Rekordhoch: 26 Millionen Menschen in Europa haben keinen Job

Die Arbeitslosigkeit in Europa bleibt auf einem Rekordhoch: In der Euro-Zone lag die Arbeitslosenquote im Dezember bei 11,7 Prozent - der höchste jemals gemessene Wert. Eine kleine Hoffnung gibt es aber: Die Wirtschaftsstimmung hellte sich zu Beginn des Jahres deutlich auf.

Arbeitslose in Spanien: Jeder zweite Jugendliche ohne Job Zur Großansicht
AP

Arbeitslose in Spanien: Jeder zweite Jugendliche ohne Job

Luxemburg - Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone hat sich auf hohem Niveau festgesetzt. Im Dezember lag die Arbeitslosenquote wie im Vormonat bei 11,7 Prozent, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Das ist der höchste jemals gemessene Wert. Die Quote für November wurde leicht um 0,1 Punkte nach unten korrigiert. Die Quote für alle 27 EU-Länder liegt einen Prozentpunkt niedriger.

Auch in absoluten Zahlen stagnierte die Arbeitslosigkeit auf einem Rekordhoch. Derzeit sind im Euro-Raum rund 18,8 Millionen Menschen ohne Beschäftigung, in der Europäischen Union insgesamt sind es knapp 26 Millionen Arbeitslose. Die günstigste Arbeitsmarktlage weisen derzeit Österreich, Deutschland und Luxemburg auf. Am höchsten ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor in Griechenland und Spanien. Dort ist etwa jeder vierte arbeitslos, von den Jugendlichen unter 25 Jahren hat sogar jeder zweite keinen Job.

Wegen der schwachen Konjunktur in vielen Staaten der Euro-Zone steigen die Preise deutlich langsamer als in den Vorjahren: Im Januar ist die jährliche Inflationsrate laut Eurostat von 2,2 Prozent im Vormonat auf 2,0 Prozent gesunken. Das ist die niedrigste Rate seit November 2010. Mit dem jüngsten Rückgang nähert sich die Inflationsrate dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig eine Rate von knapp zwei Prozent anstrebt. Wegen der schwachen Wirtschaftsentwicklung rechnet die Notenbank damit, dass die Inflationsrate in diesem Jahr wieder unter die Schwelle von zwei Prozent sinken wird.

Stimmung in der Wirtschaft hellt sich auf

Positive Signale kommen aus der Wirtschaft in der Euro-Zone: Die Stimmung wird überraschend besser. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie ist im Januar auf 47,9 Punkte gestiegen, von 46,1 Punkten im Vormonat, wie das Forschungsunternehmen Markit am Freitag mitteilte.

In Deutschland hellte sich die Stimmung deutlich stärker auf als erwartet. Nach 46,0 Punkten im Vormonat meldete das Forschungsunternehmen für Januar 49,8 Punkte. Völlig anders zeigte sich dagegen die Stimmungslage in Frankreichs Industrie: Der französische Indikator trübte sich nach den endgültigen Daten ein. Er sank von 44,6 Punkten im Dezember auf 42,9 Zähler.

In den Krisenstaaten Spanien und Italien verlief die Entwicklung zu Beginn des neuen Jahres überraschend positiv. In beiden Euro-Ländern hellte sich die Stimmung der Industrie-Einkaufsmanager stärker auf als erwartet. Weder in Italien noch in Spanien wird eine Erstschätzung durchgeführt.

