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Euro-Krise: Italiens Wirtschaft bricht massiv ein

Gerade erst haben die EU-Partner Spanien Milliardenhilfe zugesagt, nun rückt auch Italien in den Fokus. Die Wirtschaft dort ist im ersten Quartal deutlich geschrumpft, das Land steckt mitten in der Rezession. "Ein Hilfsantrag Italiens könnte nur eine Frage der Zeit sein", sagt ein Ökonom.

Geschäft in Rom: Die Konsumenten halten sich zurück Zur Großansicht
AP

Geschäft in Rom: Die Konsumenten halten sich zurück

Rom - Spanien bekommt für seine Banken bis zu 100 Milliarden Euro, doch die Euro-Krise ist damit noch längst nicht ausgestanden. Nun kommt die nächste schlechte Nachricht aus Italien: Die dortige Wirtschaft ist Anfang 2012 so stark geschrumpft wie seit drei Jahren nicht mehr.

Vor allem die Zurückhaltung der Konsumenten sorgte dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis März um 0,8 Prozent zum Vorquartal zurückging, teilte das Statistikamt Istat mit. Schon zuvor steckte das hoch verschuldete Italien mitten in der Rezession. Die drittgrößte Volkswirtschaft im Euro-Raum schrumpft seit drei Quartalen in Folge. Nach Einschätzung der EU-Kommission droht 2012 ein Minus von rund 1,4 Prozent. Die Regierung unter Mario Monti will mit hartem Sparkurs gegensteuern und so Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewinnen.

Der italienische Industrieminister Corrado Passera versuchte zu beruhigen: Sein Land habe bereits alles Notwendige getan, um sich aus eigener Kraft in der Euro-Krise zu retten, sagte Passera am Montag. Italien sei nicht der nächste Kandidat für den Rettungsschirm.

Manche Experten halten Italien jedoch für den nächsten Wackelkandidaten in der Schuldenkrise. Nach dem geplanten Hilfsantrag Spaniens für seine Banken dürfte nun Italien in den Fokus der Märkte rücken, erwartet die Commerzbank. "Die Konjunktur ist eingebrochen und der Reformwille der italienischen Politik ist offensichtlich bereits wieder deutlich erlahmt", sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. "So könnte auch ein Hilfsantrag Italiens nur eine Frage der Zeit sein."

Das entspreche dann der Einführung von Euro-Bonds, also gemeinschaftlichen Anleihen der Euro-Partner, durch die Hintertür. Auch bei Spanien hält der Ökonom es für möglich, dass das Land komplett - also nicht nur mit seinen Banken - unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen könnte. "Es ist aus unserer Sicht zweifelhaft, ob sich auf Dauer genug Investoren für spanische Staatsanleihen finden werden", sagte Solveen.

Am Montag reagierten Anleger zunächst erleichtert auf die Milliardenhilfe für Spaniens marode Banken. In Frankfurt legte der deutsche Leitindex Dax Chart zeigen zeitweise um 2,4 Prozent zu, bevor er sich bei einem Plus von gut zwei Prozent einpendelte. Vor allem Banktitel zogen kräftig an. So gewannen Commerzbank-Aktien Chart zeigen 3,6 Prozent, Papiere der Deutschen Bank stiegen um 3,4 Prozent.

CDU-Wirtschaftsrat fordert Ausstiegsszenario für Griechenland

Hauptthema für die Euro-Retter ist in dieser Woche die Wahl in Griechenland. Die Partei Syriza von der extremen Linken droht, die Sparvereinbarungen mit den Geldgebern aufzukündigen. In der Folge könnte das Land die Euro-Zone verlassen. Der Wirtschaftsrat der CDU fordert nun die Bundesregierung auf, eine Strategie für einen Ausstieg Griechenlands aus der Währungsunion vorzubereiten.

