Rekordverschuldung US-Notenbankchef warnt indirekt vor Staatsbankrott

1,5 Billionen Dollar Miese könnten die USA in diesem Haushaltsjahr machen - viel zu viel, meint Ben Bernanke. Der Notenbankchef ermahnte die Politiker mit drastischen Worten zum Sparen. Sonst könnten Investoren dem Land neue Kredite verweigern. 

Ben Bernanke: Dunkle Schatten über den öffentlichen Haushalten der USA
REUTERS

Ben Bernanke: Dunkle Schatten über den öffentlichen Haushalten der USA


Washington - US-Zentralbankchef Ben Bernanke warnt vor einer Schuldenkrise in den USA. Er rief Regierung und Parlament zu entschlossenen Schritten auf, das Haushaltsdefizit und steigende Staatsschulden in den Griff zu bekommen. Falls dies nicht gelingen sollte, könnte dies letztlich dazu führen, dass Investoren der Regierung kein Geld mehr leihen, sagte Bernanke. "Finanzpolitiker stehen vor einer entscheidenden Herausforderung."

Das jährliche Etatdefizit liege bei derzeit durchschnittlich neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts, so Bernanke. Drei Jahre vor der schweren Wirtschaftskrise habe es bei lediglich zwei Prozent gelegen. Das Problem sei: Selbst wenn sich die Wirtschaftslage wieder völlig normalisiert habe, werde das Defizit auf einer unhaltbaren Höhe bleiben oder gar weiter wachsen - wenn die Politik sich nicht zu einer "bedeutenden Änderung" in der Finanzpolitik durchringen könne.

Falls die Staatsausgaben wie bisher weiterwachsen sollten, "gäbe es ernsthafte wirtschaftliche und finanzpolitische Folgen", fügte Bernanke hinzu. Ausdrücklich verwies er auf zwei große Ausgabenposten, den Gesundheitssektor und steigende Kosten für die immer älter werdende Bevölkerung. Entscheidend sei der politische Wille, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Gute Konjunkturdaten

Das US-Haushaltsdefizit wird sich nach Berechnungen des US-Rechnungshofes im laufenden Etatjahr auf 1,5 Billionen Dollar summieren. Das wäre das höchste Defizit in der Geschichte des Landes.

Eine ganze Reihe guter Konjunkturdaten hat am Donnerstag für Verluste bei US-Staatsanleihen gesorgt. So war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche etwas stärker gesunken als gedacht. Zudem hatte sich die Stimmung der Dienstleister im Januar überraschend aufgehellt, und der Auftragseingang der US-Industrie war im Dezember überraschend angestiegen.

"Die Konjunkturdaten übertreffen weiterhin die Erwartungen", sagte ein Marktteilnehmer. Zu beobachten sei eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivität, die sich zudem mehr und mehr selbst trage.

böl/dpa-AFX



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insgesamt 23 Beiträge
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RaMaDa 04.02.2011
1. ...er warnt?
Bernake warnt vor einer Staatspleite? Amiland ist Pleite! Jeder Mensch mit einem solchen Schuldenberg säße längst im Knast. Gegen diesen Typ ist Münschhausen ein Waisenknabe.
pudel_ohne_mütze 04.02.2011
2. Wen warnt er ?
Zitat von sysop1,5 Billionen Dollar Miese*könnten die USA in diesem*Haushaltsjahr machen - viel zu viel, meint*Ben Bernanke.*Der Notenbankchef*ermahnte die Politiker mit drastischen Worten zum Sparen. Sonst könnten Investoren dem Land*neue Kredite verweigern.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,743492,00.html
Ausser den USA selbst weiß das jeder schon lange. Der Knall wird recht laut sein.
Gebetsmühle 04.02.2011
3. pleitegeier
Zitat von sysop1,5 Billionen Dollar Miese*könnten die USA in diesem*Haushaltsjahr machen - viel zu viel, meint*Ben Bernanke.*Der Notenbankchef*ermahnte die Politiker mit drastischen Worten zum Sparen. Sonst könnten Investoren dem Land*neue Kredite verweigern.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,743492,00.html
vielleicht sollte man sich dort endlich mal überlegen, ob es wirklich nötig ist, überall in der welt kriege zu führen und dafür jedes jahr eine billion auszugeben. ansonsten ist der staatsbankrott eh nicht mehr abwendbar, denn sozialausgaben die man kürzen könnte, gibt es dort ja genauso wenig wie nennenswertes staatseigentum.
Frank Wagner, 04.02.2011
4. Tja
Zitat von Gebetsmühlevielleicht sollte man sich dort endlich mal überlegen, ob es wirklich nötig ist, überall in der welt kriege zu führen und dafür jedes jahr eine billion auszugeben. ansonsten ist der staatsbankrott eh nicht mehr abwendbar, denn sozialausgaben die man kürzen könnte, gibt es dort ja genauso wenig wie nennenswertes staatseigentum.
Das brauchen die nicht mehr zu überlegen, es wird in gar nicht langer Zeit schlicht und einfach nicht möglich sein. Vermutlich werden die USA ein ähnliVermutlich werden die USA ein ähnlich einschneidendes Erlebnis haben wie damals die Engländer in Suez, die von der neuen Weltmacht einfach nach Hause geschickt wurden.ch einschneidendes Erlebnis haben wie damals die Engländer in Suez, die von der neuen Weltmacht einfach nach Hause geschickt wurden.
alexausroßlau 04.02.2011
5. Nix is!
Zitat von Gebetsmühlevielleicht sollte man sich dort endlich mal überlegen, ob es wirklich nötig ist, überall in der welt kriege zu führen und dafür jedes jahr eine billion auszugeben. ansonsten ist der staatsbankrott eh nicht mehr abwendbar, denn sozialausgaben die man kürzen könnte, gibt es dort ja genauso wenig wie nennenswertes staatseigentum.
Eben drum frage ich mich, was Bernanke mit dem Hinweis auf den Ausgabeposten Gesundheitssektor meint, wenn es dort kaum Sozialausgaben gibt. Oder ist damit schon Obamas Plan für eine Krankenversicherung gemeint?
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