"Plus-Rente" gegen Altersarmut CDU-Flügel fordert 25 Prozent mehr Rente für Bedürftige

Was tun gegen Armut im Alter? Der CDU-Arbeitnehmerflügel schlägt eine neue "Plus-Rente" vor: Bedürftige Rentner sollten in Zukunft einen Zuschlag von 25 Prozent bekommen.

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Rentnern in Deutschland geht es im Schnitt finanziell verhältnismäßig gut. Die Armutsquote ist geringer als im Bevölkerungsdurchschnitt. Doch wie soll der Staat jener Gruppe Älterer helfen, die nur sehr wenig Rente beziehen? Die SPD spricht sich dafür aus, das Rentenniveau insgesamt hoch zu halten. Davon profitieren allerdings auch Bezieher höherer Renten.

Der CDU-Arbeitnehmerflügel schlägt ein anderes Modell vor: Wer bis zum Renteneintritt nur geringen Rentenansprüche erworben hat und deshalb auf finanzielle Grundsicherung angewiesen ist, sollte einen Rentenzuschlag von 25 Prozent bekommen. Dieses "Plus-Rente" genannte Modell schlug der Vorsitzende der Vereinigung, Karl-Josef Laumann, in der Zeitung "Rheinische Post" vor. Der Zuschlag solle nach einer Bedürftigkeitsprüfung gezahlt werden.

Mit sinkendem Rentenniveau und steigenden Mietpreisen wachse künftig die Zahl derer, deren Rente unterhalb der Grundsicherung liegt, warnte Laumann. "Es darf nicht sein, dass diese Menschen nur noch eine Grundrente als Einheitsrente bekommen."

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) wolle, dass jemand, der in die gesetzliche Rente eingezahlt habe, am Ende mehr habe als jemand, der nicht eingezahlt habe. Wer trotzdem nur Grundsicherung im Alter erhält, solle eine Plus-Rente in Höhe von 25 Prozent seiner Rentenansprüche zusätzlich ausgezahlt bekommen. "Das ist gerecht und hilft gezielt gegen Altersarmut", argumentierte Laumann.

Zudem sprach sich der Laumann für eine verpflichtende private Vorsorge aus, damit auch Menschen mit geringen Einkommen diese nutzen. Bislang ist beispielsweise die Teilnahme an der privaten "Riester-Rente" freiwillig. Das Problem dabei: Den Vertrieb der Policen lassen sich viele private Versicherungskonzerne mit hohen Gebühren vergüten.

Video: Wenn die Rente nicht zum Leben reicht

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beb/dpa

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insgesamt 50 Beiträge
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wintersommer 21.11.2018
1. EInzahlen gleich Auszahlen
Das Gerechtigkeitsprinzip darf hier nicht verloren gehen.
kirschlorber 21.11.2018
2. Niedriglohnsektor ausgeweitet
Gerade hat Minister Heil den Niedriglohn Sektor weiter ausgeweitet. Für bis zu 1500,- € im Monat müssen Arbeitgeber nur verminderte Sozialbeiträge zahlen. Unter Schröder waren zudem die Renten von 65 auf 43% gekürzt worden. Wie sollen da am Ende auskömmliche Renten rauskommen? Die Probleme sind hausgemacht.
Alm Öhi 21.11.2018
3. Steuerproblem
Wenn Arbeitnehmer weniger Steuern bezahlen gibt es mehr Rente. Wenn Beamte endlich mehr Steuer bezahlen würden gäbe es mehr Rente. Wenn der Staat seine Ausgaben in den Griff bekommen würden gäbe es mehr Rente. Also meine lieben Politiker, Steuern runter !
Solid 21.11.2018
4. Anrechnung
Das hört sich deutlich nach Betrug an, denn die höhere Rente würde voll von der Grundsicherung abgezogen und die Betroffenen hätten keinen Cent mehr in der Tasche, während die Verantwortlichen vollmundig erklären, sie hätten ja die Rente um ein Viertel angehoben.
Flugzeugfreak1 21.11.2018
5. Wir hätten schon vor Jahrzehnten
eine Kapitalgedeckte Rente einführen müssen. Wer soll denn die ganzen Wohltaten bezahlen? Es muss auch gerecht sein für uns junge Leute. Rentner Populismus
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