Norddeutschland Arbeitgeber wollen Geld von Beschäftigten für neuen Feiertag

Die vier norddeutschen Bundesländer wollen einen neuen Feiertag einführen. Die Arbeitgeber fordern, dass sich die Angestellten an den Kosten beteiligen.

Martin-Luther-Denkmal auf dem Marktplatz von Wittenberg (Sachsen-Anhalt)
DPA

Martin-Luther-Denkmal auf dem Marktplatz von Wittenberg (Sachsen-Anhalt)


In der Debatte über die Einführung eines zusätzlichen Feiertags in den norddeutschen Bundesländern verlangen die Arbeitgeber einen finanziellen Ausgleich durch die Beschäftigten.

In der "Bild"-Zeitung brachte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, eine Erhöhung ihres Beitrags zur Pflegeversicherung ins Spiel. Der Reformationstag am 31. Oktober ist neuer gesetzlicher Feiertag in Hamburg.

Kampeter verwies auf eine bundesgesetzliche Regelung, derzufolge der Beitrag der Arbeitnehmer zur Pflegeversicherung als Ausgleich für die Einführung eines zusätzlichen Feiertags um 0,5 Prozentpunkte steigen muss. Ein Sprecher des Bremer Senats wies diese Darstellung zurück.

Demnach greift dies nur, falls ein weiterer Feiertag immer auf einen Werktag fallen sollte. Bei dem im Norden favorisierten Reformationstag am 31. Oktober sei das aber nicht der Fall.

Die vier norddeutschen Länder Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Bremen haben gemeinsam die Einführung des neuen Feiertags angestrebt, um ein Ungleichgewicht zu den übrigen Ländern zu beseitigen. Die Landtage von Schleswig-Holstein und Hamburg machten den Reformationstag bereits zum Feiertag, in Niedersachsen und Bremen steht das noch aus.



insgesamt 68 Beiträge
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erst-denken 10.04.2018
1. Was ist in Süddeutschland
Süddeutschland hat grundsätzlich mehr Feiertage als Norddeutschland. Die Anzahl der Feiertage scheint also nichts mit der Produktivität zu tun zu haben, ansonsten wären die Augsburger die Unproduktivsten aller in Deutschland. Und dann müssten die Bayern grundsätzlich mehr in die Pflegeversicherung einzahlen. Es geht doch nur darum, den Arbeitnehmern in Norddeutschland einen (sic!) Feiertag mehr zu gönnen, denn die Versprechungen der Inustrie, als die Feiertage nach und nach in Norddeutschland abgeschafft worden sind haben sich nicht bewahrheitet. Aber für Arbeitgeber scheint die Kuh noch nicht ausreichend ausgewrungen zu sein. Aber auch in der Zahl der Feiertag sollte es in Deutschland gleichwertige Lebensverhältnisse geben.
bigroyaleddi 10.04.2018
2. So so, die Arbeitnehmer sollen also ...
... für diesen Feiertag zahlen. Ist dnn dem Herrn Kampeter eigentlich schon mal aufgefallen, dass ausgerechnet jene Bundesländer, welche die meisten Feiertage haben, gleichzeitig auch die wirtschaftlich prosperierensten sind? Wenn ich von Niedersachsen nach Bayern wg. Arbeit umziehe habe ich automatisch und für omme 3 (in Worten DREI) freie Tage mehr. Die Forderung müsste eigentlich heissen, her mit den Feiertagen im Norden, damit das hier genauso brummt wie im Süden und Südwesten!
effing 10.04.2018
3.
Was heißt hier "Ungleichgewicht beseitigen"?! Das Ungleichgewicht wird gerade einmal ein kleines bisschen verringert. Die Bayern haben nach wie vor eine volle Arbeitswoche mehr an freien Tagen!
ayberger 10.04.2018
4. Völlig richtig,
in Deutschland wirdohnehin schon am wenigsten gearbeitet und es gibt lange Urlaube, warum soll die Wirtaschaft einen zusätzlichen bezahlten Feiertag gewähren, man sollte überhaupt - abgesehen vom 1.1., 1.5. und 3.10. alle kirchlichen Feiertage abschaffen, diese dem Urlaub zuschlagen und es jedem überlassen, wann er seinen "Feiertag" nehmen möchte ...
hausbrecher 10.04.2018
5. Sparpotential
also - entweder jeder Arbeitnehmer bekommt die Wahl, ob er frei haben möchte (und dafür zahlen) oder nicht. Noch besser - in der Logik - alle kirchlichen Feiertage werden gestrichen, dann müsst der AN bei der Pflegeversicherung ja noch etwas heraus bekommen (bei 0,5 % für 1 Tag frei Mehrbeitrag...)
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