Bundesregierung Rentenbeitrag sinkt auf 18,7 Prozent

Die Bundesregierung senkt den Rentenbeitrag zum 1. Januar 2015 um 0,2 Prozent. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bedeutet das eine Entlastung um je rund eine Milliarde Euro jährlich.

Andrea Nahles (am Mittwoch in Berlin): Verordnung gebilligt
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Andrea Nahles (am Mittwoch in Berlin): Verordnung gebilligt


Berlin - Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen zum 1. Januar 2015 weniger in die Rentenkasse einzahlen. Der Rentenbeitragssatz sinkt um 0,2 Punkte auf 18,7 Prozent. Das Kabinett billigte am Mittwoch die Verordnung zur Reduzierung des derzeitigen Satzes von 18,9 Prozent, wie Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) mitteilte.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber würden durch die Absenkung um je rund eine Milliarde Euro jährlich entlastet, sagte Nahles. Nach den Vorausberechnungen des Rentenversicherungsberichts 2014 könne der Beitragssatz von 18,7 Prozent bis zum Jahr 2018 stabil gehalten werden.

Danach werde die demografische Belastung zunehmen, was zwangsläufig zu einem Beitragssatzanstieg führen werde, fügte die Ministerin hinzu. Die Vorausberechnungen zeigten aber, dass die gesetzlichen Beitragssatzobergrenzen von maximal 20 Prozent bis zum Jahr 2020 und maximal 22 Prozent bis zum Jahr 2030 eingehalten würden.

Zuvor hatte der SPIEGEL über die aktualisierte Prognose zur Senkung des Beitragssatzes berichtet. Dem Bericht zufolge rechnen die Fachleute damit, dass die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage zum Jahresende 2014 auf rund 1,82 Monatsausgaben der Rentenkasse anwachsen wird – umgerechnet sind das rund 33,5 Milliarden Euro. Laut Gesetz muss der Rentenbeitragssatz gesenkt werden, wenn die Reserven 1,5 Monatsausgaben übersteigen.

Parallel zur Senkung des Rentensatzes werden ab Januar die Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,35 Prozentpunkte auf 2,35 Prozent angehoben, um die Pflegereform zu finanzieren. Auf diese Weise sollen 2,6 Millionen Menschen in Deutschland besser abgesichert werden.

