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Regulierung der Finanzmärkte: Notenbanken bilden Anti-Krisen-Allianz

Die Notenbanken bereiten den Weg für die Regulierung der Finanzmärkte, die Währungshüter haben sich auf neue Vorschläge zur Krisenabwehr geeinigt. Geldkonzerne müssen ihre Geschäfte damit künftig besser absichern - entscheiden muss jetzt der G-20-Gipfel Ende des Monats.

Händler an der Wall Street: Banken sollen strengere Vorgaben erfüllen Zur Großansicht
REUTERS

Händler an der Wall Street: Banken sollen strengere Vorgaben erfüllen

Basel - Die weltweit führenden Zentralbanken haben strengere Regeln für die Aufsicht von Finanzinstituten vorgeschlagen. Demnach sollen Banken mehr Geld als Puffer für Krisenzeiten zurücklegen und Obergrenzen für eine Schuldenaufnahme erhalten.

Die Vorgaben sollten helfen, wirtschaftliche und finanzielle Belastungen zu verhindern oder zumindest abzumildern, erklärte der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht am Sonntagabend. Bis Jahresende sollen die Vorschläge abschließend ausgearbeitet sein. "Die heutige Einigung unter den 27 führenden Ländern der Welt ist deshalb entscheidend, weil sie neue Standards für die Bankenregulierung und Aufsicht auf einer globalen Ebene setzt", erklärte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet als Ausschussvorsitzender.

Die Vorschläge beinhalten neben höheren Kapitalanforderungen und Verschuldungsgrenzen Mindestanforderungen für die Liquidität bei Finanzierungsgeschäften und Rahmenbedingungen, um die Anfälligkeit von Banken bei Wirtschaftskrisen zu verringern. Zudem werden zusätzliche Kapitalanforderungen für systemrelevante Banken erwogen, um die Risiken für den internationalen Finanzmarkt einzudämmen.

Warmlaufen für Pittsburgh

Erst am Samstag hatten die Finanzminister und Zentralbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer strengere Eigenkapitalregeln und größere Risikopuffer empfohlen, um weitere Bankenzusammenbrüche zu verhindern. Mit ihren Beschlüssen legen die Finanzexperten den Fahrplan für den Weltfinanzgipfel Ende des Monats in Pittsburgh fest.

Den bisher größten Anlauf für eine weltweite Einigung zur Bankenregulierung gab es im April beim G-20-Gipfel in London. Die Staats- und Regierungschefs beschlossen damals schärfere Risikoregeln für Banken und die Schaffung unabhängiger Rating-Agenturen zur Bewertung von Finanzprodukten. Und den Grundsatz: Kein Finanzprodukt darf unreguliert sein.

Doch bisher sind dies nur Absichten, umgesetzt ist kaum etwas davon. "Bis jetzt gab es bei der Bankenregulierung einen Totalausfall der internationalen Kooperation", sagt Henrik Enderlein, Professor für politische Ökonomie an der Hertie School of Governance in Berlin. Auch für den G-20-Gipfel deutet sich an, dass die USA und Großbritannien mit ihren großen Finanzsektoren sich gegen Reformen sperren. "Ich habe sehr wenig Hoffnung mit Blick auf Pittsburgh", sagt Enderlein.

