EU-Haushalt Deutsche reagieren skeptisch auf Macrons Reformpläne

Ein gemeinsamer Haushalt für die Eurozone, ein gemeinsamer Finanzminister: Die Mehrheit der Deutschen lehnt Macrons Reformpläne ab.

Emmanuel Macron
REUTERS

Emmanuel Macron


Die Reformpläne des französischen Präsidenten Emmanuel Macron für die Haushaltspolitik der Europäischen Union gehen dem Großteil der deutschen Bevölkerung zu weit. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor.

Den Vorschlag Macrons, einen gemeinsamen Haushalt für die Eurozone einzurichten, lehnen 45 Prozent der Deutschen ab. Dafür sind nur 23 Prozent. Auch einen gemeinsamen Finanzminister für die Eurozonenländer, wie Macron ihn vorschlägt, lehnen 37 Prozent ab, 30 Prozent stimmen dem zu.

Auf deutlich mehr Zustimmung stoßen Vorschläge Macrons zur Asyl- und Steuerpolitik. So unterstützen 69 Prozent eine Angleichung der Einwanderungsgesetze. Eine europäische Asylbehörde finden 60 Prozent gut. Ebenso befürworten es 54 Prozent der Befragten, in den Mitgliedsstaaten gleiche Unternehmenssteuersätze zu etablieren. 47 Prozent stimmen dem Vorschlag zu, eine europaweite Steuer auf Finanztransaktionen einzuführen.

Das übergeordnete Ziel von Macrons Vorschlägen, die Stärkung der EU und das Zusammenwachsen der Mitgliedstaaten, befürworten 40 Prozent, 33 Prozent sind dagegen.

Das Meinungsforschungsinstitut YouGov befragte im Zeitraum vom 29.9. bis zum 3.10.2017 1.011 repräsentativ ausgesuchte Personen in Deutschland ab 18 Jahren in einer geschlossenen Online-Umfrage.

ire/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.