Rekordhoch: 4,7 Millionen Spanier sind arbeitslos

Allein in den vergangenen zwölf Monaten gingen mehr als 400.000 Jobs verloren: In Spanien ist die Zahl der Arbeitslosen auf ein Rekordhoch gestiegen. Wirtschaftlich geht es dem Land so schlecht, dass auch das Defizitziel in diesem Jahr verfehlt wird.

Arbeitsamt in Madrid: Ursprünglich eine Neuverschuldung von 6,0 Prozent vorhergesagt Zur Großansicht
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Arbeitsamt in Madrid: Ursprünglich eine Neuverschuldung von 6,0 Prozent vorhergesagt

Madrid - Es ist der höchste Wert seit 1996: Die Zahl der Arbeitslosen in Spanien ist bis Ende Februar auf 4,7 Millionen gestiegen. Allein im Februar erhöhte sich die Zahl im Vergleich zum Vormonat um 112.000, wie das zuständige Ministerium in Madrid mitteilte. Die Arbeitslosigkeit nahm in allen Wirtschaftsbereichen zu. In den vergangenen zwölf Monaten gingen in Spanien 410.000 Jobs verloren.

Das Ministerium nennt in seinen Erhebungen keine Arbeitslosenrate. Diese liegt nach Angaben der Statistikbehörde bei 22,9 Prozent und ist die höchste in der Europäischen Union.

Spanien steckt tief in der Krise: Im letzten Quartal 2011 vermeldete die spanische Wirtschaft ein negatives Wachstum, und in diesem Vierteljahr wird das Abrutschen in die Rezession erwartet. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit hat die neue konservative Regierung bereits eine Reform eingeleitet, die bei den Sozialisten und Gewerkschaften jedoch auf großen Widerstand stößt.

Auch beim Haushalten hat das Land ernste Probleme: So wird Spanien das Defizitziel in diesem Jahr erneut deutlich verfehlen. Wie Ministerpräsident Mariano Rajoy am Freitag in Brüssel mitteilte, geht seine Regierung für 2012 von einer Neuverschuldung von 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Mit der Europäischen Union hatte Madrid ein Defizit von höchstens 4,4 Prozent vereinbart.

Der konservative Regierungschef begründete die Abweichung damit, dass die Konjunkturaussichten sich drastisch verschlechtert hätten. Bei der Vereinbarung des Defizitziels von 4,4 Prozent habe man mit einem Wirtschaftswachstum vom 2,3 Prozent gerechnet. Nun aber müsse Madrid von einem Schrumpfen der Wirtschaftskraft ausgehen, sagte Rajoy.

Zudem habe er von seinem sozialistischen Vorgänger José Luis Rodríguez Zapatero ein Defizit von 8,5 Prozent im Jahr 2011 geerbt. Für 2011 hatte Spanien der EU eine Reduzierung der Neuverschuldung auf 6,0 Prozent zugesagt.

yes/dpa/Reuters

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1. Wer hat
idealist100 02.03.2012
Zitat von sysopAllein in den vergangenen zwölf Monaten gingen mehr als 400.000 Jobs verloren: In Spanien ist die Zahl der Arbeitslosen auf ein Rekordhoch gestiegen. Wirtschaftlich geht es dem Land so schlecht, dass auch das Defizitziel in diesem Jahr verfehlt wird. Rekordhoch: 4,7 Millionen Spanier sind arbeitslos - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,818876,00.html)
Wer hat anderes erwartet?
2. Mal ehrlich …
wika 02.03.2012
… dies betrifft auch Griechenland, sprich alle PIIGS und irgendwann auch uns. Die derzeitige Politik bedeutet sparen an den Menschen und sinnlos Geld für die Banken schaffen. Jeder Blinde sieht doch mit dem Krückstock wohin das führt. Die Umverteilung beschleunigt sich rasant und solche Zahlen, wie jetzt hier im Artikel festgestellt sind auch Beleg dafür. Von den Geldbergen (Schulden und Guthabenseite) kommt doch rein gar nichts unten an. Lieber schleppen es die Banken „übernacht“ wieder zur EZB als irgendwas davon an die Wirtschaft weiterzugeben. Was machen wir wenn in den ersten Ländern erste Unruhen wegen solch unhaltbarer Zustände ausbrechen? Sollen sich dann die Menschen gegenseitig niederschießen? Auf der einen Seite das Volk in Form der Polizei und auf der anderen Seit in Form arbeitsloser Heerscharen? Ich mache mal einen ernsthaften Vorschlag wie wir dieses kaputte System erhalten können und dennoch eine gerechte Verteilung hinbekommen: *BfA will Banken-Gründungswelle in Deutschland* (http://qpress.de/2011/09/17/bfa-will-banken-grundungswelle-in-deutschland/) … (Hartz IV Bezieher werden zu Ich AG Bankern) hört sich vielleicht im ersten Moment ulkig an, hat auch Anflüge von Polemik, aber konsequent zuende gedacht, könnten so die Staaten wieder indirekt die Banken unter die Knute bekommen und sich auch faktisch wieder aufs Geld setzen. Derzeit ist es leider so dass die Staaten völlig im Würgegriff der Banken sind und keine Besserung dazu in Sicht ist. Also einfach mal schräg denken, da sind immer interessante Aspekte dabei.
3. Na
crocodil 02.03.2012
da kann ja bald die Frau Merkel noch mehrere Milliarden bereitstellen!! Es gibt nur eins, weg mit der ganzen EU. Was die USA seit über Jahren praktizieren, ist in Europa nur ein Flop!!!
4.
anton_heuwerder 02.03.2012
Zitat von sysopAllein in den vergangenen zwölf Monaten gingen mehr als 400.000 Jobs verloren: In Spanien ist die Zahl der Arbeitslosen auf ein Rekordhoch gestiegen. Wirtschaftlich geht es dem Land so schlecht, dass auch das Defizitziel in diesem Jahr verfehlt wird. Rekordhoch: 4,7 Millionen Spanier sind arbeitslos - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,818876,00.html)
Komisch, das staatliche, spanische Fernsehen spricht von mehr als 5,3 Millionen. Nicht mitgerechnet sind arbeitssuchende, die vorher nicht beschäftigt waren und die, die in Forbildungsmaßnahmen stecken. Das sind locker nochmal ....
5.
cemi 02.03.2012
Zitat von idealist100Wer hat anderes erwartet?
Na, ich! Meine Bundeskanzlerin hat gesagt, dass man sparen muss, damit alles gut wird. Die vielen Arbeitslosen heissen demnach, dass noch nicht genug gespart wurde. Das kann sich jede schwäbische Hausfrau an ihren zehn Fingern abzählen. Die Verhältnisse schreien ja geradezu nach einem Fiskalpakt zur Bekämpfung der sich ausbreitenden Arbeitslosigkeit! Ach, das wird gerade vorbereitet? Gut! Dann kann ich mich ja wieder hinlegen...
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Arbeitslose in Spanien: "Wir werden das Land verlassen müssen"

Bevölkerung: 46,196 Mio.

Fläche: 505.988 km²

Hauptstadt: Madrid

Staatsoberhaupt:
König Felipe VI.

Regierungschef: Mariano Rajoy

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