mik/Reuters/AFP

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Forum - Reform der Finanzmärkte - Ist die Politik auf dem richtigen Weg?
insgesamt 160 Beiträge
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1.
henningr 19.06.2009
Zitat von sysopDer Großumbau hat begonnen: Sowohl die USA als auch Europa legen ihre Konzepte für die Neu-Regulierung der Finanzmärkte vor. Doch Beobachter sind skeptisch. Ist die Politik auf dem richtigen Weg? Diskutieren Sie mit!
Nur Schein, kein Sein.
2.
Pinarello, 19.06.2009
Dringend geboten ist nicht eine Regulierung dieser Luftblasenverkäufer, sondern die komplette Strangulierung, es muß endgültig Schluß damit sein, mit Geld einfachso Geld machen zu können, wie das abläuft und eben nicht funktioniert haben ja die letzten Jahre bewiesen, also Schluß, Ende Aus. Auch ein Herr Ackermann wird mit nur ein paar Prozente Rendite zufrieden sein müssen, denn anders funktioniert es nicht und bringt die Gesellschaft geradewegs in den Abgrund. Man schaue sich nur mal die ganzen Finanzblasen der letzten 10 Jahre an.
3.
Alex066 19.06.2009
Zitat von PinarelloDringend geboten ist nicht eine Regulierung dieser Luftblasenverkäufer, sondern die komplette Strangulierung, es muß endgültig Schluß damit sein, mit Geld einfachso Geld machen zu können, wie das abläuft und eben nicht funktioniert haben ja die letzten Jahre bewiesen, also Schluß, Ende Aus. Auch ein Herr Ackermann wird mit nur ein paar Prozente Rendite zufrieden sein müssen, denn anders funktioniert es nicht und bringt die Gesellschaft geradewegs in den Abgrund. Man schaue sich nur mal die ganzen Finanzblasen der letzten 10 Jahre an.
Blödsinn, die Renditen sagen gar nichts aus, solange das Grundproblem, nämlich die Möglichkeit Geld aus dem Nichts zu schaffen, angegangen wird, wird es solche Blasen immer wieder geben. Das allerdings wird natürlich nicht geschehen, stellt das Geldmonopol doch eine Macht des Staates dar. Die ganzen Regulierungen werden absolut nichts bringen, allerhöchstens dem Steuerzahler viel Geld kosten.
4. Kein Wille
monokultur 19.06.2009
Wieso muss man die unterschiedlichen "Geschäftsmodelle" von Hedgefonds prüfen, um sie zu regeln? LTCM und Co. sind volkswirtschaftlich VÖLLIG UNNÖTIGE Einrichtungen, die ausschließlich der kurzfrisitgen Renditemaximierung von Großanlegern dient. Ebenso wie Private Equity die Nachhaltigkeit und den soziale Frieden ohne Rücksicht auf Verluste hinten anstellen und ganze Unternehmen schlicht ausbluten lassen. Um das zu regeln, muss man nicht jedes einzelne Geschäft berücksichtigen. Diese "Anlageformen" gehören verboten. Ausnahmslos. Wir bosseln hier an Kinkerlitzschen rum, während der Hunger wieder zunimmt, unsere Energieprobleme nicht gelöst werden, etc. Hauptsache die Rendite der Kasinospieler wird möglichst nicht durch zuviel Störfeuer beeinträchtigt. Was für ein DUMMES System, was für dumme Politiker die vor der Lobby der Gierigen einknicken und am Ende das Auseinanderdriften der Gesellschaft bis zum sozialen Bruch in Kauf nehmen. Es waren reihenweise BÜRGERLICHE Antidemokraten, die der Weimarer Republik den Todesstoß versetzt haben und Hitler an die Macht hofierten. Und am Ende stimmte die Rendite ja. Ist ja einem Krupp und einem Quandt egal, womit das Geld in die Kasse gespült wird. Ist das Besitzbürgertum der wahre Feind der Demokratie? Die Frage sollten wir beantworten. Gruß mono
5. Monopol des Staates?
monokultur 19.06.2009
Zitat von Alex066Blödsinn, die Renditen sagen gar nichts aus, solange das Grundproblem, nämlich die Möglichkeit Geld aus dem Nichts zu schaffen, angegangen wird, wird es solche Blasen immer wieder geben. Das allerdings wird natürlich nicht geschehen, stellt das Geldmonopol doch eine Macht des Staates dar. Die ganzen Regulierungen werden absolut nichts bringen, allerhöchstens dem Steuerzahler viel Geld kosten.
Wo hat der Staat des Monopol über die Geldschöpfung? Bei der FED nicht, bei der EZB nicht... Es ist ja grade nicht der Staat, gerade nicht die Bürger die das Monopol über die Währung haben. Es sind davon unabhängige Zentralbanken und im viel größeren Umfang die Geschäftsbanken mit ihrer kreditorischen Geldschöpfung. Und die Renditen sagen eine ganze Menge aus. Die "Finanzinnovationen" werden ja gerade erfunden, weil die normale realwirtschaftliche Investition nicht so hohe und vor allem nicht so schnelle Rendite abwirft. Bitte keine Verschwörungstheorien. Ist simple Volkswirtschaft. Ist schon vor 150 Jahren hervorragend beschrieben worden, wie es abläuft. Auch wenn der Urheber leider durch einfältige und zur Geisteskrankheit neigende Kommunisten diskreditiert wurde.
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