bos/AFP/dpa



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insgesamt 16 Beiträge
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Rlpler 19.11.2014
1. Wenn ab 2018 eh wieder erhöht wird,
warum nutzt man nicht die Gunst der Stunde und erhöht die Nachhaltigkeitsrücklage um die Rentenversicherung langfristig weg vom Umlageverfahren und hin zum kapitalgedeckten Verfahren umzubauen. Im 19. Jhd. war das Umlageverfahren noch gut um eine starke Rentenversicherung aus dem Boden zu stampfen. Heute hat sie sich selbst überlebt.
Stefnix 19.11.2014
2. Soso.
Scheint ja eine extrem vorausschauende Planung zu sein. Und was machen wir ab 2030, wenn die Babyboomer allmählich in Rente gehen? Aber dann seid Ihr ja längst nicht mehr in Amt und Würden; nicht wahr, Nahles & Co.?!
theodor11 19.11.2014
3. Milchmådchenrechnung
wieder ein Beweis, dass Politiker nicht rechnen können und von Nachhaltigkeit keine Ahnung haben. Sie handeln wie immer unverantwortlich. "Nach mir die Sintflut, (Sündflut)"
topas 19.11.2014
4.
Na das ist doch mal eine Perspektive: Statt mal langfristig etwas zu tun wird jetzt von 18,9 auf 18,7 Prozentpunkte gesenkt, also der Prozentsatz um rund 1% gesenkt. Dass die nächste Generation bereits die Perspektive hat, dafür einen um 20% höheren Satz zahlen zu dürfen ist irrelevant. Lieber noch schnell was für die verbleibende Wählerschaft machen, die Jugend wählt doch eh kaum noch "etablierte Parteien". Das ist Ar###kriecherei wie sie im Bilderbuch steht. Die Jugend hat doch eine rosige Perspektive: Rentensätze jenseits von Gut und Böse, dazu eine enorme Steuerlast, da immer mehr Senioren nicht mal die Rente genügen wird und diese aufgestockt werden muss - sprich die Zahlung für die Rentner kommt aus Renten- und Sozialkasse. Das stark abgabenbelastete Durchschnittseinkommen sinkt parallel dadurch, dass es immer mehr Zeitarbeitsverhältnisse etc. gibt - also einem Einkommen, das bei heutiger Steuerlast bereits kaum zur Gründung einer Existenz und Familie reicht und auch sonst kaum geeignet sein dürfte, die Binnenkonjunktur anzukurbeln. Die Arbeitsmarktpolitik tut ihr übriges, dass es immer weniger junge Rentenzahler gibt - die erwartete Mobilität, "jeden Job annehmen", unbezahlte Praktika verbieten doch geradezu eine Familiengründung, so dass in Kombination von Mindestlohn und sinkender Geburtenzahlen im Jahre 2030 die Rate garantiert über 22% liegen wird (bei gleichbleibenden Rentenkonditionen). Und was macht die Nahles? "Ja ich sehe den Abgrund, aber ich lege nochmal ein paar Kohlen nach, damit wir ihn noch schneller da sind". Aber was will man von jemandem erwarten, der mit einem Studium von "Politik, Philosophie und Germanistik" (übrigens 10 Jahre - eine Zeit in der heutige Studenten drei Abschlüsse schaffen statt einem "M.A.") einfach mal keinerlei Ahnung von Finanzpolitik und Wirtschaft hat, sich aber mit diesem unproduktiven Studium ein unverschämtes Gehalt zuschustert, mit dem sie ausgesorgt hat...
naklar? 19.11.2014
5. Was soll die Aufregung? Wir steuern eh auf ein Grundeinkommen zu.
Zitat von topasNa das ist doch mal eine Perspektive: Statt mal langfristig etwas zu tun wird jetzt von 18,9 auf 18,7 Prozentpunkte gesenkt, also der Prozentsatz um rund 1% gesenkt. Dass die nächste Generation bereits die Perspektive hat, dafür einen um 20% höheren Satz zahlen zu dürfen ist irrelevant. Lieber noch schnell was für die verbleibende Wählerschaft machen, die Jugend wählt doch eh kaum noch "etablierte Parteien". Das ist Ar###kriecherei wie sie im Bilderbuch steht. Die Jugend hat doch eine rosige Perspektive: Rentensätze jenseits von Gut und Böse, dazu eine enorme Steuerlast, da immer mehr Senioren nicht mal die Rente genügen wird und diese aufgestockt werden muss - sprich die Zahlung für die Rentner kommt aus Renten- und Sozialkasse. Das stark abgabenbelastete Durchschnittseinkommen sinkt parallel dadurch, dass es immer mehr Zeitarbeitsverhältnisse etc. gibt - also einem Einkommen, das bei heutiger Steuerlast bereits kaum zur Gründung einer Existenz und Familie reicht und auch sonst kaum geeignet sein dürfte, die Binnenkonjunktur anzukurbeln. Die Arbeitsmarktpolitik tut ihr übriges, dass es immer weniger junge Rentenzahler gibt - die erwartete Mobilität, "jeden Job annehmen", unbezahlte Praktika verbieten doch geradezu eine Familiengründung, so dass in Kombination von Mindestlohn und sinkender Geburtenzahlen im Jahre 2030 die Rate garantiert über 22% liegen wird (bei gleichbleibenden Rentenkonditionen). Und was macht die Nahles? "Ja ich sehe den Abgrund, aber ich lege nochmal ein paar Kohlen nach, damit wir ihn noch schneller da sind". Aber was will man von jemandem erwarten, der mit einem Studium von "Politik, Philosophie und Germanistik" (übrigens 10 Jahre - eine Zeit in der heutige Studenten drei Abschlüsse schaffen statt einem "M.A.") einfach mal keinerlei Ahnung von Finanzpolitik und Wirtschaft hat, sich aber mit diesem unproduktiven Studium ein unverschämtes Gehalt zuschustert, mit dem sie ausgesorgt hat...
Die 40-Std Woche wird für die meisten bald ausgedient haben aufgrund des technologischen Fortschritts. Die Frage ist nur, wie geht die Politik mit den explosiven nichtgedeckten Pensionslasten um. Daß die abgesenkte Rente für die Mehrheit der Menschen bald nicht mehr zum leben reicht, dürfte doch den meisten hier längst geläufig sein.
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