Reichtumsstudie Weltweites Vermögen wächst auf 169 Billionen Euro

Das weltweite Vermögen ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Wie eine Studie zeigt, sind Amerikaner und Schweizer im Schnitt die Reichsten. Deutschland liegt auf Platz 18.

Zürich: In der Schweiz sind die Vermögen besonders hoch
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Zürich: In der Schweiz sind die Vermögen besonders hoch


Der Boom an den Börsen hat den Reichtum weltweit weiter genährt. Nach Berechnungen des Versicherungskonzerns Allianz stieg das globale Brutto-Geldvermögen im vergangenen Jahr um 7,1 Prozent auf 169,2 Billionen Euro. Der Anstieg war damit deutlich stärker als 2015 (4,7 Prozent).

Die Autoren des Allianz Global Wealth Reports haben 53 Länder untersucht. Berücksichtigt werden beim Brutto-Geldvermögen dabei

  • Bankeinlagen,
  • Wertpapiere
  • sowie Versicherungen und Pensionsfonds.

Der Großteil des Zuwachses im vergangenen Jahr geht auf Wertveränderungen bei Aktien und Anleihen zurück.

Die Grafik zeigt: In den vergangenen zehn Jahren sind die Geldvermögen jedes Jahr gewachsen - mit einer Ausnahme: 2008 sorgte die Finanzkrise dafür, dass es um 8,4 Prozent nach unten ging. Dieser kleine Absturz war aber bereits 2010 wieder mehr als wettgemacht.

Das stärkste Vermögenswachstum verzeichneten im vergangenen Jahr die sogenannten Schwellenländer - und darunter vor allem China. Allein 30 Prozent des weltweiten Vermögenswachstums war 2016 auf die Volksrepublik zurückzuführen.

Mit den Vermögen wachsen allerdings auch die Schulden der privaten Haushalte. Sie stiegen 2016 weltweit um 5,5 Prozent - so schnell wie zuletzt im Jahr 2007, als die Finanzkrise begann. Besonders schnell wuchsen die Schulden diesmal aber vor allem in Asien, wo sie um knapp 17 Prozent zulegten. Von den weltweit 40,6 Billionen Euro privaten Verbindlichkeiten entfallen damit schon fast 20 Prozent auf die Region. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch weniger als 7 Prozent.

Zieht man die Schulden vom Brutto-Geldvermögen ab, erhält man das Netto-Geldvermögen. Auch hier gab es Ende 2016 ein neues Rekordhoch von 128,5 Billionen Euro.

Reiches Nordamerika, armes Osteuropa

Obwohl Asien insgesamt aufholt, sind die Vermögen weltweit immer noch sehr ungleich verteilt: Während jeder Nordamerikaner netto im Schnitt über 168.130 Euro verfügt, kommen Osteuropäer gerade mal auf 4150 Euro. Afrika, der ärmste Kontinent, ist in der Studie nicht erfasst.

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Im Länderranking liegt Deutschland weltweit beim Durchschnittsvermögen pro Kopf mit knapp 50.000 Euro nur auf Rang 18 - hinter vielen europäischen Nachbarländern wie Dänemark, Belgien, Österreich oder Frankreich. Ganz vorne sind die Amerikaner mit 177.000 Euro pro Kopf, dicht gefolgt von den Schweizern mit knapp 176.000 Euro.

Betrachtet man nicht das Durchschnittsvermögen, sondern den sogenannten Median, also den mittleren Wert, liegt die Schweiz sogar ganz vorne. Deutschland ist in dieser Rechnung nicht mal unter den ersten 20.

Das sagt auch etwas über die Verteilungsgerechtigkeit innerhalb der Länder aus. Der Median ist nämlich der Wert, der genau in der Mitte liegt - die eine Hälfte hat mehr, die andere weniger. Wenn also einige wenige Menschen sehr viel höhere Vermögen besitzen als der Rest der Bevölkerung, wie etwa in den USA, treibt das den Durchschnitt deutlich nach oben. Für den Median ändert es dagegen nichts. Ein großer Abstand zwischen Durchschnitt und Median deutet deshalb auf eine eher ungerechte Vermögensverteilung innerhalb der Länder hin. In der oben gezeigten Grafik können Sie zwischen Median- und Durchschnittsbetrachtung hin und her schalten.

