Berlin - Die Bundesregierung erwägt eine Abwrackprämie für alte Öl- und Gasheizungen. Entsprechende Pläne befänden sich derzeit in der Ressortabstimmung, sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) dem Radiosender Bayern 2. Details nannte er nicht. Es sei auch "gar nicht klar, ob und wie solche bestimmten Regelungen kommen", schränkte Altmaier ein. Es sei eine Frage, bei der "mehr als ein Ministerium beteiligt" sei.
Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, dass ein Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes Hauseigentümern eine Einmalprämie verspreche, wenn sie ihre alte Öl- oder Gasheizung gegen eine neue Anlage tauschen. Finanziert werden solle dies über eine Abgabe von Heizöl- und Gashändlern.
Die deutsche Heizungswirtschaft (VdZ) forderte bereits 2009 eine solche Prämie für alte Heizungen. Es werde in Deutschland noch zu häufig mit veralteter Technik geheizt, die unnötig viel Energie verbrauche und Kosten verursache, lautete die Begründung des Branchenverbandes der Heizungsbauer.
Der "Bild"-Zeitung zufolge heizen 30 Millionen Haushalte in Deutschland mit Gas oder Öl. Das sind 75 Prozent. Heizöl ist derzeit so teuer wie seit vier Jahren nicht mehr. Im bundesweiten Durchschnitt kosteten 100 Liter am Donnerstag mehr als 95 Euro. Das Allzeithoch lag 2008 bei rund 98 Euro.
Grund für die hohen Preise sind der Rohölpreis und Aufschläge der Raffinerien. Wer sich noch nicht für den kommenden Winter eingedeckt hat, sollte nun sehr genau auf die Entwicklung des Heizölpreises achten. Gut möglich, dass er in den kommenden Wochen noch einmal etwas sinkt.
Bereits heute fördert die Bundesregierung moderne Heizungsanlagen: Wer Solarkollektoren auf dem Dach hat, kann demnach alte Heizkessel durch moderne und sparsamere Öl- oder Gasbrennwertkessel ersetzen und dafür Steuergelder kassieren. Die Subventionen werden nicht mit Fördergeldern für Erdöl oder Erdgas finanziert - gezahlt wird aus einem Topf für erneuerbare Energien.
Der Deutsche Mieterbund warnt davor, dass die Händler die Kosten direkt an die Verbraucher weitergeben. "Das macht das Wohnen noch teurer", sagte der Bundesdirektor des Mieterbunds, Lukas Siebenkotten, der "Bild"-Zeitung. Der Präsident des Eigentümerverbands Haus & Grund, Rolf Kornemann, sagte dem Blatt: "Solche Fördermodelle sind nichts anderes als eine Strafsteuer für Öl und Gas."
Eine unabhängige Analyse zum Heizölmarkt finden Sie hier.
cte/dapd/dpa-AFX
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Staat & Soziales | RSS |
| alles zum Thema Erdöl | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH