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Unterschiede zwischen Ost und West: Merkel will Rentenkluft bis 2020 schließen

Rentner im sächsischen Pillnitz: Angleichung der Bezüge auf Westniveau Zur Großansicht
dpa

Rentner im sächsischen Pillnitz: Angleichung der Bezüge auf Westniveau

Rentner in Ostdeutschland sollen spätestens 2020 genauso hohe Bezüge erhalten wie Rentner im Westen - das kündigt Kanzlerin Angela Merkel an. Ein entsprechendes Gesetz werde bis 2017 beschlossen.

Dresden - Ostdeutschland hat bei den Renten in den vergangenen Jahren aufgeholt, doch auch fast 25 Jahre nach der Wiedervereinigung sind die Bezüge im Osten niedriger als im Westen. Innerhalb der kommenden fünf Jahre sollen die die ostdeutschen Renten aber an das Westniveau angeglichen werden, kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel an. "2020 soll die Renteneinheit erreicht sein", sagte sie der "Sächsischen Zeitung".

Bis 2017 wolle die Bundesregierung ein Gesetz beschließen, "das den Fahrplan zur vollständigen Angleichung der Rentenwerte in Ost und West festschreibt", sagte Merkel. Bereits im Koalitionsvertrag haben Union und SPD die Angleichung der Rente auf das Jahr 2020 geschoben. In der Vereinbarung heißt es auch, im Juli 2016 werde geprüft, ob bereits 2017 eine Teilangleichung notwendig sei.

Aktuell beträgt der Rentenwert in Ostdeutschland 92 Prozent des Westwertes. Für einen Entgeltpunkt aus ihren Rentenanwartschaften erhalten ostdeutsche Rentner 26,39 Euro, westdeutsche Rentner erhalten 28,61 Euro. Zuletzt gab es am 1. Juli eine Erhöhung für die gut 20 Millionen Rentner in Deutschland. Im Osten stiegen die Bezüge um 2,53 Prozent, im Westen um 1,67 Prozent.

Der Anstieg fiel im Osten Deutschlands höher aus, weil sich dort die Löhne besser entwickelt haben und weil im Westen noch Rentenkürzungen der Vorjahre letztmalig nachgeholt wurden.

Merkel verspricht ostdeutschen Ländern Extra-Geld

Neben der Angleichung des Rentenniveaus plädierte Merkel dafür, auch in den kommenden Jahren ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung in den ostdeutschen Bundesländern zu legen. Nach Merkels Ansicht sollen diese auch nach dem Ende des Solidarpakts 2019 besondere finanzielle Zuwendungen erhalten. Bei der Neuregelung des Bund-Länder-Finanzausgleichs müssten "immer noch bestehende Sonderbelastungen wie hohe Arbeitslosigkeit oder Strukturprobleme in allen neuen Bundesländern" berücksichtigt werden, sagte die Kanzlerin. "Mir kommt es darauf an, für die ostdeutschen Bundesländer finanzielle Brüche zu vermeiden."

Allerdings müsse ein künftiger Finanzausgleich auch die regionalen Unterschiede zwischen den einzelnen ostdeutschen Bundesländern sowie die Haushaltsführung jedes Bundeslandes berücksichtigen, sagte die CDU-Chefin Merkel.

