Angst vor Technologie-Abfluss Regierung will Firmenkäufe durch Chinesen erschweren

2017 haben chinesische Investoren so viel Geld wie noch nie für deutsche Unternehmen ausgegeben. Die Bundesregierung will einheimische Firmen nun mit schärferen EU-Gesetzen vor Käufern aus Fernost schützen.

Produktion beim Roboterbauers Kuka in Augsburg: Übernahmen "notfalls untersagen"
DPA

Produktion beim Roboterbauers Kuka in Augsburg: Übernahmen "notfalls untersagen"


Es sei dringend nötig, noch in diesem Jahr entsprechende Regelungen zu bekommen, um Übernahmefantasien sowie Technologie- und Know-how-Abfluss wirksam entgegenzutreten, sagte Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, der Zeitung "Welt am Sonntag".

Wenn Deutschland und Europa auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich und innovativ sein wollen, müsse die Regierung die Möglichkeit haben, staatlich gelenkte, strategische Firmenübernahmen anderer Staaten genauer unter die Lupe zu nehmen und notfalls auch untersagen zu dürfen.

Die Europäische Union sei mit ihren innovativen Unternehmen weltweit attraktiv, sagte Machnig. Firmenübernahmen nähmen zu, oft unter marktverzerrenden Finanzierungsbedingungen. Deutschland habe daher eine Initiative angestoßen, um im Rahmen der EU ausländische Direktinvestitionen genauer kontrollieren zu können. Eine entsprechende Gesetzgebung sei zusammen mit Frankreich und Italien auf den Weg gebracht worden, sagte Machnig. Sie befinde sich im Parlament.

itz/dpa

insgesamt 36 Beiträge
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ichsagwas 28.01.2018
1. Warum erst jetzt ?
Das ist doch nichts Neues - warum erst jetzt ? So wie die EU seit Jahren das Treiben der Großkonzerne und den Geldabflüsse in die Steueroasen geduldet hat, haben sie auch beim Technologieabfluss gen China zugeschaut. Solange der (hauptsächlich deutsche) Export brummte, meinte man, nichts unternehmen zu dürfen, was ihn hemmen könnte. Langfristig betrachtet keine gute Strategie. Einiges Tafelsilber ist schon weg. Unwiderbringlich.
Worldwatch 28.01.2018
2. Die Bundesregierung will ...
... einheimische Firmen nun mit schärferen EU-Gesetzen vor Käufern aus*Fernost schützen. Was aber, wenn die einheimischen Unternehmen genau das aber gar nicht wollen? Die Bundesregierung ist kein deutscher Unternehmer, noch Handlungsbevollmaechtigter für Deutsche Unternehmen.
nikklas01 28.01.2018
3. Diese....
....Erkenntnis kommt (fast) zu spät. Das Beispiel "Kuka" war für mich schon unglaublich. Höchste deutsche Ingenieurskunst in die Hände der Weltmeister des Plagiats. Verantwortungslos.
Nachtheinigte 28.01.2018
4. China
Aber Aber, wo bleibt das "Freie Spiel" der Kräfte? Und es stimmt die Bundesregierung ist ja kein Unternehmer. Man sieht dIe freie Marktwirtschaft wird immer dann ins Spiel gebracht, wenn es darum geht irgendwelche staatlichen Eingriffe im Inland abzuwehren. Aber hier wird aus vermeintlichen und ideologischen Gründen nun doch eingegriffen werden. Ganz nebenbei, damit werden die Chinesen nicht aufzuhalten sein.
clausde 28.01.2018
5.
Immer dann wenn es die Möglichkeit gibt etwas zu verhindern, kann eine Zustimmung aus unterschiedlichem Interesse geleitet sein. Das gesamte Spektrum der Beeinflußung steht damit zur Verfügung. Wer Technologieabfluß verhindern will, der kann auch an anderer Stelle beginnen. Patentrechercheure verdienen seit Jahrzehnten ihr Geld mit Auftraggebern aus Fernost. Wohlwissend, dass diese deutsche und europäische Patente schlicht ohne Lizensierung nachbauen. Ein Grund warum Firmen ihre Innovationen im Tresor liegen lassen und nicht als Patent anmelden. Sofern diese Entwicklungen nicht leicht zu erkennen oder zu analysieren sind. Hilft natürlich nicht wenn die Firma gekauft wird. Es gäbe viel mehr zu tun um Technologieabfluss zu verhindern, als plakative Absichtserklärungen.
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