nck/dpa/AFP

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Rekordarbeitslosigkeit bei sich aufhellender Stimmung?
Dr.pol.Emik 01.02.2013
Was ist denn jetzt faul im Staate? Möchte man dem Leser weismachen, auch wenn es im Moment alles trübe aussieht, bitte die Hoffnung nicht verlieren? Bei weiter sinkenden Löhnen und Überangebot an Arbeitskraft lässt sich besser wirtschaften und dann geht es uns allen wieder gut? Nun gut, dem Trugschluss mag ich nicht folgen und auch der dürftig ausgemalten Aufhellungsstimmungsmache. Das ist in etwas so, als würde man folgendes postulieren: *Hartz IV Bezieher leben gesünder* (http://qpress.de/2013/01/26/hartz-iv-bezieher-leben-gesunder/) … das ist aber als Satire ausgepreist, der hiesige Artikel nicht. Begründen kann man also immer alles in jede Richtung, nur ob es dann besser wird, das steht nicht nur in den Sternen. Eher geht es wohl weiter bergab, denn das Finanzsystem ächzt und muss zwangsläufig immer mehr Mittel verschlucken damit die Zinslasten auch abgesaugt werden können. Die, sind anders als die Masse Mensch nämlich nicht disponibel. Kranke, verkehrte Welt muss man da konstatieren.
2. Europa oder EU?
ovoso 01.02.2013
Wieso wird dauernd in den Überschriften die EU als ganz Europa hingestellt? Im Artikel geht es doch eindeutig nur um die zumeist westeuropäische EU. Osteuropa und der Balkan gehören halt einfach nicht ins Bild eines ach so modernen und reichen "Europa"
3. Grundsatzfrage...
volker.foerster 01.02.2013
Was leider immer wieder falsch dargestellt wird: Es ist kein Privileg, einen Job zu haben. Der Mensch hat nicht das Recht auf Arbeit, sondern auf Freizeit. Und in einer Gesellschaft muss immer für alle gesorgt sein, mit einer angemessenen Grundversorgung. Es wird immer ausser Acht gelassen, dass es genug Unternehmen und Menschen gibt und immer geben wird, die deutlich mehr als der Durchschnitt haben wollen und somit auch zu leisten bereit sind, daß diese soviel zum Bruttosozialprodukt beitragen, um denjenigen, die keine Arbeit haben oder nicht arbeiten wollen, ein normales menschenfreundliches Leben zu ermöglichen. Aber in unserer Gesellschaft rafft, wer kann, und gibt nicht freiwillig an diejenigen, denen die Veranlagung dazu fehlt. Aber gerade deshalb leben wir in einer sozialen, funktionierenden Gesellschaft, damit sich Millionen Menschen ohne Arbeit weder schämen noch abkanzeln müssen, sondern eigentlich ein ganz normales Leben führen könnten. Nur verhindern Lobbyismus, Habgier und Größenwahn dieses geniale Prinzip eines Sozialstaates. Ich bin Unternehmer und benötige keine Unterstützung. Aber ich weiß, daß wir erheblich mehr erschaffen, als wir selbst verbrauchen können. Und damit unterstütze ich selbstverständlich andere Menschen, anstatt es zu horten und den Geldberg in den Himmel wachsen zu lassen. Zu schade, daß so wenige denken wie ich. Aus einer Arbeitslosenstatistik könnten wir problemlos eine Urlaubsstatistik machen, wenn die Menschen einfach nur umdenken würden.
4. Grund zum
einsteinalbert 01.02.2013
Optimismus gibt es nicht trotz aller Schönrederei. Die Talsohle ist noch lange nicht erreicht. Seit Erhardts Zeiten ging es ständig per Saldo immer nur bergab. Wäre es anders müsste man heute nicht den höchsten jemals gemessenen Wert zur Kenntnis nehmen.
5. wir haben doch die Talsohle durchschritten
sichersurfen 01.02.2013
Zitat von einsteinalbertOptimismus gibt es nicht trotz aller Schönrederei. Die Talsohle ist noch lange nicht erreicht. Seit Erhardts Zeiten ging es ständig per Saldo immer nur bergab. Wäre es anders müsste man heute nicht den höchsten jemals gemessenen Wert zur Kenntnis nehmen.
Das liest sich ja schrecklich wenn Sie schreiben, die Talsohle sei längst nicht erreicht. Da haben Sie sich wohl von der Ansprache unserer geschätzten Bundeskanzlerin etwas zu stark beeindrucken lassen. Aber sie hat ja alles fest im Griff. Von daher können Sie durchaus optimistischer sein. Aber es stimmt schon. Die schönen wilden 60er Zeiten kommen nicht wieder. Ich kann gut verstehen, daß Sie diese vermissen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
RSS
alles zum Thema Eurokrise
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 12 Kommentare