Soziale Gerechtigkeit DGB fordert höhere Renten

Die Bundesregierung will verhindern, dass das Niveau der Renten in Deutschland zu stark sinkt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat nach SPIEGEL-Informationen ein weit ambitionierteres Ziel.

Älteres Ehepaar (in Berlin)
DPA

Älteres Ehepaar (in Berlin)


Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und seine Mitgliedsgewerkschaften fordern, das gesetzliche Rentenniveau bis 2040 auf "etwa 50 Prozent" zu erhöhen. Das beschloss der DGB-Bundesvorstand nach SPIEGEL-Informationen am vergangenen Dienstag. Damit erhöhen die Gewerkschaften den Druck auf die Parteien im Bundestagswahlkampf. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Das Rentenniveau stellt die Relation zwischen der Höhe der Standardrente - 45 Jahre Beitragszahlung auf Basis eines Durchschnittsverdienstes - und dem Entgelt eines Durchschnittsverdieners dar.

Bislang hatte sich der DGB nur auf die Stabilisierung des derzeitigen Rentenniveaus von 48 Prozent geeinigt, aber keine gemeinsame Zahl für die Zukunft genannt. Nach dem Rentenkonzept von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) soll das Niveau bis 2045 nicht unter 46 Prozent sinken. Als politisches Ziel nannte sie 48 Prozent. Nun verlangt der DGB, das Altersgeldniveau langfristig sogar anzuheben.

Nach Berechnungen der Prognos AG im Auftrag der Gewerkschaften würde der Beitragssatz dadurch auf bis zu 25 Prozent in den 2040er-Jahren steigen. Auch der Steuerzuschuss an die Rentenkasse müsste steigen. Deshalb fordern die Gewerkschaften, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die Mütterrente oder die geplante Anpassung der Ostrenten künftig komplett aus der Staatskasse finanziert werden.

Bleibt es bei den bestehenden Regelungen, wird das Rentenniveau nach den Prognosen der Bundesregierung bis 2045 auf 41,6 Prozent sinken und der Beitragssatz von heute 18,7 Prozent auf 23,4 Prozent steigen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
Supertramp 03.03.2017
1. woher soll denn das Geld kommen bei der Geburtenrate in Deutschland?
Bei Rückgehender Bevölkerungszahl und steigender Lebenserwartung wird das in fünf Jahren schon nicht mehr funktionieren mit Renten Geschenken wie denen in den neuen Bundesländern! Ausserdem zahlen wegen Herdprämie und fehlenden Kitas in westdeutschland Mütter kaum in die Rentenkasse ein. Das ist oft durch Politik der CSU verschuldet. warum sollten unter 40 Jahre alten noch in Deutschland arbeiten wollen wenn später nix mehr von dem eingezahlten mit Eintrittsalter 80 Jahren übrig bleibt!
ulrich_loose 03.03.2017
2. Kein Problem lieber DGB
Einfach die Beitragssätze für diese VERSICHERUNG erhöhen und schon sind höhere Renten möglich... Vermutlich will der DGB aber das noch mehr Steuern in die Rentenzahlungen wandern. Aktuell stammt ein gutes Drittel der Auszahlungen nicht aus Beiträgen, sondern aus Steuern!
Leserzuschrift 03.03.2017
3. Oder Äquivalent formuliert: DGB fordert höhere Belastung von Arbeitseinkommen
Die Rente ist ein Nullsummenspiel zwischen Rentnern und Arbeitnehmern. Arbeit noch stärker zu belasten, ist doch keine Lösung.
kahabe 03.03.2017
4. Schön!
Seine Mitglieder dürfen sich bei entsprechenden Tarifverträgen (zu Betriebsrenten, oder wie das heißt) also nicht mehr über den Tisch ziehen lassen? Was den Rentenanwärter zu Klagen auf dem Rechtsweg veranlaßte.
Grummelchen321 03.03.2017
5. Ist
ja schön das der DGB höhere Renten fordert.In Zukunft werden Millionen Rentner jedoch an hungertuch nagen.Nicht weil sie nichts eingezahlt haben.Sie konnten wegen der schlechten Entscheidungen des DGB in Sachen Mindestlohn und prekären Beschäftigungsverhältnissen nicht genug einzahlen um dann als rentner davon leben zu können.Für diese enscheidungen unter der Knute der SPD tragen sie die Verantwortung.Es ist Zeit für einen Wechsel in der Spitze.Alle dort oben haben es sich dort zu lange gemütlich gemacht und sich von der Wirtschaft vor sich her treiben lassen.Wahrscheinlich weil die Oberen der Gewerschaften sich ja keine Sorgen machen müssen.Ihrer Renten über der 1000€ Marke sind ja gesichert.
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