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Reales Minus: Löhne in Deutschland schrumpfen um 0,4 Prozent

Gespürt haben es viele, jetzt ist es amtlich - die Bruttolöhne in Deutschland sind im ersten Halbjahr um 0,4 Prozent gesunken. Dies hat auch Auswirkungen für Rentner: Damit die Ruhestandsgelder nicht ebenfalls schrumpfen, muss im kommenden Jahr erstmals die sogenannte Rentengarantie greifen.

Senioren (am Ammersee): "Es sieht bei den Löhnen alles nach einem Minus aus" Zur Großansicht
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Senioren (am Ammersee): "Es sieht bei den Löhnen alles nach einem Minus aus"

Berlin - Die Bruttolöhne und -gehälter in Deutschland sind einem Zeitungsbericht zufolge im zweiten Quartal durchschnittlich um 0,8 Prozent gesunken. Auf das erste Halbjahr bezogen ergebe sich damit ein Rückgang der Löhne um 0,4 Prozent, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf neue Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Wegen der Lohnentwicklung rechnen führende Wirtschaftsforscher damit, dass die Rentengarantie der Bundesregierung voraussichtlich im nächsten Jahr erstmals zum Tragen kommt. "Es sieht bei den durchschnittlichen Bruttolöhnen alles nach einem Minus aus. Die Rentengarantie wird daher 2010 wohl ziehen", sagte der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Kai Carstensen, dem Blatt.

Ähnlich äußerte sich sein Kollege vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Roland Döhrn. "Es müsste schon viel passieren, damit die Rentengarantie 2010 nicht greift", sagte er der Zeitung.

Das Arbeitministerium wollte sich "Bild" zufolge zu den Zahlen nicht äußern. Über die Rentenentwicklung werde erst 2010 entschieden, zitiert die Zeitung eine Ministeriumssprecherin.

Die Bundesregierung hatte die Rentengarantie im Frühjahr beschlossen. Sie sieht vor, dass die mehr als 20 Millionen Rentner künftig auch bei sinkenden Löhnen keine Kürzung ihrer Bezüge fürchten müssen. Die jährliche Rentenanpassung orientiert sich gewöhnlich an der Bruttolohnentwicklung des Vorjahres.

wal/Reuters

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Forum - Werden die Jüngeren im System der Altersvorsorge benachteiligt?
insgesamt 547 Beiträge
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1. Überschätzte Rentner
cosifantutte 18.07.2009
Zitat von sysopDie Rentendiskussion dauert an. Das aktuelle Modell der Altersvorsorge benachteiligt nach Meinung vieler Kritiker vor allem jüngere Menschen. Wie beurteilen Sie die Schieflage in der Altersvorsorge? Wie könnte die Gerechtigkeit verbessert werden?
Es gibt Rentner, die genug zum Leben haben und solche, die gerade so am Existenzminimum (ungefähr Hartz 4) leben. Die ersteren werden dadurch, dass es in Zukunft keine Rentenerhöhungen mehr gibt, auch so nach und nach Richtung Hartz 4 rutschen (die Inflation steigt nämlich weiter). Also wem will man da noch etwas wegnehmen? Darauf scheint die Frage ja ab zu zielen. cosifantutte.
2.
ergoprox 18.07.2009
Zitat von sysopDie Rentendiskussion dauert an. Das aktuelle Modell der Altersvorsorge benachteiligt nach Meinung vieler Kritiker vor allem jüngere Menschen. Wie beurteilen Sie die Schieflage in der Altersvorsorge? Wie könnte die Gerechtigkeit verbessert werden?
Es ist zwar schon wieder einmal mehr als seltsam, dass zum Thema Rente schon wieder ein Thread aufgemacht wird, aber wenn es so ist... Die Antwort wäre: Keiner sollte sich zukünftig aus der gesetzlichen Renteneinzahlung (Beamte, Selbständige) entziehen dürfen -->Modell Schweiz. Abschaffung des Riesterschwachsinns, Einzahlung der dafür sinnlos verbratenen Steuermittel (die via Gebühren sowieso 1:1 in den Abzockbuden namens Versicherungen und Banken enden) in die Rentenkasse. Abschaffung des Zeitarbeits- und 1€ Job - Missbrauchs, Lohnzuwächse entsprechend der Produktivitätsentwicklung. Schon wäre die Rentenversicherung auf viele Jahre saniert.
3.
japan10 18.07.2009
Zitat von ergoproxEs ist zwar schon wieder einmal mehr als seltsam, dass zum Thema Rente schon wieder ein Thread aufgemacht wird, aber wenn es so ist... Die Antwort wäre: Keiner sollte sich zukünftig aus der gesetzlichen Renteneinzahlung (Beamte, Selbständige) entziehen dürfen -->Modell Schweiz. Abschaffung des Riesterschwachsinns, Einzahlung der dafür sinnlos verbratenen Steuermittel (die via Gebühren sowieso 1:1 in den Abzockbuden namens Versicherungen und Banken enden) in die Rentenkasse. Abschaffung des Zeitarbeits- und 1€ Job - Missbrauchs, Lohnzuwächse entsprechend der Produktivitätsentwicklung. Schon wäre die Rentenversicherung auf viele Jahre saniert.
Warum so eine einfache Lösung suchen wollen? Kohl hat die Rentenkasse im Osten verballlert und nun schaut man in die Röhre.
4.
ergoprox 18.07.2009
Zitat von japan10Warum so eine einfache Lösung suchen wollen? Kohl hat die Rentenkasse im Osten verballlert und nun schaut man in die Röhre.
Das sehe ich differenzierter ;-) http://www.sopos.org/aufsaetze/42347de5838d4/1.phtml
5. Jawohl
Verbalwalze, 18.07.2009
Die jungen werden bei der Altersvorsorge diskriminiert, dadurch dass inzwischen alle Risiken ausschließlich den Rentenzahlern seien es Steuerzahler oder Beitragszahler aufgebürdet werden. Die dynamische Rente in D ist an die Bruttolöhne gebunden, d.h. (1) Sinkt das Nettoeinkommen durch steigende Steuern und Sozialabgaben, bleibt die Rente gleich, der Wohlstand der Rentner nimmt relativ zu. (2) Sinkt die Anzahl der Beitragszahler konjunkturbedingt z.B. durch Arbeitslosigkeit bleibt die Rente gleich, die verbleibenden Zahler müssen eine Beitragserhöhung hinnehmen. (3) Steigt die Lebenserwartung, bleibt die Rente gleich, sie wird länger gezahlt und die Beiträge steigen. (4) Neu im Programm: Sinken die Bruttolöhne greift die Sperrklausel, die Renten bleiben gleich und die Beiträge auf das ohnehin geringere Einkommen steigen und schließlich das unbestrittene Superhighlight, der Oberknaller, ultimative Negierung des Verursacherprinzips, der Gipfel der Ungerechtigkeit (5) Verschlechtert sich das Verhältnis zwischen Rentnern und Beitragszahlern dadurch, dass die Rentner zuwenig Nachwuchs bekommen haben, dann (man kann es sich denken) bleiben die Renten gleich und die Beiträge werden erhöht. als Sahnehäubchen und Kirsche auf den Gipfel (6) Läuft die Konjunktur mal gut, wird nicht etwa die Staatsverschuldung abgebaut, sondern die Rentner erhalten eine Sonderzahlung. Und obendrauf: Dieser sittenwidrige Vollbetrugsvertrag wird nicht nur mit rechtsunmündigen, sondern mit ungeborenen abgeschlossen. Fair wäre: (1)-(3) sollten geteilt werden (4) niemals (5) geht gar nicht (6), meinetwegen, aber höchstens als Einmalzahlung Gruß Verbalwalze
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Die Rente in den Parteiprogrammen
CDU/CSU
Die Union bekennt sich ausdrücklich zur gesetzlichen Rente, weist aber auch auf "die Gefahr einer ansteigenden Altersarmut" hin. Die Rentner sollten "verlässlich und gerecht" an der allgemeinen Einkommensentwicklung beteiligt werden, "ohne der jüngeren Generation Chancen auf Entfaltung und Wohlstand zu nehmen". Ähnlich wie andere Parteien wollen CDU und CSU, dass die Kindererziehung bei der Rente besser berücksichtigt wird. Die staatlich geförderte private Altersvorsorge solle weiteren Personengruppen zugänglich gemacht, zugleich aber vereinfacht und entbürokratisiert werden.
FDP
Nach dem Willen der FDP sollen die älteren Menschen den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand "flexibel und selbständig" gestalten können. Deswegen sollten die Menschen ab dem 60. Lebensjahr den Zeitpunkt ihres Eintritts ins Rentenalter frei wählen können, mit entsprechen Zu- und Abschlägen. Voraussetzung ist aber, dass ihre Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge das Grundsicherungsniveau erreichen. Die private und betriebliche kapitalgedeckte Vorsorge müsse gestärkt, die Riester-Rente für Selbständige geöffnet werden.
SPD
Die SPD verteidigt das bestehende System aus gesetzlicher Rente sowie betrieblicher und privater Altersvorsorge, außerdem bekennen sich die Sozialdemokraten ausdrücklich zur Rente mit 67. Die Arbeitswelt müsse so gestaltet werden, "dass alle Beschäftigten möglichst lange gesund am Arbeitsleben teilhaben können". Um zu verhindern, dass Geringverdiener wegen niedriger Beitragszahlungen im Alter auf Grundsicherung angewiesen sind, will die SPD das Instrument der Rente nach Mindesteinkommen bei langjährig Versicherten für Beitragszeiten bis Ende 2010 verlängern. Langfristig will die SPD die Rente zu einer Erwerbstätigenversicherung weiterentwickeln, die Selbständige mit einbezieht.
Grüne
Die Grünen treten für eine Weiterentwicklung der gesetzlichen Rente ein. Damit Geringverdiener nicht auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind, sollten unzureichende Rentenansprüche auf ein Mindestniveau aufgestockt werden. Die Partei verweist zudem darauf, dass Kapitalmarkt-Produkte nach der Finanzkrise kaum eine stärkere Rolle bei der Altersvorsorge spielen würden. Frauen und Männer sollten eigene Rentenansprüche aufbauen, ein "Splitting" schon in der Ehe solle obligatorisch werden. Auch die Grünen wollen die Rentenversicherung zu einer Bürgerversicherung für alle weiterentwickeln.
Linke
Die Linke wirft den anderen Parteien vor, mit den Rentenreformen der Vergangenheit eine "Teilprivatisierung der Alterssicherung" verursacht zu haben, und fordert einen Kurswechsel. Das öffentliche Solidarsystem solle gestärkt, sämtliche Kürzungsfaktoren sollten aus der Rentenformel gestrichen werden. Die gesetzliche Rentenversicherung solle zu einer "solidarischen Erwerbstätigenversicherung" umgebaut werden, die auch Selbständige miteinbezieht. Die Rente mit 67 solle wieder abgeschafft werden, vielmehr müssten flexible Ausstiegsmöglichkeiten vor dem 65. Lebensjahr ohne Abschläge geschaffen werden. Kein Mensch solle im Alter von weniger als 800 Euro im Monat leben müssen. (Quelle AFP)


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