Neuer US-Außenminister Exxon-Chef kassiert 180 Millionen Dollar Abfindung

Donald Trump wird den früheren Exxon-Chef Rex Tillerson zu seinem Außenminister machen. Zum Abschied zahlt der Ölkonzern dem Manager eine rekordverdächtige Abfindung.

Künftiger US-Außenminister Tillerson
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Künftiger US-Außenminister Tillerson

Von manager-magazin.de-Redakteur


In Deutschland dürfte manch einer die Nase rümpfen über die Millionenrente, die der frühere VW-Chef Martin Winterkorn trotz seines unrühmlichen Abgangs seit dem 1. Januar kassiert. In den USA bewegt man sich da in ganz anderen Dimensionen.

Gerade macht eine Vereinbarung die Runde, die der künftige US-Außenminister Rex Tillerson mit seinem bisherigen Arbeitgeber ExxonMobil getroffen hat. Demnach kappt Tillerson alle finanziellen Verbindungen zu dem Energiekonzern, dessen Chef er bis vor Kurzem war - und das auf offenbar recht lukrative Weise.

Wie das Unternehmen mitteilte, wurde eine entsprechende Vereinbarung zur Vermeidung von Interessenkonflikten zwischen Tillerson und ExxonMobil geschlossen. Tillerson werde den Wert von zwei Millionen Aktien des Konzerns in einen von Dritten verwalteten Fonds transferieren, so die Mitteilung. Der Wert der Aktien zum gegenwärtigen Zeitpunkt: etwa 180 Millionen Dollar.

Damit sind die Papiere gegenwärtig rund zehn Millionen Dollar mehr wert als noch kurz vor der Wahl Trumps. Seither hat die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung in den USA durch die künftige Politik Trumps bekanntlich einen Run auf US-Aktien ausgelöst. Vor allem Aktien der Ölbranche wie jene von Exxon Chart zeigen konnten davon profitieren.

Bei den Aktien aus der Tillerson-Vereinbarung handelt es sich um Papiere, die der Manager nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen im kommenden März über einen Zeitraum von zehn Jahren erhalten soll. Allerdings nur, wenn Tillerson in der Zeit nicht wieder in der Öl- oder Gasindustrie tätig wird. Tut er das doch, fließt das restliche Geld wohltätigen Zwecken zu. Auch der Fonds darf die Gelder nicht in die Ölbranche investieren, so die Abmachung.

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Rex Tillerson: Der Mann mit dem Draht in den Kreml

Vorgesehen ist außerdem, dass Tillerson auf einen Bonus in Höhe von 4,1 Millionen Dollar - auszahlbar in bar in den kommenden drei Jahren - sowie auf andere Bezüge und Vorteile verzichtet. Der 64-jährige Manager hat sich zudem verpflichtet, die mehr als 600.000 ExxonMobil-Aktien aus seinem Besitz zu verkaufen.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hatte Tillerson Mitte Dezember als Außenminister nominiert. Der US-Senat muss die Personalie noch bestätigen. Tillerson verfügt über keinerlei politische Erfahrung, aber - bedingt durch seinen bisherigen Job als Chef eines weltweit agierenden Ölkonzerns - über enge Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Am 31. Dezember schied Tillerson bei ExxonMobil aus. Er gehörte mehr als 40 Jahre lang zu dem Konzern, die letzten zehn Jahre als Firmenchef. Durch die Vereinbarung fallen Zahlungen und Abfindungen an ihn nach Angaben von ExxonMobil zwar um etwa sieben Millionen Dollar geringer aus als ursprünglich vorgesehen. Die 180 Millionen bilden aber dennoch zweifellos ein bequemes Polster für die Zeit nach der Arbeit in der Trump-Regierung.

Durch das Kappen der Verbindungen und die Verpflichtung, der Ölbranche künftig vorerst fernzubleiben, soll verhindert werden, dass Tillerson in seinem neuen Job in der Politik Interessenkonflikten unterliegt und beispielsweise Entscheidungen trifft, die Vorteile für sein bisheriges Geschäft bringen würden.

Mit Material von dpa

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insgesamt 49 Beiträge
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Seite 1
sefopo 04.01.2017
1. Schmiergeld?
"Exxon-Chef kassiert 180 Millionen Dollar Abfindung" Das sieht aber verdächtig nach Schmiergeld für den neuen Außenminister aus. EXXON wird schon einige Überseeprojekte haben, bei denen die Hilfe des Außenministers erwünscht ist - in den Regierungsdienst abgeordnet und bezahlt hat man ihn ja nun... Nach seinem Regierungsjob wird er dann nach einer Schamfrist - die kann durchaus einige Jährchen dauern (Geld zum Überleben hat er ja) - wieder auf seinen Posten zurückkehren können. "Verpflichtung" hin oder her...
OompaLoompaOfScience 04.01.2017
2. @sefopo
Erst Lesen, dann Schreiben: Die 180 MEU entsprechen in der Höhe etwa den Pensionszahlungen, auf die er nach seinem Abtritt als CEO ohnehin Anspruch gehabt hätte.
eriatlov 04.01.2017
3. Im Westen nichts Neues
und wer jetzt aufschreit UNGERECHTIGKEIT! soll sich mal fragen, ob er das Geld nicht nehmen würde. Man kann ja damit Gutes tun - sich selbst - und anderen. Ich jedenfalls hätte kein Problem damit ;-)
Child 04.01.2017
4.
Bei allem Trump-bashing: So wie die Meldung hier als auch auf anderen Portalen sagt, wurde die Regelung schon lange getroffen. Die Anteile (~180 Mio USD) hätte Tillerson ohnehin ab März über Zeit bekommen. Wo ist jetzt hier der Aufreger? Eine Abfindung ist das auf jeden Fall nicht ...
nordlys 04.01.2017
5. Unanständig
Winterkorn bekommt 3100 Euro Rente pro Tag, Tillerson 180 Millionen Euro Abfindung. Bei diesen Herrschaften vergrößern sich die Abstände zum Normalbürger von Jahr zu Jahr. Mal sehen, wann die erste Milliarden-Abfindung kommt. Und mal sehen, wie lange das Fußvolk diese Raffgier der Eliten noch mitmacht.
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