CDU-Ministerpräsident Sanftes Braunkohle-Aus kostet 60 Milliarden Euro

Der Wegfall von Zehntausenden Arbeitsplätzen in der Braunkohleförderung wird teuer: Laut Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff werden dafür mindestens 60 Milliarden Euro gebraucht.

Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU)
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Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU)


Um den Ausstieg aus der Braunkohle für die Beschäftigten sozialverträglich zu gestalten, werden Industrie und öffentliche Hand nach Einschätzung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff mindestens 60 Milliarden Euro brauchen. Diese Summe sei für den Aufbau von Ersatzarbeitsplätzen und eine Verbesserung der Infrastruktur nötig, sagte der CDU-Politiker am Rande eines Treffens der Kohlekommission.

Der Bund stellte zunächst 1,5 Milliarden Euro an Hilfen für die drei deutschen Kohlereviere in Aussicht. Die Kohlekommission kam in Halle zum ersten von drei geplanten Vor-Ort-Terminen zusammen und hörte betroffene Unternehmen, Initiativen und Verbände aus dem Mitteldeutschen Revier an.

Fahrplan für Kohle-Aus

Die Kommission soll bis Jahresende einen Fahrplan für ein Kohle-Aus festlegen. Der Wegfall von Zehntausenden Jobs soll durch konkrete Projekte und Ansiedlungen kompensiert werden.

Es sei entscheidend, neue Industriejobs in der Region zu schaffen, sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD). Zudem sollte die Forschung und Entwicklung gestärkt werden. Eine Idee sei, an der Universität Halle ein interdisziplinäres Zentrum zur Erforschung des Strukturwandels einzurichten.

Der Chemiestandort sei eng mit dem Kohleabbau in den Tagebauen in Sachsen-Anhalt und im Westen Sachsens verknüpft, sagte der Oberbürgermeister von Halle, Bernd Wiegand (parteilos).

Die heimischen Vertreter verwiesen darauf, dass die Menschen im Mitteldeutschen Revier bereits Anfang der Neunzigerjahre die Folgen eines übereilten Strukturwandels erlebt hätten. Knapp 60.000 Menschen arbeiteten damals in der Region im Bergbau, sagte Willingmann. Heute hingen noch 5500 Jobs an der Kohle.

Am 11. Oktober will das Gremium mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Umweltverbänden in die Lausitz gehen, am 24. Oktober ins Rheinische Revier.

cop/dpa



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