Angesichts der weiterhin dramatischen Finanzlage Athens wäre es verantwortungslos, kein Ausstiegsszenario vorzubereiten, sagte Verbandspräsident Kurt Lauk in Berlin. "Wir müssen wissen, dass bei einem Austritt Griechenlands erst einmal ein Chaos entsteht." Es gelte Strategien zu erarbeiten, wie das Feuer der Probleme im Süden mit einer Brandmauer abgeschirmt werden könnte.

cte/Reuters

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1. Kurze Frage
daskänguru 11.06.2012
Zitat von sysopAPGerade erst haben die EU-Partner Spanien Milliardenhilfe zugesagt, nun rückt auch Italien in den Fokus. Die Wirtschaft dort ist im ersten Quartal deutlich geschrumpft, das Land steckt mitten in der Rezession. "Ein Hilfsantrag Italiens könnte nur eine Frage der Zeit sein", sagt ein Ökonom. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,838112,00.html
Wenn wir jetzt Italien auch unter den Schirm nehmen ist dann endlich Ruhe? Oder welche Sau wird dann durch Dorf getrieben, Frankreich?? Wenn man Spanien jetzt die 100 Mrd verwehrt hätte, hätte man dann 100 Mrd weniger zum spekulieren für Italien gehabt?
2. Nun...
rdressler 11.06.2012
Zitat von sysopAPGerade erst haben die EU-Partner Spanien Milliardenhilfe zugesagt, nun rückt auch Italien in den Fokus. Die Wirtschaft dort ist im ersten Quartal deutlich geschrumpft, das Land steckt mitten in der Rezession. "Ein Hilfsantrag Italiens könnte nur eine Frage der Zeit sein", sagt ein Ökonom. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,838112,00.html
...das war nicht schwer vorauszusehen. Dann ist wohl die nächste Telefonkonferenz angesagt.
3. vorhersehbar
steintor 11.06.2012
Das war so vorhersehbar wie der Winter nach dem Herbst. Es ist erschreckend amüsant zuzusehen, wie die Vorhersagen der Realisten Punkt für Punkt in Erfüllung gehen. Schlimm nur, dass uns am Ende eine Katastrophe erwartet. Jeder weiß es...
4. Ist es jetzt doch bald so weit?
12badmonkeys 11.06.2012
Vor ungefähr einem Jahr wurde gewarnt in den Wirtschaftsteilen der Zeitungen, dass Länder in der Größenordnung von Italien oder Spanien von der EU finanziell nicht mehr getragen werden können wie z.B. Griechenland oder Irland. Die Lage hat sich trotz (oder wegen) heftiger Sparbemühungen und Milliardenhilfen (oder sind das schon Billionenhilfen? ) weiter verschärft....
5. Schnell unter den Rettungsschirm...
juergw. 11.06.2012
Zitat von sysopAPGerade erst haben die EU-Partner Spanien Milliardenhilfe zugesagt, nun rückt auch Italien in den Fokus. Die Wirtschaft dort ist im ersten Quartal deutlich geschrumpft, das Land steckt mitten in der Rezession. "Ein Hilfsantrag Italiens könnte nur eine Frage der Zeit sein", sagt ein Ökonom. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,838112,00.html
für das erste, 200 Milliarden sollten reichen.Da muß sich aber Hollande beeilen ,das für Frankreich auch noch ein paar Milliarden übrig bleiben. Hoffendlich muß man diese Länder nicht wochendlang bitten,doch diese Gelder bitte,bitte zu nehmen.Unter dem Motto:darf es noch eine Milliarde mehr sein ??!
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Steckbrief Italien
Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Das Land hat im Gegensatz zu Griechenland zwar eine recht solide Wirtschaft, leidet aber ebenfalls unter einer gigantischen Staatsverschuldung. Die wichtigsten Daten im Überblick:
Wirtschaftsleistung 2011
1589 Milliarden Euro, zum Vergleich:

Deutschland: 2589 Milliarden Euro

Griechenland: 222 Milliarden Euro
Wirtschaftswachstum 2011
+0,7 Prozent, zum Vergleich:

Deutschland: 2,9 Prozent

Euro-Zone: 1,6 Prozent
Wirtschaftswachstum 2012
+0,6 Prozent
Staatsverschuldung
1911 Milliarden Euro, zum Vergleich:

Deutschland: 2133 Milliarden Euro

Griechenland: 351 Milliarden Euro
Staatsverschuldung in Prozent des BIP
120 Prozent. Das ist doppelt so viel wie nach dem europäischen Stabilitätspakt eigentlich erlaubt.
Neuverschuldung 2011
4,0 Prozent. Laut Stabilitätspakt dürften es nur 3,0 Prozent sein.
Arbeitslosenquote
8,3 Prozent. In der Euro-Zone sind es 10,0 Prozent.

Quelle: EU-Kommission

Fläche: 301.336 km²

Bevölkerung: 60,796 Mio.

Hauptstadt: Rom

Staatsoberhaupt:
Sergio Mattarella

Regierungschef: Matteo Renzi

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