Trotz höherer Inflation Reallöhne steigen deutlich in Deutschland

Die Inflation zieht an, dennoch haben die Deutschen mehr Geld in der Tasche: Sie konnten etwa 1,1 Prozent mehr ausgeben als im Vorjahr.

Passanten in Frankfurt
DPA

Passanten in Frankfurt


Die Kaufkraft der Arbeitnehmer in Deutschland ist auch im ersten Quartal dieses Jahres weiter gestiegen. Die Menschen hatten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Reallohnplus von 1,1 Prozent in der Tasche, teilte das Statistische Bundesamt mit. Der Reallohn ergibt sich aus dem Bruttolohnindex (plus 2,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum), von dem die allgemeine Inflation (1,6 Prozent) abgezogen wird.

Damit hat sich ein langfristiger Trend fortgesetzt: Von 2007 bis 2017 sind die Brutto-Einkommen inklusive Sonderzahlungen um 25,8 Prozent geklettert, während die Verbraucherpreise nur um 13,7 Prozent stiegen. Daraus ergibt sich ein durchschnittliches Reallohnplus von 12,1 Prozent über den Zeitraum.

Die Löhne haben sich für einzelne Berufs- und Bevölkerungsgruppen aber unterschiedlich entwickelt: Überdurchschnittlich legten beispielsweise leitende Angestellte mit einem Gehaltsplus von 33 Prozent zu. Bei Teilzeitkräften (+29,8 Prozent) und geringfügig Beschäftigten (+31,8 Prozent) wirkte sich offenbar der 2015 eingeführte Mindestlohn aus.

Bestimmte Einkommensunterschiede haben sich etwas abgeflacht, wie aus der Statistik weiter hervorgeht. So legten die Gehälter von Frauen mit 28,1 Prozent stärker zu als die der Männer mit 24,6 Prozent.

hej/dpa-AFX



insgesamt 41 Beiträge
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Schämer 21.06.2018
1.
Die Reallöhne sind in Vergleich zu den europäischen Nachbarn wesentlich geringer gestiegen and ebenso geringer als die Produktivitätssteigerung. Dadurch resultiert der enorme Handelsüberschuß, der unseren europäischen Nachbarn zu schaffen macht. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Reallohn.pdf&filetimestamp=20160206173743& Die Löhne müßten mehrere Jahre hintereinander um 4,5 % steigen.
Horch und Guck 21.06.2018
2. Wo, bei wem in Deutschland?
Bei all den Leih- und Zeitarbeitsklitschen etwa? Denn andere Jobs, wie zum Beispiel vernünftige Arbeitsstellen statt "Jobs", gibts doch hier fast gar nicht mehr.
smartphone 21.06.2018
3. Nettokaufkraft
Schön, der Reallohn soll um 1% gestiegen sein, was erzählt Ihnen der zB Energieversorger ( Strom) Wenn man schon solche tollen Rechnung aufmacht ,sollte man mal aufzeigen, wie es um die Schrödersche Lohnzurückhaltung bestellt ist - die reale Inflation sehen sie sehr schon an den Diäten . Im Zeitraum von 2007 bis heute sind diese um 100% gestiegen und die 10 Jahre davor dito 100% , macht also seit des DM /Euro Wechsels schlappe 400% Steigerung ......im selben Zeitraum solle ndie Löhen um 35% gestiegen sein ,also da längst DM = Euro an der Ladentheke , hat sich die Kaufkraft eher auf 1/3 reduziert ...... Warum wird das so dezent verschwiegen ??
herm16 21.06.2018
4. diese Kommentare
waren zu erwarten. Uns geht es gut, endlich mal kapieren
der.tommy 21.06.2018
5. @herm16
Nein es geht uns nicht „zu gut“. Die Reallöhne stagnieren seit Jahren man möchte sagen seit Jahrzehnten. Das ist in keinem anderen industrialisierten Land der Fall. Und wie kann es „uns“ als gesamter Gesellschaft „zu gut“ gehen, wenn wir nicht mal fähig sind, unsere Schulen vernünftig auszustatten, Altersarmut zu bekämpfen und nicht willens sind, hier her vor krieg geflüchtete zu unterstützen? Wenn es uns „zu gut“ ginge, wären wohl mehr Menschen bereit, etwas von dem was sie haben für weniger gut betuchte abzugeben. Erzählen sie das mit dem „zu gut“ bitte auch mal dem Heer von Menschen die im Niedriglohnsektor schuften.
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