Wirtschaft


Frankreich und Italien: Euro-Länder wollen Rettungsfonds mit unbegrenzter Feuerkraft

Der europäische Rettungsfonds ESM soll nach dem Willen führender Euro-Länder offenbar unbegrenzt Kredit bei der Notenbank EZB aufnehmen können. Laut "Süddeutscher Zeitung" würde der Fonds dazu eine Banklizenz erhalten. Bundesregierung und Bundesbank lehnen den Vorstoß ab.

Frankreichs und Italiens Regierungschefs Hollande (li.) und Monti: Verlockender PlanZur Großansicht
REUTERS

Frankreichs und Italiens Regierungschefs Hollande (li.) und Monti: Verlockender Plan

Berlin/Brüssel - Der Plan klingt verlockend: keine Diskussionen mehr über die Höhe von Brandmauern oder die Größe von Rettungsschirmen - stattdessen könnte der im Herbst startende Fonds ESM sich praktisch unbegrenzt Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) leihen. Das zumindest wollen laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") wichtige Euro-Staaten wie Italien und Frankreich, aber auch führende Vertreter des EZB-Rats. Sie unterstützen demnach Pläne, den ESM mit einer Banklizenz auszustatten.

Für Bundesregierung und Bundesbank ist das ein erneuter Angriff auf die Unabhängigkeit der EZB und die Geldwertstabilität in der Euro-Zone. Der Notenbank ist es laut den EU-Verträgen verboten, Staaten zu finanzieren. Genau das würde sie aber tun, wenn sie sich auf den Vorschlag einließe.

Konkret sieht der Plan laut "SZ" vor, dass der ESM Länder wie Spanien und Italien in Zukunft unterstützt, indem er in großem Stil Anleihen dieser Staaten kauft. Dadurch sollen die Zinsen für diese Anleihen sinken, die Kreditaufnahme soll billiger werden. So weit entspricht der Plan dem, was der italienische EZB-Präsident Mario Draghi bereits Ende vergangener Woche angedeutet hatte.

Neu hinzukommen soll aber die Möglichkeit für den ESM, die angekauften Anleihen als Sicherheiten bei der EZB zu hinterlegen und sich dafür frisches Geld zu leihen, das er wiederum zur Rettung bedrohter Euro-Staaten einsetzen könnten. So ließe sich verhindern, dass der Fonds seine Mittel von insgesamt 700 Milliarden Euro irgendwann ausschöpft. Es entstünde ein ewiger Kreislauf aus Anleihen und frischem Geld.

Experten und Politiker hätten beschlossen zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen "der Fonds einen direkten Zugriff auf die Europäische Zentralbank erhalten sollte", zitiert die Zeitung einen EU-Diplomaten. Ein anderer ranghoher Vertreter der Euro-Zone sagte der "SZ", die Idee gewinne immer mehr Unterstützer.

Der Plan ist nicht neu. Er war schon im Herbst vergangenen Jahres im Gespräch. Damals hatten Deutschland und andere Länder einen entsprechenden Vorstoß aus Frankreich abgewehrt. Mittlerweile dürfte es für Bundeskanzlerin Angela Merkel jedoch schwieriger geworden sein, ihre Ablehnung durchzuhalten. Die Krise in der Euro-Zone hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft. Nicht nur Griechenland droht die Pleite, auch Spanien hat große Probleme, sich an den Kapitalmärkten frisches Geld zu erträglichen Zinsen zu leihen.

Zuletzt hatten viele Politiker deshalb den Druck auf Bundesregierung und Bundesbank erhöht, ihre harte Haltung aufzugeben und zumindest einem großen Anleihenkaufprogramm der EZB zuzustimmen. Die Euro-Länder müssten jetzt "mit allen verfügbaren Mitteln" ihre feste Entschlossenheit zeigen, die Finanzstabilität der Währungsgemeinschaft zu garantieren, hatte der luxemburgische Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker gefordert. "Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren."

Auch die USA haben sich in die europäische Diskussion eingeschaltet. Am Montag hatte Finanzminister Timothy Geithner seinen deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble (CDU) in dessen Urlaub auf Sylt besucht, um über die Krise in der Euro-Zone zu reden.

