Rettungspaket Internationaler Währungsfonds billigt Kredite für Athen

Das Rettungspaket für Griechenland steht: Der Internationale Währungsfonds hat die Notkredite in Höhe von 30 Milliarden Euro beschlossen. In Brüssel verhandeln die EU-Finanzminister darüber, wie sie angeschlagenen Euro-Ländern künftig schneller helfen können.


Washington - Der Verwaltungsrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat die Notkredite in Höhe von 30 Milliarden Euro gebilligt. Am Freitag hatten bereits die Euro-Staaten ihren Teil der Hilfen an dem Rettungspaket beschlossen. Insgesamt bekommt die Regierung 110 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre.

In Brüssel beraten die EU-Finanzminister über einen Notfallfonds für Euro-Länder. Um zu verhindern, dass die Krise auf andere Euro-Länder wie Spanien und Portugal übergreift, wollen sich die 27 EU-Länder auf ein Notfallsystem einigen. "Wir werden den Euro verteidigen", sagte die spanische Finanzministerin und amtierende Ratsvorsitzende Elena Salgado. Die Beratungen verzögerten sich allerdings, da Wolfgang Schäuble mit dem Verdacht auf Medikamenten-Unverträglichkeit in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Mit den geplanten Mechanismen soll die sogenannte "No-Bailout-Klausel" (in etwa: "Kein-Herauskaufen") im EU-Vertrag umgangen werden. Sie besagt, dass ein Euro-Land nicht für die Schulden eines anderen einstehen darf.

Jetzt ist Diplomaten zufolge im Gespräch, den bereits bestehenden Hilfsfonds der EU-Kommission von 50 Milliarden Euro auf 110 Milliarden Euro aufzustocken. Gelder aus dieser Kreditlinie kamen bisher nur Nicht-Euro-Staaten in der EU wie Ungarn oder Rumänien zugute.

Außerdem soll die EU-Kommission mit ihrer guten Bonität und damit niedrigen Zinsen Kredite aufnehmen und weiter verleihen können. Diese würden dann aber von den übrigen Euro-Ländern garantiert werden müssen. Dieser Vorschlag ist umstritten, denn es könnte Verfassungsprobleme in einigen Mitgliedsstaaten geben, sagten Diplomaten.

Es dürfe keine Enttäuschung geben, sagte der schwedische Ressortchef Anders Borg. "Die Finanzmärkte benehmen sich wirklich wie ein Wolfsrudel", sagte Borg. "Wenn wir sie nicht stoppen, werden sie die schwächeren Länder zerreißen, auch wenn die selbst Schuld sind an ihrer Schwäche."

cte/dpa/AFP



insgesamt 1045 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Ghost12 08.05.2010
1.
Zitat von sysopDer Bundestag hat Milliarden-Hilfen zur Rettung Griechenlands beschlossen. Doch ob die Maßnahmen der Eu ausreichen werden, um die Staatskrise in den Griff zu bekommen? Zudem erreicht die Griechenland-Krise die Börsen, die erhebliche Kurseinbrüche verzeichnen mussten. Was glauben Sie - wird die Krise auch den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland bremsen?
Die Banken fordern und betteln um den erneuten Bail-Out. Alle Monate wieder, schon wieder haben sie sich verzockt. "Anleger betteln bei Zentralbank um Hilfe" http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:boersenausblick-anleger-betteln-bei-zentralbank-um-hilfe/50111588.html Knickt die EZB ein, wovon auszugehen ist, sind all unsere bisherigen Eigentümer, alle unsere Freiheitsrechte nicht mehr in unserer Hand sondern ein reines Pfand der Politik und Banken. EU-Bürger sind dann reine Sklaven, die ihre komplette Arbeitskraft der Obrigkeit zur Verfügung stellen.
Volker Gretz, 08.05.2010
2.
Zitat von sysopDer Bundestag hat Milliarden-Hilfen zur Rettung Griechenlands beschlossen. Doch ob die Maßnahmen der Eu ausreichen werden, um die Staatskrise in den Griff zu bekommen? Zudem erreicht die Griechenland-Krise die Börsen, die erhebliche Kurseinbrüche verzeichnen mussten. Was glauben Sie - wird die Krise auch den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland bremsen?
Die Frage lautet doch eher: Wird die Wirtschaft ihre Währung noch verteidigen können? In Brüssel werden gerade "Reformen" (=zahlen für die Wirtschaft) beschlossen, die Sonntag (nach Schließung der NRW-Wahllokale und vor Öffnung der internationalen Börsen) verkündet werden.
Prekarianer 08.05.2010
3.
Zitat von sysopDer Bundestag hat Milliarden-Hilfen zur Rettung Griechenlands beschlossen. Doch ob die Maßnahmen der Eu ausreichen werden, um die Staatskrise in den Griff zu bekommen? Zudem erreicht die Griechenland-Krise die Börsen, die erhebliche Kurseinbrüche verzeichnen mussten. Was glauben Sie - wird die Krise auch den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland bremsen?
es ist immer wieder schön mitanzusehen, wie sich die marionetten der wirtschaftsbosse, politiker genannt, wie käfer verhalten. auf den rücken fallen und ihre beine empor halten und willig den weg der bänker hinterherlaufen
Ghost12 08.05.2010
4.
Zitat von Prekarianeres ist immer wieder schön mitanzusehen, wie sich die marionetten der wirtschaftsbosse, politiker genannt, wie käfer verhalten. auf den rücken fallen und ihre beine empor halten und willig den weg der bänker hinterherlaufen
"Quantitave Easing" wäre eine Abwertung des Euros. Das wäre Enteignung. Zugunsten von spekulierenden Banken. Das ist alles nicht mehr witzig, das wäre Ende von Demokratie und Eigentum.
rolli 08.05.2010
5.
Zitat von sysopDer Bundestag hat Milliarden-Hilfen zur Rettung Griechenlands beschlossen. Doch ob die Maßnahmen der Eu ausreichen werden, um die Staatskrise in den Griff zu bekommen? Zudem erreicht die Griechenland-Krise die Börsen, die erhebliche Kurseinbrüche verzeichnen mussten. Was glauben Sie - wird die Krise auch den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland bremsen?
Die Weltwirtschaft, incl. der Banken hat sich an foreign exchange swaps verzockt. Bevor Staaten daran zugrunde gehen, werden grosse Unternehmen, Banken und Versicherungen bankrott sein. Aber die Staaten werden folgen, denn Zocker an diesem Markt waren auch die Zentralbanken in grossem Stil tätig. Es bleibt nur Rezession, dadurch Inflation und dadurch weltweit Zusammenbruch der Wirtschaft und des Geldsystems. rolli
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.