Rettungspaket plus Monti wirbt für den Billionen-Schirm

500 Milliarden sind gut - eine Billion wäre besser. Italiens Premier Monti plädiert nach SPIEGEL-Informationen dafür, den Euro-Rettungsschirm zu verdoppeln, um das Vertrauen in die Währungsunion zu steigern. Unterstützung bekommt er von EZB-Chef Draghi.

Italiens Premier Monti: Volumen des Rettungsschirms drastisch steigern
DPA

Italiens Premier Monti: Volumen des Rettungsschirms drastisch steigern


Hamburg - Der Druck auf die Bundesregierung wächst, den künftigen europäischen Rettungsschirm ESM aufzustocken. Nach Informationen des SPIEGEL wirbt Italiens Ministerpräsident Mario Monti dafür, das Finanzierungsvolumen des Rettungsschirms von 500 Milliarden Euro auf eine Billion Euro zu erhöhen.

Eine solche Maßnahme schaffe Vertrauen in die Währungsunion, was die Zinsen für Staatsanleihen sinken lasse, argumentiert Monti. In dieser Einschätzung wird er von Spanien und Portugal unterstützt. Auch Frankreich plädiert dafür, dass Deutschland seine wirtschaftliche und finanzielle Stärke zugunsten des Euro in die Waagschale wirft. Die Bundesregierung hat Monti von seinen Wünschen schon in Kenntnis gesetzt.

Rückendeckung bekommt der italienische Ministerpräsident auch von seinem Landsmann Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieser hat einen Kompromissvorschlag zur Diskussion gestellt. Demnach sollen die unverbrauchten Mittel des vorläufigen Rettungsschirms EFSF nicht auf den ESM angerechnet werden. Stattdessen soll der dauerhafte Rettungsschirm die Restmittel zusätzlich zur Verfügung gestellt bekommen. So ließe sich dessen Volumen immerhin auf rund 750 Milliarden Euro aufstocken.

Die Bundesregierung verweist bisher dagegen eisern darauf, dass erst im März geprüft werde, ob der ESM mit ausreichendem Kapital ausgestattet ist. So war es beim letzten EU-Gipfel vereinbart worden.

Deutschland profitiert - und soll zahlen

Merkel hatte sich zuletzt gegen Forderungen aus Italien gewehrt, das von Deutschland mehr Hilfe in der Schuldenkrise verlangt hatte. Der italienische Ministerpräsident hatte gedrängt, Deutschland solle einen Beitrag leisten, damit Italien künftig niedrigere Zinsen zahlen müsse.

Hintergrund der Forderung von Monti und anderen Regierungschefs ist, dass Deutschland nicht nur besonders stark vom Euro profitiert, sondern aktuell in der Schuldenkrise auch von deutlich niedrigeren Zinsen. Die Zinskosten Deutschlands als "sicherer Hafen" für Anleger sind so niedrig wie seit Jahren nicht. Andere Länder könnten davon profitieren - wenn es zum Beispiel gemeinsame Euro-Bonds gäbe. Diese aber lehnt die Bundesregierung bisher strikt ab.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 161 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
n+1 21.01.2012
1. Simpel
Zitat von sysop500 Milliarden sind gut - eine Billion wäre besser: Italiens Premier Monti plädiert nach SPIEGEL-Informationen dafür, den Euro-Rettungsschirm zu verdoppeln, im das Vertrauen in die Währungunion zu steigern. Unterstützung bekommt er von EZB-Chef Draghi. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,810589,00.html
Dieses Problem ist sehr einfach zu lösen. Nachdem die Kanzlerin den Leichtmatrosen Monti auf die Brücke zitiert hat um ihn wegen mangelnder nautischer Fähigkeiten abzubürsten, (wo ist eigentlich Kapitän Berlusconi?) braucht Herr Draghi offensichtlich die gleiche Lektion.
bengel771 21.01.2012
2.
Zitat von sysop500 Milliarden sind gut - eine Billion wäre besser: Italiens Premier Monti plädiert nach SPIEGEL-Informationen dafür, den Euro-Rettungsschirm zu verdoppeln, im das Vertrauen in die Währungunion zu steigern. Unterstützung bekommt er von EZB-Chef Draghi. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,810589,00.html
... und 2 Billionen wären ideal, dann könnte Deutschland seine Schulden ablösen und wäre fein raus ... ach so ne, wir sollen ja bezahlen, haben schließlich ein wenig profitiert - da ist eine Generationenverpflichtung nicht zuviel verlangt. Man kann dem Saustall kaum noch zuhören.
bettercentury.blogspot 21.01.2012
3. es gibt NICHTS zu retten
vielleicht begreifen auch die herren ganz oben irgendwann einmal, dass ein zinsbasiertes schuldgeldsystem nicht zu retten ist. jede rettungsmaßnahme kann den crash nur verzögern. warum? weil schuldgeldsystem IMMER gegen exponentialfunktion verliert. ich versuche es in aller kürze: die wurzel allen übels ist die geldschöpfung - also die prozesse, bei denen unser geld entsteht. geld entsteht bei uns nur in zwei prozessen: a) die zentralbank gibt einer geschäftsbank einen KREDIT b) eine geschäftsbank gibt einem kunden (unternehmen, privatperson) einen KREDIT. fällt ihnen etwas auf? alles geld entsteht als KREDIT. für kredite sind ZINSEN zu zahlen. das geld für diese zinsen wurde aber nicht geschaffen und kann in der gesamtheit nur über neue kredite von den schuldnern aufgebracht werden. dies bedingt eine endlose verschuldungsspirale, die im crash des systems enden MUSS. ausführlicher hier: pnbc: geldschöpfung - ein unvollkommer prozess (http://bettercentury.blogspot.com/2011/12/geldschopfung-ein-unvollkommer-prozess.html) Ich wünsche noch einen schönen Abend!
max_copernicus 21.01.2012
4. Gefährliche Allianz zweier Schuldenbarone
Monti und Draghi - da haben sich zwei gefunden. Bevor er weiter frech-dreiste Forderungen stellt, schlage ich Monti folgendes vor, um seine Probleme in den Griff zu kriegen: - Verkauf des italienischen Zentralbankgoldes - Verkauf des Immobilienvermögens des italienischen Staats - Verkauf der Staatsbeteiligungen / Staatsbetriebe des Staates - Radikaler Umbau der Steuerbehörden, harter Durchgriff gg. Steuersünder - Überprüfung der Vermögenslage (In-/Ausland) von Ferrarifahrern & Co. und ggf. realistische Besteuerung - Reduzierung der Gehälter aller Staatsbediensteter mit Einkommen über 100.000 € um 25% - Umbau der Dienstwagenflotte der Staastbediensteten von Oberklassefahrzeugen zu Mittelklassefahrzeugen - Ach ja, und gegen die Mafia könnte man ja auch etwas tun Wenn dann immer noch so massive Probleme bestehen, ja dann können wir nochmal drüber reden.
Friedrich Wilhelm Preuß 21.01.2012
5. TAUSEND Milliarden Euro ....
wer hat so viel Pinkepinke, wer hat sooo viel Geld? Wie die Jecken demnächst die Karamellen auf das Volk werfen, so möchten die beiden italienischen Kapitäne die €€€€€€€€€€€€€ auf uns EU-Lämmer regnen lassen. Ob sie so nicht auch Schiffbruch erleiden? wie ihr Landsmann mit dem schönen Dampfer.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.