Altersbezüge: Dickes Plus für deutsche Rentner

Die 20 Millionen Rentner können in den kommenden Jahren mit deutlich mehr Geld rechnen. Der "Bild"-Zeitung zufolge rechnet die Bundesregierung damit, dass die Renten bis 2016 im Westen um mehr als acht Prozent steigen, im Osten sogar um mehr als elf Prozent.

Seniorentag in Hamburg: Deutlich mehr Geld für Rentner Zur Großansicht
dapd

Seniorentag in Hamburg: Deutlich mehr Geld für Rentner

Berlin - Es wäre die größte Steigerung der Altersbezüge seit langer Zeit: Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den bisher unveröffentlichten Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung berichtet, sollen die Renten in den kommenden vier Jahren im Westen um 8,27 Prozent steigen, im Osten sogar um 11,01 Prozent.

Bis 2016 dürften die Altersbezüge jedes Jahr deutlich zulegen: Ost-Rentner sollen im kommenden Jahr mit 3,49 Prozent das höchste Plus seit 1997 bekommen. Im Westen gibt es demnach im kommenden Jahr zwar nur ein Prozent mehr, 2015 stiegen die Bezüge mit 2,55 Prozent so stark wie zuletzt 1993.

Der Zeitung zufolge prognostiziert die Bundesregierung in ihrem Bericht, der am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll, für 2014 eine Rentensteigerung von 2,33 Prozent im Westen und von 2,4 Prozent im Osten. Im Jahr darauf sollen die Renten in Westdeutschland um 2,55 Prozent angehoben werden, in Ostdeutschland um 2,65 Prozent. 2016 soll es in den alten Bundesländern 2,39 Prozent mehr Rente geben, in den neuen 2,47 Prozent mehr.

Die sogenannte Eckrente nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst solle im kommenden Jahr bei 1276 Euro liegen und das Rentenniveau bei 48,9 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns, schrieb die Zeitung weiter. Im Rentenbericht 2006 habe die Bundesregierung für 2013 noch eine Rente von 1212 Euro und ein Niveau von 48 Prozent prognostiziert.

Am Wochenende hatte die SPD auf einem kleinen Parteitag in Berlin ein nach langer interner Debatte zustande gekommenes Rentenkonzept verabschiedet. Es sieht zweistellige Milliardenbeträge bis 2030 vor, um Rentner vor Altersarmut zu schützen. Das Konzept beinhaltet unter anderem eine Mindestrente von 850 Euro monatlich für langjährig Versicherte.

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der diese Nachbesserungen an früheren Regierungsentscheidungen der SPD mitträgt, warf Union und FDP vor, Horrorzahlen über die Kosten des SPD-Konzepts zu verbreiten. Der CDU-Arbeitsmarktexperte Karl Schiewerling hatte das Konzept als nicht finanzierbar kritisiert - bis 2030 werde es "deutlich mehr als 50 Milliarden Euro kosten".

nck/dapd/Reuters

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insgesamt 170 Beiträge
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1. Werte SPON-Redaktion,
elwu 26.11.2012
um diese doch recht hoch klingenden Zahlen ins richtige Licht zu setzen - stellen Sie die doch mal gegen die Pensionssteigerungen! Denn der wahre Skandal liegt zwischen den luxuriösen Beamtenpensionen und den kärglichen Renten. Derzeit bereits liegt die durchschnittliche Beamtenpension bei ca. 2500€, gegenüber ca. 950€ der Durchschnittsrente. Die Beamten in den Ministerien (schreiben Sie nur mal das Innen- oder Sozialministerium an, Sie werden über die Antworten staunen...) erklären das damit, dass bei Beamten die erste und zweite Säule vom Dienstherrn abgedeckt werden muss, wogegen Arbeitnehmer die zweite Säule durch Betriebsrenten gesichert hätten. Wer hat denn eine Betriebsrente von 1550€? Durch die Rentengesetze von rotgrün werden die Renten noch weiter abgeschmolzen, bei den Beamten ist derlei -natürlich- nicht geplant. Und da die Pensionen stets mit den Besoldungsanhebungen der aktiven Beamten steigen, klafft die Differenz immer weiter auf. Mit den lächerlichen Anhebungen der Renten geben die sich natürlich nicht zufrieden. So sind es z.B. in den jahren 2012/13 bei den Bundesbeamten -und damit den Pensionären des Bundes- sage und schreibe zum 1.3.2012 +3,3% zum 1.3.2013 +1,2% zum 1.8.2013 +1,2% also dank Zinseszinseffekt knapp 5,8%. Bei den Westrentnern sind es zum 1.7.2012 + 2,18% zum 1.7.2013 + 1% macht 3,2%. Es wäre wünschenswert, Leitmedien wie Der Spiegel würden diesen Skandal mal ausführlich thematisieren. Den Shitstorm der Beamten und deren Sockenpuppen muss an natürlich aushalten.
2. Endlich!
hr_schmeiss 26.11.2012
Endlich mal was, von wegen ständige Altersarmut und so! UvdL ist doch ein Schatz. 8%, wow! Ach so, bis 2016. Und 8% durch 4 Jahre ist ja nicht 2% pro Jahr, nee... mensch, das iss ja nicht mal die Inflation!!! So ein Schmarren! Ich wünsche dem Schorrnalisten, der so was schreibt, ein fettes Plus von 20% - in 15 Jahren. Na, jetzt mal schön rechnen. Spass beiseite, ist wohl eh so ein Auftrags-Hurra-Schreiber, a la "Deuts'land geht ess guht", mit 10 cent pro Zeile.
3.
tiamio 26.11.2012
na ja,bei rund 3% Inflation jährlich! Dickes Plus? Da hat wohl der Autor einen richtigen Schluck aus der Pulle genommen.....
4. "Dickes Plus?"
carlo-silvester 26.11.2012
Und wie hoch ist das "Dicke Plus" für die Inflationsrate während dieser Zeitspanne?
5. vor dem Hintergrund
michlauslöneberga 26.11.2012
Zitat von sysopDie 20 Millionen Rentner können in den kommenden Jahren mit deutlich mehr Geld rechnen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, rechnet die Bundesregierung damit, dass die Renten bis 2016 im Westen um mehr als acht Prozent steigen, im Osten sogar um mehr als elf Prozent. Renten steigen bis 2016 um bis zu elf Prozent - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/renten-steigen-bis-2016-um-bis-zu-elf-prozent-a-869249.html)
der Tatsache dass rd. 1/3 des deutschen Rentenaufkommens durch staatliche Zuschüsse in die Rentenkassen finanziert wird, als rd. 80 Mrd. € der Steuerzahler trägt, wird durch diese Wahlgeschenke der Fehlbetrag zwischen Renteneinzahlungen und Ausgaben noch höher. Wir geben heute Geld für die Rentner aus, welches wir gar nicht haben, sondern durch neue Schulden finanzieren, geplante Nettoneuverschuldung 2013 rd. 18 Mrd. €.
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Die Säulen des Sozialsystems
Arbeitslosenversicherung
Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.
Krankenversicherung
Es gibt zwei Arten von Krankenversicherungen - die Gesetzliche (GKV) und die Private (PKV). Rund 90 Prozent der Erwerbstätigen sind in der GKV pflichtversichert. Der Beitragssatz beträgt aktuell 15,5 Prozent für alle Versicherten. Zusätzlich können die Krankenkassen vom Einkommen unabhängige Beiträge erheben. Seit Anfang 2009 fließen alle Beiträge in einen Gesundheitsfonds, aus dem sie an die Kassen verteilt werden. Der Zugang zur PKV steht nur Selbstständigen und Arbeitnehmern oberhalb einer Einkommensgrenze offen.
Rentenversicherung
Die Beiträge werden durch ein Umlageverfahren finanziert, bei dem die Berufstätigen die Leistungen der Rentner zahlen. Anhand der eingezahlten Beiträge wird die künftige Rentenhöhe errechnet. Zurzeit liegt der Beitragssatz bei 19,6 Prozent. Im Januar 2013 sinkt der Beitrag auf 18,9 Prozent. Das gesetzliche Renteneintrittsalter wird derzeit stufenweise von 65 Jahren auf 67 Jahre heraufgesetzt.
Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung ist die jüngste der Sozialversicherungen in Deutschland. Sie ist eine Grundversicherung, die einen Teil der Pflegekosten abdeckt.

Alles zur Rente ab 67
So steigt das Rentenalter
Wann Sie mit Ihrer vollen Rente rechnen können
Jahrgang Alter*
1946 65
1947 65+1
1948 65+2
1949 65+3
1950 65+4
1951 65+5
1952 65+6
1953 65+7
1954 65+8
1955 65+9
1956 65+10
1957 65+11
1958 66+0
1959 66+2
1960 66+4
1961 66+6
1962 66+8
1963 66+10
ab 1964 67+0
* in Jahren + Monaten
Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre. Die Umstellung beginnt mit dem Geburtsjahrgang 1947. Menschen, die in diesem Jahr geboren wurden, müssen einen Monat länger arbeiten, wenn sie ihre Rente vollständig erhalten wollen. Bis 2023 kommt dann für die einzelnen Jahrgänge jeweils ein Monat Mehrarbeitszeit hinzu. Ab 2024 geht es weiter mit Zweimonatsschritten. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 gilt so schließlich das neue Rentenalter 67.
Das sind die Ausnahmen
Wer schon 45 Jahre Rentenbeiträge bezahlt hat, kann auch künftig mit 65 in Rente gehen, ohne Abzüge akzeptieren zu müssen. Dabei zählt auch die Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Nachwuchses bei den Beitragszeiten mit. Allerdings schaffen es nur wenige Arbeitnehmer tatsächlich auf 45 Beitragsjahre - bei den Männern waren es zuletzt 28 Prozent, bei Frauen sogar nur vier Prozent.
So viele Abschläge zahlen Sie
Wer 35 Jahre Beiträge gezahlt hat, soll auch künftig mit 63 in Rente gehen können, muss aber Abschläge dafür in Kauf nehmen: 0,3 Prozent für jeden Monat, den man vor der Regelzeit aufhört.
Das ändert sich bei der Witwenrente
Hinterbliebene Ehepartner bekommen künftig statt ab 45 erst ab 47 die große Witwenrente (55 Prozent der normalen Versichertenrente). Bis dahin muss man sich mit der kleinen Witwenrente von 25 Prozent zufriedengeben.
So ändert sich Ihr Versicherungsbeitrag
Der Beitragssatz zur Rentenversicherung soll durch die Reform bis 2020 nicht über 20 Prozent und bis 2030 nicht über 22 Prozent steigen. Das ist eine schwierige Aufgabe: Dem Statistischen Bundesamt zufolge wird der Altersdurchschnitt der Bevölkerung im Jahr 2050 von 42 auf 50 Jahre steigen.
Das ändert sich für Schwerbehinderte
Für Schwerbehinderte wird das Renteneintrittsalter stufenweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Mit finanziellen Abschlägen ist aber auch der Renteneintritt mit 62 möglich.
Das ändert sich bei den Erwerbsminderungsrenten
Wer aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt arbeiten kann, muss sich auf maximal 10,8 Prozent Abschlag einstellen. Er kann als Erwerbsgeminderter zudem mit 63 Jahren ohne Einbußen in Rente gehen. Diese Regelung gilt bis 2023, danach sind 40 Beitragsjahre erforderlich.