mmq/dpa

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insgesamt 73 Beiträge
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1. Toll!
orthos 13.08.2014
Nur noch 6 (De facto-)Nullrunden für den Westen, bis endlich ganz Deutschland auf einer Stufe steht und ALLE (De facto-)Nullrunden in der Rente hinnehmen müssen... Das sind ja tolle Aussichten!
2. was ist mit der Kluft zwischen Renten und Pensionen?
HankTheVoice 13.08.2014
die deutlichste Grenze verläuft nicht zwischen Ost und West sondern zwischen Arbeitnehmer und Beamten. 40% zu 70% wann wird hier korrigiert? 55% für alle?
3. Rentenangleichung?
Hartholz 13.08.2014
Ach ja, wirklich? Soll das westliche Rentenniveau tatsächlich auf das östliche gesenkt werden?
4. Hurra !
dia_bolika 13.08.2014
Es sollte sich aber nun keiner einbilden, dass mit einer "Angleichung" eine "Anhebung" der ostdeutschen Bezüge gemeint wäre. Von einer Erhöhung ist ja im Text nirgends die Rede! Alles andere, als eine Kürzung der westdeutschen Bezüge um jene 8% anzunehmen, wäre naiv.
5. hallo Hartholz Rentner-Wähler
axelmueller1976 13.08.2014
Zitat von HartholzAch ja, wirklich? Soll das westliche Rentenniveau tatsächlich auf das östliche gesenkt werden?
sind doch selbst Schuld .Wenn die Wessi-Rentner sich das bieten lassen haben sie es nicht besser verdient. Nur einmal Alle aber wirklich Alle nicht die CDU wählen dann ist der Spuck vorbei. Das ist Merkel-Sozialismus pur.Die Renten der Wessis wurden erarbeitet während ein der Ostrentner Beiträge für die Anwesenheit erhalten haben ,denn oft war ja kein Material in den Betrieben vorhanden um arbeiten zu können. Aber man war ja anwesend und das waren eben Beitragszeiten. Auch die Anwesenheitszeiten der Betriebskampfgruppen zählten als Arbeitszeit.
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Die Säulen des Sozialsystems
Arbeitslosenversicherung
Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.
Krankenversicherung
Es gibt zwei Arten von Krankenversicherungen - die Gesetzliche (GKV) und die Private (PKV). Rund 90 Prozent der Erwerbstätigen sind in der GKV pflichtversichert. Der Beitragssatz beträgt aktuell 15,5 Prozent für alle Versicherten. Zusätzlich können die Krankenkassen vom Einkommen unabhängige Beiträge erheben. Seit Anfang 2009 fließen alle Beiträge in einen Gesundheitsfonds, aus dem sie an die Kassen verteilt werden. Der Zugang zur PKV steht nur Selbstständigen und Arbeitnehmern oberhalb einer Einkommensgrenze offen.
Rentenversicherung
Die Beiträge werden durch ein Umlageverfahren finanziert, bei dem die Berufstätigen die Leistungen der Rentner zahlen. Anhand der eingezahlten Beiträge wird die künftige Rentenhöhe errechnet. Zurzeit liegt der Beitragssatz bei 19,6 Prozent. Im Januar 2013 sinkt der Beitrag auf 18,9 Prozent. Das gesetzliche Renteneintrittsalter wird derzeit stufenweise von 65 Jahren auf 67 Jahre heraufgesetzt.
Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung ist die jüngste der Sozialversicherungen in Deutschland. Sie ist eine Grundversicherung, die einen Teil der Pflegekosten abdeckt.

Alles zur Rente ab 67
So steigt das Rentenalter
Wann Sie mit Ihrer vollen Rente rechnen können
Jahrgang Alter*
1946 65
1947 65+1
1948 65+2
1949 65+3
1950 65+4
1951 65+5
1952 65+6
1953 65+7
1954 65+8
1955 65+9
1956 65+10
1957 65+11
1958 66+0
1959 66+2
1960 66+4
1961 66+6
1962 66+8
1963 66+10
ab 1964 67+0
* in Jahren + Monaten
Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre. Die Umstellung beginnt mit dem Geburtsjahrgang 1947. Menschen, die in diesem Jahr geboren wurden, müssen einen Monat länger arbeiten, wenn sie ihre Rente vollständig erhalten wollen. Bis 2023 kommt dann für die einzelnen Jahrgänge jeweils ein Monat Mehrarbeitszeit hinzu. Ab 2024 geht es weiter mit Zweimonatsschritten. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 gilt so schließlich das neue Rentenalter 67.
Das sind die Ausnahmen
Wer schon 45 Jahre Rentenbeiträge bezahlt hat, kann auch künftig mit 65 in Rente gehen, ohne Abzüge akzeptieren zu müssen. Dabei zählt auch die Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Nachwuchses bei den Beitragszeiten mit. Allerdings schaffen es nur wenige Arbeitnehmer tatsächlich auf 45 Beitragsjahre - bei den Männern waren es zuletzt 28 Prozent, bei Frauen sogar nur vier Prozent.
So viele Abschläge zahlen Sie
Wer 35 Jahre Beiträge gezahlt hat, soll auch künftig mit 63 in Rente gehen können, muss aber Abschläge dafür in Kauf nehmen: 0,3 Prozent für jeden Monat, den man vor der Regelzeit aufhört.
Das ändert sich bei der Witwenrente
Hinterbliebene Ehepartner bekommen künftig statt ab 45 erst ab 47 die große Witwenrente (55 Prozent der normalen Versichertenrente). Bis dahin muss man sich mit der kleinen Witwenrente von 25 Prozent zufriedengeben.
So ändert sich Ihr Versicherungsbeitrag
Der Beitragssatz zur Rentenversicherung soll durch die Reform bis 2020 nicht über 20 Prozent und bis 2030 nicht über 22 Prozent steigen. Das ist eine schwierige Aufgabe: Dem Statistischen Bundesamt zufolge wird der Altersdurchschnitt der Bevölkerung im Jahr 2050 von 42 auf 50 Jahre steigen.
Das ändert sich für Schwerbehinderte
Für Schwerbehinderte wird das Renteneintrittsalter stufenweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Mit finanziellen Abschlägen ist aber auch der Renteneintritt mit 62 möglich.
Das ändert sich bei den Erwerbsminderungsrenten
Wer aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt arbeiten kann, muss sich auf maximal 10,8 Prozent Abschlag einstellen. Er kann als Erwerbsgeminderter zudem mit 63 Jahren ohne Einbußen in Rente gehen. Diese Regelung gilt bis 2023, danach sind 40 Beitragsjahre erforderlich.

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