Gute Arbeitsmarktlage Rentenbeiträge könnten 2018 sinken - um 0,1 Prozentpunkte

Steigende Löhne und die starke Zunahme der Beschäftigung könnten einem Bericht zufolge zu einer Senkung der Rentenbeiträge führen. Davon würden nicht nur Arbeitgeber und Arbeitnehmer profitieren.

Arbeitsplatz für ältere Beschäftigte bei BMW
DPA

Arbeitsplatz für ältere Beschäftigte bei BMW


Wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt zeichnet sich für 2018 in der gesetzlichen Rentenversicherung offenbar eine Beitragssenkung ab. Arbeitnehmer und Arbeitgeber könnten Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge um etwa 1,3 Milliarden Euro entlastet werden.

Berechnungen des Schätzerkreises Rentenversicherung zufolge sei mit einer Absenkung zum 1. Januar 2018 um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent zu rechnen. Das habe Reuters aus Kreisen der Bundesregierung erfahren.

Maßgeblich dafür sei die starke Zunahme der Beschäftigung mit steigenden Löhnen, die zu höheren Beitragseinnahmen führe als erwartet. Endgültige Klarheit werde es erst nach Abschluss der Steuerschätzung am 9. November geben.

Auch Bund und Rentner würden profitieren

Der Beitrag wird per Verordnung vom Bundesarbeitsministerium und mit Zustimmung des Bundesrates festgelegt. Nach bisherigen Berechnungen wäre der Beitragssatz bis 2021 stabil bei 18,7 Prozent geblieben und 2022 dann auf 18,9 Prozent gestiegen, weil die gesetzlich vorgeschriebene Rücklage dann das Mindestvolumen unterschreiten würde.

Im Detail legt die Bundesregierung die Entwicklung im Rentenversicherungsbericht dar, der für Ende November geplant ist. Die Verordnung zur Beitragssenkung könnte nach Angaben aus der Regierung am 22. November im Kabinett beraten werden.

Von der Beitragssatzsenkung würden Beschäftigte und Arbeitgeber profitieren, aber auch der Bund, weil er beim Zuschuss an die Rentenkasse nach Schätzungen etwa 200 Millionen Euro sparen könnte. Auch Rentner haben etwas davon, weil ein sinkender Beitragssatz die Rentenanpassung 2019 erhöhen würde.

Was können wir uns im Alter noch leisten?

In Regierungskreisen wurde allerdings zugleich gemahnt, dass langfristig durch die demografische Entwicklung ein deutlicher Anstieg der Beiträge zur Rentenversicherung programmiert sei.

Holger Hansen, Reuters/brt

insgesamt 57 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Nordstadtbewohner 20.10.2017
1. Glück gehabt
"In Regierungskreisen wurde allerdings zugleich gemahnt, dass langfristig durch die demografische Entwicklung ein deutlicher Anstieg der Beiträge zur Rentenversicherung programmiert sei." Wenn ich so etwas lese, kann ich mich nur freuen, dass ich auf Grund meiner beruflichen Situation nicht gesetzlich rentenversichert bin. Mag sein, dass im nächsten Jahr der Beitrag ein wenig gesenkt wird, aber ab 2020 werden die Beiträge explodieren. Die gesetzliche Rentenversicherung lässt es zu, dass die Alten auf Kosten der Jungen leben und diese ihnen einen Lebensabend finanzieren müssen, den sie selbst nie haben werden. Ich kann nur hoffen, dass den jungen Menschen bewusst wird, in welchem Zwangssystem sie stecken.
berndsammy 20.10.2017
2.
"In Regierungskreisen wurde allerdings zugleich gemahnt, dass langfristig durch die demografische Entwicklung ein deutlicher Anstieg der Beiträge zur Rentenversicherung programmiert sei." Eben! Und genau dafür sollte man gerade jetzt Vorsorge treffen. Also was soll eine so Senkung in homöopatischer Dosierung? Wem hilft das wirklich?
Master GG 20.10.2017
3. Wirklich Großartig
Ich kann nur sagen ,ich verzichte! Denk dran der Wahlkampf mit Geschenken ist vorbei.
woswoistndu 20.10.2017
4. Das
macht bei meinem Gehalt genau 4,29€. Im Jahr. Wow, was mache ich nur mit der ganzen Kohle...
dasistdasende 20.10.2017
5. Für 2 Euro im Monat ?
Spart Euch bitte den ganzen Bürokratieaufwand und lasst den Beitrag wie er ist. Der geht die nächsten Jahre eh hoch.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.