Recycling-Strategie EU-Kommission sagt Plastikmüll den Kampf an

26 Millionen Tonnen Plastik produziert die EU im Jahr, 70 Prozent davon landen auf Müllkippen oder werden verbrannt. Nun hat die EU-Kommission eine Strategie gegen den Abfall vorgestellt - allerdings ohne eine zuvor diskutierte Plastiksteuer.

Weggeworfene Plastiktüten (Symbolbild)
DPA

Weggeworfene Plastiktüten (Symbolbild)


Strohhalme, Plastikdeckel, Einwegbesteck: In der EU fallen jährlich rund 26 Millionen Tonnen an Plastikmüll an, nur 30 Prozent davon werden recycelt. Nun will die EU-Kommission mit neuen Strategien gegen den Plastikabfall vorgehen.

Die Behörde plant unter anderem, neue Regeln zu entwickeln, um Plastik leichter wiederverwertbar zu machen. Dazu sollen Kunststoffabfälle in ganz Europa möglichst sortenrein gesammelt werden. Zusätzlich will die Kommission Richtlinien entwickeln, um Wegwerfartikel und Einmalgegenstände bis 2030 zu reduzieren oder wiederverwertbar zu machen. Kosmetika und Waschmittel mit Plastikpartikeln zu versetzen, soll verboten werden.

Zudem sollen Abfallannahmestellen in Häfen vorgeschrieben werden - zwischen 20 und 40 Prozent des Plastiks im Meer stamme von Schiffen, so die Kommission. Nach Angaben der Bundesumweltministeriums schwimmen derzeit rund 142 Millionen Tonnen davon in den Weltmeeren.

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"Wir müssen verhindern, dass Plastik in unser Wasser, unser Essen und sogar unsere Körper kommt", sagte Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans. Zuvor hatten sich EU-Kommission, Europaparlament und Mitgliedstaaten bereits auf eine neue Abfallrichtlinie geeinigt, die die Recyclingraten für Verpackungen bis 2025 auf 65 und bis 2030 auf 70 Prozent in die Höhe schraubt.

Vergangene Woche hatte EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger auch eine Plastiksteuer ins Gespräch gebracht, die nun geprüft werden soll. In der Kommissionsstrategie taucht sie aber noch nicht auf. Dabei hatte Oettinger die Vorstellung der neuen Strategie mit der Frage angekündigt: "Werden wir eine Plastikabgabe vorschlagen?"

Der Verband kommunaler Unternehmen begrüßte die Initiative der Kommission. "Jetzt kommt es auf die Umsetzung an", sagte Vizepräsident Patrick Hasenkamp. "Je sortenreiner die verwendeten Kunststoffe sind, umso besser ist die Qualität der recycelten Stoffe." Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft, Peter Kurth, äußerte sich ähnlich.

Positives Echo kam auch von den europäischen Grünen sowie von Umweltverbänden wie NABU oder BUND. Der WWF mahnte jedoch: "Die EU muss schneller und deutlicher konkreter handeln, um unseren Anteil an der weltweiten Plastikflut zu stoppen."

ans/dpa



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