Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Niedrige Inflation: Reallöhne steigen im Rekordtempo

Arbeitnehmer in Deutschland konnten sich im zweiten Quartal deutlich mehr leisten: Die Reallöhne stiegen so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebungen. Am meisten profitieren davon geringfügig Beschäftigte.

Passanten vor Einkaufszentrum in Berlin: Konsumausgaben schieben Wirtschaft an Zur Großansicht
DPA

Passanten vor Einkaufszentrum in Berlin: Konsumausgaben schieben Wirtschaft an

Die Reallöhne der Arbeitnehmer in Deutschland sind im zweiten Quartal 2015 so stark gestiegen wie nie seit Beginn der Erhebung 2008. Im Vergleich zum Vorjahresquartal kletterten sie zwischen April und Juni um 2,7 Prozent zum Vorjahresquartal. Das teilte das Statistische Bundesamt mit, das vierteljährlich die Verdienste in 40.500 Betrieben in der Industrie und im Dienstleistungsbereich erhebt.

Da die Verbraucherpreise im Vergleich des zweiten Quartals 2014 mit dem zweiten Quartal 2015 nur um 0,5 Prozent zulegten, hatten die Beschäftigten real somit deutlich mehr Geld in der Tasche. Das schiebt den Konsum als Konjunkturstütze an. Die Nominallöhne stiegen demnach um 3,2 Prozent.

Vor allem in Branchen, wo es zuletzt überdurchschnittliche Tariferhöhungen gab, legte die Kaufkraft der Verbraucher spürbar zu. So stiegen die Nominallöhne etwa im Gastgewerbe um 4,5 Prozent, in der öffentlichen Verwaltung gab es ein Plus von 4,1 Prozent, im verarbeitenden Gewerbe von 3,8 Prozent.

Geringfügig Beschäftigte profitierten mit einem Anstieg von 5,0 Prozent stärker als Voll- und Teilzeitbeschäftigte, hier lag das Plus bei 3,2 beziehungsweise 3,3 Prozent. Dies könnte mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro zusammenhängen, der seit Anfang 2015 gilt. Aus den Daten geht hervor, dass die Lohnuntergrenze vor allem Ungelernten zugutekommt. Die Statistiker machten allerdings deutlich, dass sich der Einfluss auf den allgemeinen Lohnindex nicht genau berechnen lasse.

brk/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Was schreibt ihr da?
mikeeck 22.09.2015
In dem Artikel kommt es so herüber, ob diese Zahlen für dieses Jahr gelten, was aber nicht der Fall ist. Die meisten der Tarifsteigerungen sind für mehr als 12 Monate vorgesehen. Z.B. die Erhöhung beim der Öffentlichen Dienst ist für zwei Jahre, das macht also nur rund 2%. Und in vielen Branchen gab es einige Monate Nullrunden, bis die neuen Tarifverträge gültig wurden. Außerdem steigen zurzeit die Mieten in den Ballungsräumen, extrem an, was die Inflation für die Menschen da in die Höhe treibt. Was speziell die trifft, welch gerade bei der Familienplanung sind, oder im Anfangsstadium ihres Berufsleben. Was ist der Sinn hinter diesen Artikeln/Pressemeldungen? Mir kommt es vor, als ob solche Artikel zur Beruhigung der Menschen dienen, oder Stümper am Werk waren. Anders kann ich mir diese völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Zahlenangaben nicht mehr erklären.
2. erfreulich
Wanderfalke7 22.09.2015
Hallo, ich finde es gut, das dass Gehalt der Wenigergutverdienenden in letzter Zeit gestiegen ist. Auch wenn es wohl auf die Einführung des Mindestlohns zurückzuführten ist. Es ist sehr lange her, das im Niedriglohnbereich ein solches Wachstum zu verzeichen war. Verdiene selbst nur Mindestlohn und weiß wovon ich spreche. Herzliche Grüße!
3. Mit großem Erstaunen wird sich der Wähler an die Prognosen unserer wirtschaftlichen und politischen 'Elite' erinnern,
karljosef 22.09.2015
dass nach der Einführung des Mindestlohnes der wirtschaftliche Kollaps der deutschen Industrie folgen würde.
4.
gerd.leineune 22.09.2015
Zitat von mikeeckIn dem Artikel kommt es so herüber, ob diese Zahlen für dieses Jahr gelten, was aber nicht der Fall ist. Die meisten der Tarifsteigerungen sind für mehr als 12 Monate vorgesehen. Z.B. die Erhöhung beim der Öffentlichen Dienst ist für zwei Jahre, das macht also nur rund 2%. Und in vielen Branchen gab es einige Monate Nullrunden, bis die neuen Tarifverträge gültig wurden. Außerdem steigen zurzeit die Mieten in den Ballungsräumen, extrem an, was die Inflation für die Menschen da in die Höhe treibt. Was speziell die trifft, welch gerade bei der Familienplanung sind, oder im Anfangsstadium ihres Berufsleben. Was ist der Sinn hinter diesen Artikeln/Pressemeldungen? Mir kommt es vor, als ob solche Artikel zur Beruhigung der Menschen dienen, oder Stümper am Werk waren. Anders kann ich mir diese völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Zahlenangaben nicht mehr erklären.
An dem Artikel kann man recht gut sehen, wie es um die Wirtschaftskompetenz bei SpOn bestellt ist. Groß von Rekordtempo plöken, aber wenn´s vorher ständig Nullrunden gab, ist selbst 0,001 ein Rekordtempo. Wobei der Begriff Tempo ja implizieren würde, dass es sich um eine fortlaufende Steigerung handele. Dem ist ja nicht so. Dass Reallöhne auch immer im Zusammenhang mit dem Wirtschaftswachstum gesehen werden MÜSSEN, zwingend !, ist bei Spon offenbar auch nicht bekannt. Oder man hält den Mantel des Schweigens darüber. Medienkartelle halt.
5. Ich
karl-felix 22.09.2015
Zitat von Wanderfalke7Hallo, ich finde es gut, das dass Gehalt der Wenigergutverdienenden in letzter Zeit gestiegen ist. Auch wenn es wohl auf die Einführung des Mindestlohns zurückzuführten ist. Es ist sehr lange her, das im Niedriglohnbereich ein solches Wachstum zu verzeichen war. Verdiene selbst nur Mindestlohn und weiß wovon ich spreche. Herzliche Grüße!
finde das auch sehr gut. Insbesondere wenn die Schere zwischen arm du reich sich nicht mehr ganz so schnell öffnet und es eben keine Neiddebatte gibt. Keinem anderen wird etwas weggenommen .
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: