien die wahren Steuerhinterzieher dort ungeschoren lassen. Und das sind deutsche Banken und deutsche Energie-Konzerne, EU-MwSt-Abzockkartelle, nordafrikanische bzw. arabische Banken und "Hedgefonds", die viele Milliarden abzocken ohne einen einzigen Cent Steuern in Deutschland zu lassen. Erstaunlich viele dieser Abzocker haben ihre Firmensitze übrigens in New York oder in London. Komisch, nicht?
Mit Verlaub, an der Schweiz beißen sich deutsche Lokalpolitiker die Zähne aus. Es geht lediglich darum, die lukrative Selbstanzeigen-Kampagne zu reiten. Als Nebeneffekt wird sich natürlich die Flucht in Edelmetalle verstärken. Aber für die Beamten war der Spatz in der Hand schon immer recht erstrebenswert, bis zum Dach reicht der Horizont nur selten.
JaguarCat 14.07.2010
4. Nicht die Fonds zahlen Steuern, sondern die Anleger
Zitat von TransmitterDie Deutschen machen genau das, was die Amis mit der UBS gemacht haben. Die Bank nämlich fertig. Ob an den Verdächtigungen was dran ist oder nicht, spielt bei dieser Schmierenkomödie doch ganz klar nur eine untergeordnete Rolle. Warum machen die Deutschen das? Um die Schweiz für einen EU-Zwangsbeitritt sturmreif zu schiessen? Um sich erfolgreiche Wettbewerber im Banken- und Finanzmarkt vom Hals zu schaffen? Um deutschen Schweiz-Investoren Angst zu machen? Für mich sind alle Aktionen deutscher Fiskal-Polizisten und ihrer willigen Staatsanwälte unglaubwürdig, solange die selbsternannten "Steuermoral-Apostel" in Politik und Medien die wahren Steuerhinterzieher dort ungeschoren lassen. Und das sind deutsche Banken und deutsche Energie-Konzerne, EU-MwSt-Abzockkartelle, nordafrikanische bzw. arabische Banken und "Hedgefonds", die viele Milliarden abzocken ohne einen einzigen Cent Steuern in Deutschland zu lassen. Erstaunlich viele dieser Abzocker haben ihre Firmensitze übrigens in New York oder in London. Komisch, nicht?
Deutsche Banken und Energiekonzerne zahlen hierzulande auch kräftig Steuern. Gut, die Banken im letzten und vorletzten Jahr etwas weniger, weil sie Verluste gemacht haben. Details können Sie in den jeweiligen Geschäftsberichten nachlesen. Wo haben Sie Ihre Informationen her, dass die Banken und Energiekonzerne das nicht tun? Quellenangabe? Bei Hedgefonds gilt zudem, dass die jeweiligen Anleger im Fonds die Steuern zahlen müssen, nicht der Fonds selber. Stammen also die Anleger aus Deutschland, dann müssen die ihre Hedgefonds-Gewinne auch hierzulande versteuern. Gut, einige tun es nicht, aber dank Steuer-CDs wird diese Form der Steuerhinterziehung immer gefährlicher. Nicht nur in Deutschland. Jag
JaguarCat 14.07.2010
5. Noch wissen wir nichtmal, was bei der Durchsuchung rauskam
Zitat von notebook20000wie bei der Deutschen bank. Da wurde dann schell alles versteckt. Wie immer.
Sie sind ja schnell mit Ihren Schlüssen!
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