Spanien-Krise: Euro-Rettungsfonds soll nun doch marode Banken stützen

Die Bankenkrise in Spanien beunruhigt Europa. Laut einem Zeitungsbericht prüfen EZB und Euro-Länder nun Strategien, um klamme Institute über den Rettungsfonds ESM direkt zu stützen. Schon in zwei Wochen soll es erste Vorschläge geben - obwohl Deutschland strikt dagegen ist.

Euro-Symbol in Frankfurt: Neuer Streit um Rettungsfonds Zur Großansicht
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Euro-Symbol in Frankfurt: Neuer Streit um Rettungsfonds

München - Erst hieß es, Bankenhilfen aus dem Euro-Rettungsfonds seien tabu - nun wird diese Option offenbar doch geprüft: Laut "Süddeutscher Zeitung" ("SZ") suchen die Europäische Zentralbank (EZB) und die Gruppe der Euro-Länder nach Strategien, wie Institute direkt an Mittel des permanenten Rettungsschirms ESM kommen können. Damit solle vermieden werden, dass ein ganzes Land den Fonds anzapfen muss, obwohl nur den Banken geholfen werden muss.

Das Land, dessen Name hier nicht genannt wird, ist ganz offensichtlich Spanien. Dort benötigen vor allem die Geldhäuser dringend Finanzmittel, um Kredite an Unternehmen vergeben zu können. Gleichzeitig muss die Regierung eisern sparen, um das ausufernde Defizit in den Griff zu bekommen. Die Lage in dem südeuropäischen Land hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt; die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen waren mehrfach bedenklich gestiegen.

Nun drücken die Euro-Retter offenbar aufs Tempo: Eine Arbeitsgruppe der Euro-Länder werde schon in den kommenden beiden Wochen prüfen, wie die direkte Vergabe von Krediten aus dem ESM an klamme, aber überlebensfähige Banken abgewickelt werden könnte. Grund für die Eile sei die Krise in Spanien, hieß es laut "SZ".

Direkte Kredite des ESM an Banken?

Die Hilfen der EZB zeigen den Rettern offenbar zu wenig Wirkung. Europas Zentralbank hatte den europäischen Instituten billig und für lange Zeit Geld geliehen, insgesamt rund eine Billion Euro. Diese Hilfen kommen aber nur zögerlich in der Wirtschaft an. Auch daher werde wieder eine direkte Kreditvergabe des ESM an die Banken in Betracht gezogen, heißt es in dem Bericht.

Der Vorstoß, sofern er sich denn konkretisiert, dürfte in der EU Streit provozieren. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte sich erst am Wochenende vehement gegen eine direkte Kreditvergabe des ESM an Banken ausgesprochen.

Die bisher vereinbarten Regeln sehen vor, dass nur Länder die Mittel abrufen und dann an notleidende Banken weiterreichen können. Sollte ein Land Geld abrufen, muss die Regierung im Gegenzug ein Spar- und Reformprogramm auflegen. Dies war eine wichtige Voraussetzung für die deutsche Zustimmung zu dem EU-Rettungsfonds. Sollte die Kreditvergabe direkt an Banken erfolgen, wäre dieses Prinzip ausgehebelt.

ssu/dpa-AFX

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1. Verstehe ich nicht...
anderton 26.04.2012
Zitat von sysopDie Hilfen der EZB zeigen den Rettern offenbar zu wenig Wirkung. Europas Zentralbank hatte den europäischen Instituten billig und für lange Zeit Geld geliehen, insgesamt rund eine Billion Euro. Diese Hilfen kommen aber nur zögerlich in der Wirtschaft an.
Wenn das Geld nicht in der Wirtschaft angekommen ist, dann ist wohl immernoch bei den Banken, oder? Warum brauchen die dann jetzt wieder Geld? Was haben die wohl damit gemacht? Wenn die EZB der Wächter der Inflation ist, warum sollte die EZB dann überhaupt wollen, dass die eine Billion den Weg in die Wirtschaft findet?
2.
nudelsuppe 26.04.2012
Zitat von SPONDie bisher vereinbarten Regeln sehen vor, dass nur Länder die Mittel abrufen und dann an notleidende Banken weiterreichen können. Sollte ein Land Geld abrufen, muss die Regierung im Gegenzug ein Spar- und Reformprogramm auflegen. Dies war eine wichtige Voraussetzung für die deutsche Zustimmung zu dem EU-Rettungsfonds. Sollte die Kreditvergabe direkt an Banken erfolgen, wäre dieses Prinzip ausgehebelt.
Ich glaube, ich muss mich übergeben. So wird Europapolitik in Europa gemacht. Man macht Verträge mit Deutschland mit ein paar schönen Bedingungen, damit das Parlament auch schön zustimmen kann. Und dann kippt man den ganzen Mist einfach in die Kloake. Und schon hat man die dummen Deutschen ausgetrickst. Wenn mich jemand so bescheißen will, dann ist er nicht mehr mein Freund. Pfui. Wenn unsere Regierung das zuläßt, dann muss ich wohl die "Keine Ahnung von nix"-Piraten wählen. Weil so geht es ja nicht weiter. Oder gibt es eine andere wählbare Alternative?
3. marktwirtschaft oder kommunismus - beides geht nicht!
Gebetsmühle 26.04.2012
Zitat von sysopDie Bankenkrise in Spanien beunruhigt Europa. Laut einem Zeitungsbericht prüfen EZB und Euro-Länder nun Strategien, um klamme Institute über den Rettungsfonds ESM direkt zu stützen. Schon in zwei Wochen soll es erste Vorschläge geben - obwohl Deutschland strikt dagegen ist. Spanien-Krise: Euro-Rettungsfonds soll nun doch marode Banken stützen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,829843,00.html)
schon wieder der wahnwitz, dass man marode banken retten müsse, anstatt sie zum schließen und die vorstände in die privathaftung zum nehmen. die vergabe von steuergelder an banken gibts nur im kommunismus, in der freien marktwirtschaft ist dafür kein platz. wer nicht wirtschaften kann, geht bankrott und am markt nimmt ein besserer seinen platz ein. wenn man sich daran nicht mehr hält, dann muss man alle banken sofort verstaatlichen, damit es nichct mehr zu solchen krisen kommen kann. der staat hat keine unternehmen zum retten.
4.
torrelamata 26.04.2012
warum regt mich diese mitteilung eigenlich nicht auf - weil absehbar und vorhersehbar. die finanzindustrie hat europa fest im würgegriff und quetscht bei bedarf einfach die mittel heraus, die für ihre gewinnmaximierung oder zur verschleierung von unterschlagungen nötig sind. und wir werden zahlen - wie immer alternativlos. wenn der esm erst mal in kraft ist, werden wir gnadenlos zahlen bis nix mehr zu holen ist. professor hankel hat die jetzt eintretenden szenarien bereits vor jahren genauestens beschrieben und vorhergesagt - hörenswert sein vortrag - es war einmal der euro - aber die deutschen hören ja lieber auf merkel und schäuble, zwei finanzpolitische nieten par exzellance. und das volk jubelt ihnen zu - noch...
5. ...
taggert 26.04.2012
Zitat von sysopDie Bankenkrise in Spanien beunruhigt Europa. Laut einem Zeitungsbericht prüfen EZB und Euro-Länder nun Strategien, um klamme Institute über den Rettungsfonds ESM direkt zu stützen. Schon in zwei Wochen soll es erste Vorschläge geben - obwohl Deutschland strikt dagegen ist. Spanien-Krise: Euro-Rettungsfonds soll nun doch marode Banken stützen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,829843,00.html)
War doch, für fast jeden außer unserer Politiker, abzusehen... "Ist der Schirm erst installiert, wird er geplündert, ganz ungeniert."
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  • Donnerstag, 26.04.2012 – 09:12 Uhr
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