Bundesagentur Zahl der älteren Arbeitnehmer steigt stark

Deutschlands Jobmarkt verändert sich rapide. Rund ein Drittel der 60- bis 64-Jährigen arbeitet inzwischen, noch vor fünf Jahren waren es nur 20 Prozent.

Seniorenpaar: Ein Drittel der 60- bis 64-Jährigen arbeitet
DPA

Seniorenpaar: Ein Drittel der 60- bis 64-Jährigen arbeitet


Berlin - Immer mehr Deutsche arbeiten bis ins Rentenalter und darüber hinaus. Im vergangenen Jahr habe die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen bei 32,4 Prozent gelegen, schreibt das von der SPD geführte Sozialministerium in einer Antwort auf eine Grünen-Anfrage. Vor fünf Jahren seien es erst 20,5 Prozent gewesen. Die Regierung stützt sich auf Statistiken der Bundesagentur für Arbeit.

Die SPD hat sich die Beschäftigungsquote zur Messlatte für die Rente mit 67 gemacht. Die Sozialdemokraten halten die Anhebung des Renteneintrittsalters erst für möglich, wenn die 60- bis 64-Jährigen mindestens zu 50 Prozent sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien. So steht es im Beschluss eines kleinen SPD-Parteitags aus dem Jahr 2012.

In den kommenden Wochen wird ein Regierungsbericht zur Lage älterer Arbeitnehmer erwartet. Die Regierung wird auf seiner Basis einschätzen, ob es weiter vertretbar ist, die Regelaltersgrenze Schritt für Schritt auf 67 Jahre zu erhöhen. Nach Einschätzung des Grünen-Rentenexperten Markus Kurth zeigt die Antwort des Sozialministeriums, dass die Regierung an ihren Plänen festhalten wolle.

Die Rente mit 67 soll endgültig 2029 erreicht werden. Der Rentenbeitrag soll bis 2020 nicht über 20 Prozent steigen - und das Rentenniveau bis 2030 nicht unter 43 Prozent sinken. Dieses Niveau bezeichnet das Verhältnis der Rente eines Durchschnittsverdieners zum durchschnittlichen Nettoverdienst aller Beschäftigten.

"Die Situation Älterer am Arbeitsmarkt ist weiterhin nicht wirklich gut", sagte Kurth. Ältere Arbeitslose hätten praktisch keine Chance auf einen neuen Job. Für gesundheitlich angeschlagene Beschäftigte sei die Rente mit 67 zudem oft eine Rentenkürzung. Kurth forderte Verbesserungen für besonders belastete Gruppen.

ssu/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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sunder 14.11.2014
1. Notwendiges Übel
...wenn ich mein berufliches Umfeld so betrachte, steigt der Anteil der Älteren tatsächlich (bin selbst 51); allerdings wird man mehr oder weniger als notwendiges "Übel" betrachtet. Es zerreisst meinen AG förmlich, denn er würde die Belegschaft so gern verjüngen, nur klappt das nicht so ganz bzw. ist derzeit nicht wirklich erfolgreich. Auf die Älteren wirklich zu bauen, missfällt ihm aber gleichzeitig (keine Weiterbildungen, Gehälter stagnieren). Irgendwie schon blöd...aber wahrscheinlich ein Abbild der Situation in vielen Betrieben.
nafets.renllaw 14.11.2014
2. Verändert sich der Jobmarkt.....
oder müssen sich die "älteren Arbeitnehmer" wegen Altersarmut und mini Rente länger Arbeiten?. Ich bewerte diese Nachricht nicht als Positiv, sondern eher als ein Spiegelbild dafür, das wir in Zukunft einen neuen Arbeitnehmer bekommen werden, und der heist "Teilzeitrentner"!
anderermeinung 14.11.2014
3. seit die Firmen die heutige Jugend kennen,
setzen sie auf die Älteren. "Für das Geld stehe ich nicht auf". Das Geld = nicht wesentlich mehr als Hartz IV. Und wenn eine(r) doch 500 Euro mehr bekommt, sind das 3 Euro je Stunde - weit unter dem Mindestlohn. Und die Rente daraus kann man erst recht vergessen. Da haben es die heutigen Rentner besser.
archback 14.11.2014
4.
In meiner Abteilung im öffentlichen Dienst ist die Jüngste 56. Der Krankenstand ist 40%.
lasker64 14.11.2014
5. kein guter AG!
also, von notwendigem übel sollte wirklich nicht die Rede sein! was machen sie im Betrieb! gewichte schleppen oder akkord-arbeit. im Gegenteil meistens sind die über 40 jährigen viel produktiver als ihre jüngeren MA. ein gut eingearbeiteter MA ist für jede Firma Gold wert, und wenn dann noch Fachkompetenz und Erfahrung dazu kommen ist alles ok. und wer sagt eigentlich das sich die Fortbildung von älteren MA nicht rentiert?! Krieg wirklich eine dicke Ader wenn ich sowas höre. Gruss an alle über 40jährigen,da wo wir schon sind ,wollen die jungen doch erst hin. Helfen wir ihnen dabei mit unserer Erfahrung.
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