stk

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insgesamt 520 Beiträge
xaka 31.07.2012
Es gibt nur noch eine Möglichkeit ... RAUS aus diesem Irrenhaus !
Zitat von sysopDer europäische Rettungsfonds ESM soll nach dem Willen führender Euro-Länder offenbar unbegrenzt Kredit bei der Notenbank EZB aufnehmen können. Laut "Süddeutscher Zeitung" würde der Fonds dazu eine Banklizenz erhalten. Bundesregierung und Bundesbank lehnen den Vorstoß ab. Rettungsfonds ESM soll Banklizenz bekommen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,847283,00.html)
Es gibt nur noch eine Möglichkeit ... RAUS aus diesem Irrenhaus !
wilczynski 31.07.2012
Jetzt haben die Euro-Politiker vollends den Verstand verloren!!! Wann zieht endlich einer die Reißleine?
Zitat von sysopDer europäische Rettungsfonds ESM soll nach dem Willen führender Euro-Länder offenbar unbegrenzt Kredit bei der Notenbank EZB aufnehmen können. Laut "Süddeutscher Zeitung" würde der Fonds dazu eine Banklizenz erhalten. Bundesregierung und Bundesbank lehnen den Vorstoß ab. Rettungsfonds ESM soll Banklizenz bekommen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,847283,00.html)
Jetzt haben die Euro-Politiker vollends den Verstand verloren!!! Wann zieht endlich einer die Reißleine?
Wie war das noch bei der Euroeinführung? Kein Bailout 3% maximale Neuverschuldung 70 % maximale Verschuldung 2% Inflation Alles was uns versprochen wurde war schon nach der Unterschrift Makulatur, welche Politiker [...]
Zitat von sysopDer europäische Rettungsfonds ESM soll nach dem Willen führender Euro-Länder offenbar unbegrenzt Kredit bei der Notenbank EZB aufnehmen können. Laut "Süddeutscher Zeitung" würde der Fonds dazu eine Banklizenz erhalten. Bundesregierung und Bundesbank lehnen den Vorstoß ab. Rettungsfonds ESM soll Banklizenz bekommen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,847283,00.html)
Wie war das noch bei der Euroeinführung? Kein Bailout 3% maximale Neuverschuldung 70 % maximale Verschuldung 2% Inflation Alles was uns versprochen wurde war schon nach der Unterschrift Makulatur, welche Politiker werden denn wegen Vertragsbruch belangt? Auch Deutschland ist/war hier kein Musterknabe Das Frankreich, Italien und Spanien auf unbegrenzten Kredit drängen bedeutet doch nur, das alle drei Geld von der EZB haben wollen. Diesen Staaten war die Unabhängigkeit der EZB sowieso ein Dorn im Auge. Ich hoffe nur, dass das BVG dies beendet. Da war doch noch was mit Artikel 20 Absatz 4 im Grundgesetz.
masc672 31.07.2012
gibt jedem EU-Bürger 1 Triiliarde Euro. Das bringt mehr. Was werden das jetzt für Paradisische Zustände? Dann brauchen die Südländer von jetzt an gar keine Steuern mehr einzutreiben. Das Geld kommt aus der PResse.
Zitat von sysopDer europäische Rettungsfonds ESM soll nach dem Willen führender Euro-Länder offenbar unbegrenzt Kredit bei der Notenbank EZB aufnehmen können. Laut "Süddeutscher Zeitung" würde der Fonds dazu eine Banklizenz erhalten. Bundesregierung und Bundesbank lehnen den Vorstoß ab. Rettungsfonds ESM soll Banklizenz bekommen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,847283,00.html)
gibt jedem EU-Bürger 1 Triiliarde Euro. Das bringt mehr. Was werden das jetzt für Paradisische Zustände? Dann brauchen die Südländer von jetzt an gar keine Steuern mehr einzutreiben. Das Geld kommt aus der PResse.
grauemasse 31.07.2012
aber ganz, ganz schnell, jetzt drehens durch. Unfassbar.
Zitat von sysopDer europäische Rettungsfonds ESM soll nach dem Willen führender Euro-Länder offenbar unbegrenzt Kredit bei der Notenbank EZB aufnehmen können. Laut "Süddeutscher Zeitung" würde der Fonds dazu eine Banklizenz erhalten. Bundesregierung und Bundesbank lehnen den Vorstoß ab. Rettungsfonds ESM soll Banklizenz bekommen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,847283,00.html)
aber ganz, ganz schnell, jetzt drehens durch. Unfassbar.
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  • Dienstag, 31.07.2012 – 06:35 Uhr
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So funktioniert der Rettungsfonds ESM
Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) kann bis zu 500 Milliarden Euro an Hilfsgeldern vergeben. Nur 80 Milliarden Euro davon werden wirklich eingezahlt, der Rest sind Garantien. Nicht angerechnet werden die bereits vergebenen Hilfen aus dem vorläufigen Rettungsfonds EFSF sowie bilaterale Kredite der Euro-Staaten an Griechenland.
Die Europäische Zentralbank
Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die gemeinsame Währungsbehörde der Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion und bildet mit den nationalen Zentralbanken der EU-Staaten das Europäische System der Zentralbanken .


Gedränge unter dem Rettungsschirm
Im April 2010 beschloss der EU-Gipfel das erste Rettungspaket in Höhe von 110 Milliarden Euro für drei Jahre, bestehend aus bilateralen Krediten unter Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Ein Jahr später legten die Staats- und Regierungschefs ein zweites Rettungspaket nach, an dem sich neben dem IWF auch die privaten Gläubiger mit einem Forderungsverzicht beteiligten. Das später ausgehandelte Gesamtvolumen: 172,6 Milliarden Euro (inklusive 24,4 Milliarden aus dem alten Programm) für die kommenden zwei Jahre. 30 Milliarden Euro davon gehen indes nicht an Athen, sondern zur Absicherung an die Banken. Deren Verlust aus dem Schuldenschnitt: 107 Milliarden Euro.



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