Von einer als gerecht empfundenen Vermögensverteilung ist die Welt laut der Allianz-Studie ohnehin noch weit entfernt: Die reichsten zehn Prozent besitzen demnach immer noch 79 Prozent des Netto-Geldvermögens. Allerdings waren es im Jahr 2000 sogar noch 91 Prozent. Der Trend geht zumindest in Richtung einer etwas gleichmäßigeren Verteilung.

stk



insgesamt 232 Beiträge
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darkmattenergy 27.09.2017
1. Warum halten Deutsche Regierungen ihre Bürger so vergleichsweise arm?
Ungeachtet aller wirtschaftlichen Erfolge Deutschlands - die ja weltweit keineswegs nur bewundert werden, sondern nicht selten sogar in der Kritik stehen, unangemessen groß zu sein. Wohin verschiebt und verschleudert unser Staat diese Gewinne (konkreter: die dafür kassierten Steuern), nachdem sie offenbar nicht einmal ansatzweise in verdienter Höhe in die Taschen derjenigen, die sie mit ihrer Arbeitsleistung erwirtschaftet haben gelangen?
sanctum 27.09.2017
2.
So siehts aus, die Franzosen und Italiener sind reicher als wir. Das haben bereits die EZB Studien der letzten Jahre belegt. Wäre schön wenn das die Bundesregierung auch mal mitkriegt. Aber Deutschland geht es gut und umverteilt wird immer gerne über absurd hohe Steuern und Abgaben!
timtonic 27.09.2017
3. Median
Zitat: "Ein großer Abstand zwischen Durchschnitt und Median deutet deshalb auf eine eher ungerechte Vermögensverteilung innerhalb der Länder hin." Danke dafür, dass dieser Zusammenhang mal erklärt wird. In Statistiken steckt nämlich, entgegen der landläufigen Meinung, sehr viel Wahrheit, man muss sie nur lesen können. Besonders auffällig ist das Verhältnis in den USA: 177T Durchschnitt zu 28T Median. Übel!
Neapolitaner 27.09.2017
4. Bei dem riesigen deutschen Exportüberschuss
würde man erwarten, dass D. auf einem der ganz vorderen Plätze ist. Vergleichbar vllt. nicht mit der Schweiz, aber doch mit Schweden. Der Exportüberschuss besteht auch nicht erst seit einem Jahr. Wenn der Export keinen Vermögenszuwachs bringt, warum macht man ihn dann? Beschäftigungstherapie? Andererseits muss der Exportüberschuss , also das monetäre Äquivalent der exportierten Wertschöpfung, irgendwo bleiben. Wenn nicht im Inland, wo dann? Es wäre doch eine schöne Aufgabe für unsere Starökonomen, das zu erklären; auf Antworten wäre ich gespannt.
glise 27.09.2017
5.
Gesamtgeldvermögen und Gesamtschulden sind immer so augeteilt, dass der Anteil an Schulden immer etwas größer ist als die Vermögen. Und zwar ist das der Zinsanteil, der in jedem Kreditgeschäft steckt. Ein "postivites Geld", welches ohne Schuldbuchung entsteht exisitiert nicht. Überhaupt entsteht dadurch erst Wettbewerb, nämlich indem man die Menschen immer um die Rückzahlung der Schulden + Zinsen kämpfen lässt, die systemisch bedingt nie komplett möglich ist. Ein Wirtschaftteilnehmer muss dem anderen das Geld wegnehmen. Am Ende bleiben immer noch die Zinsen übrig. Mindestens ein Teilnehmer ist dann der Dumme, wie bei der berühmten Reise nach Jerusalem. Da man die Leute nicht verrecken lassen kann - zumindeste vorerst - wird einfach immer neues neues Geld sprich Schulden ins System gepumpt. Praktisch alle Konflikte, Kriege, Terror, Interessenvertretungen exisistieren nur aufgrund dieses Schneeballsystems
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