Regeln gegen Schwarzgeld: Schweiz sagt sich von Steuersündern los
Die Schweizer Banken müssen sich auf härtere Regelungen gegen Schwarzgeld einstellen: Die Regierung in Bern schwört den Geschäften mit Steuersündern ab. Ganz freiwillig kam diese Strategie nicht zustande.
Bern - Die Schweizer Regierung hat ein neues Motto ausgegeben: Weißgeld statt Schwarzgeld. Die Eidgenossen wollen ihren Ruf als Hort für Steuersünder loswerden. Dafür sollen die Banken des Landes künftig gesetzlich zu Maßnahmen verpflichtet werden, die den Zufluss von unversteuertem Geld unterbinden oder zumindest erheblich erschweren.
Der Bundesrat werde den Banken entsprechende Sorgfaltspflichten auferlegen, kündigte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf an. Denkbar sei unter anderem, dass ausländische Kunden künftig verbindlich erklären müssen, dass Gelder, die sie in der Schweiz anlegen wollen, in ihren Heimatländern ordnungsgemäß versteuert worden sind.
Zudem sollen die Banken neue Kundengelder kritischer prüfen. "Wenn ein Kunde ein auffallendes Muster hat, dann muss da genau hingeschaut werden", sagte Widmer-Schlumpf. Einzelheiten müssten allerdings erst noch festgelegt werden. Konkrete Beschlüsse zur Weißgeldstrategie sollen bis September vorbereitet werden.
Dank des Bankgeheimnisses haben gerade kleinere Schweizer Privatbanken jahrzehntelang gut an ausländischen Kunden verdient, die ihr Geld vor den heimischen Steuerbehörden verbargen. Doch der Druck der USA und europäischer Länder, die Steueroase auszutrocknen, nahm zuletzt weiter zu.
Dass die Schweizer Regierung Tempo macht, hat auch mit diesem Druck von außen zu tun. Die Beilegung des Steuerstreits mit anderen Ländern habe Priorität, sagte Widmer-Schlumpf.
Die US-Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mindestens elf Schweizer Banken wegen des Verdachts auf Beihilfe oder gar Anstiftung zur Steuerhinterziehung durch vermögende US-Bürger. Mit Deutschland und Großbritannien wurden bereits Steuerabkommen vereinbart. Sie sind allerdings noch nicht rechtskräftig.
mmq/Reuters/dpa
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