Wirtschaft


Insolvente Rennstrecke: Beck zapft wegen Nürburgring Reserven an

Die drohende Pleite des Nürburgrings könnte teuer werden für den Steuerzahler. Die Landesregierung von Kurt Beck muss bereits Rücklagen im Haushalt anzapfen. Die Opposition spricht von einer "politischen Insolvenz" des Ministerpräsidenten.

Nürburgring: Landeseigene GmbH muss in die InsolvenzZur Großansicht
dapd

Nürburgring: Landeseigene GmbH muss in die Insolvenz

Mainz - Rheinland-Pfalz muss wegen der bevorstehenden Nürburgring-Pleite den Landeshaushalt anzapfen. Es müsse eine Rücklage von 254 Millionen Euro aktiviert werden, sagte Finanzminister Carsten Kühl (SPD) in Mainz. Diese sei im Landesetat vorgesehen, falls nicht genug Pachtzahlungen hereingekommen wären. Ein Nachtragshaushalt sei nicht notwendig.

Die Summe soll den größten Teil einer Landesbürgschaft für einen Millionen-Kredit einer landeseigenen Bank an die Nürburgring GmbH decken - denn die Gesellschaft kann nach Kühls Angaben die Schuldzinsen nicht mehr zahlen.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hatte zuvor mitgeteilt, dass die staatliche Besitzgesellschaft Nürburgring GmbH vor der Insolvenz steht. Beck machte die EU-Kommission für die Pleite verantwortlich, weil sie eine geplante Rettungsbeihilfe der Landesregierung genauer prüfen will. Die Nürburgring GmbH braucht aber dringend Geld.

Mit der Finanzspritze über 13 Millionen Euro und der Stundung von Krediten sollte die Nürburgring GmbH die nächsten sechs Monate überbrücken. Es könne nicht sein, dass 100 Milliarden Euro für private Banken ohne Wettbewerbsprüfung bereitgestellt würden, "und uns hat man ein paar Millionen Übergangshilfen verweigert", monierte Beck. Das sei eine "bittere Wahrheit". Becks Stellvertreterin und Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) ergänzte: "Ich erwarte, dass uns geholfen wird." Rheinland-Pfalz wolle schließlich nicht, dass Spanien bezahle. "Wir hätten das ja selbst geregelt."

CDU spricht von politischer Insolvenz des Ministerpräsidenten

Beck sagte, das Land habe bis vor wenigen Tagen noch positive Signale mit Blick auf die Genehmigung der Rettungsbeihilfe aus Brüssel erhalten. Dass die EU die Entscheidung in dieser Frage nun einfach vertage, halte er für äußerst bedenkenswert: "Nicht entscheiden auf europäischer Ebene heißt Handlungsunfähigkeit für Rheinland-Pfalz", kritisierte Beck.

Die rheinland-pfälzische CDU fordert eine Sondersitzung des Parlaments noch in der Sommerpause. Das müsse so schnell wie möglich stattfinden, am besten gleich nächste Woche, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Hans-Josef Bracht. Eine gemeinsame Sitzung von Haushalts- und der Innenausschuss am 1. August, wie von Rot-Grün vorgeschlagen, sei zu spät und in dieser Situation keinesfalls ausreichend.

Die ankündigte Pleite des Nürburgrings sei gleichbedeutend mit einer "politischen Insolvenz" der rot-grünen Regierung, sagte Bracht. Zugleich wies der CDU-Abgeordnete die Kritik Becks an der EU-Kommission als "Unverschämtheit" zurück.

cte/Reuters/dapd

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insgesamt 76 Beiträge
stefanaugsburg 18.07.2012
Schon interessant wie Frohnatur Beck jetzt gegen die EU wettert, weil ein paar Milliönchen nicht bereitgestellt würden - was ja quasi die Nürburgring-Gesellschaft in den Ruin getrieben hätte. Das nach sechs Monaten [...]
Schon interessant wie Frohnatur Beck jetzt gegen die EU wettert, weil ein paar Milliönchen nicht bereitgestellt würden - was ja quasi die Nürburgring-Gesellschaft in den Ruin getrieben hätte. Das nach sechs Monaten 'Überbrückungsgeld' im Winter wieder das Gleiche von vorne losgeht, wird erstmal tunlichst verschwiegen. Stattdessen sollte sich Onkel Kurti endlich mal eingestehen, dass das Landesengagement vollkommen sinnlos war, Steuergelder verbraten wurden und erneut bewiesen wäre, daß Politiker einfach zu dumm sind, korrekte Geschäfte zu tätigen. Ich sach nur 'Wowereit und Brandenburger Flughafen'. Geht für mich grundsätzlich in eine ganz ähnliche Schiene. Man sollte Beck für seine Vetternwirtschaft eigentlich einen prozentualen Anteil seiner MP-Pension abziehen, damit er selber merkt, wie weh das tut. Stattdessen blutet ein weiteres Mal der 'dumme' Steuerzahler - und kann nix dagegen tun. Mann, mann, mann ....wo endet das bloß alles momentan ... ?
csma 18.07.2012
Als Baden-Württemberger und häufigem Nutzer der Nordschleife darf ich sagen: 1. Ja RP ist ein wunderschönes Land mit netten Leuten und tollem Wein ! 2. Der Ring war immer fast übers ganze Jahr ausgelastet, von der F1 über [...]
Als Baden-Württemberger und häufigem Nutzer der Nordschleife darf ich sagen: 1. Ja RP ist ein wunderschönes Land mit netten Leuten und tollem Wein ! 2. Der Ring war immer fast übers ganze Jahr ausgelastet, von der F1 über Breitensport, Trainings, Events wurde für alle etwas geboten. Ein weiteres Hotel neben dem Dorinth und ein Parkplatz hätten ausgereicht. 3. Diese völlig überdimensionierten Neubauten (ich stehe heute immer noch fassungslos davor, wen ich dort bin) am Ring, resultieren einzig aus einem Beckschen Anfall von "ich setzte mir jetzt auch ein Denkmal" und "wir wollen dort ein Motorsport Disneyland". 4. Es gab unzählige kritische Kommentare, dass sich das niemals rechnet, die wollte im Beckschen Umfeld aber niemand hören. 5. Und nun? Auch dieses Fiasko wird ein Fass ohne Boden zu Lasten der Steuerzahler bleiben und sich so niemeals rechnen. Wie wäre es mit Rückbau getreu dem Motto "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ..." 6. Jeder kann mal einen Fehler machen, aber Beck macht zuviele ...
cosmo72 18.07.2012
Über solche "Peanuts" zu berichten im Angesicht der kompletten Enteignung und des vorsätzlich in die Pleite führens der kompletten BRD (um die Vereinigten Staaten von EU mit Vorsatz vermeintlich [...]
Zitat von sysopDie drohende Pleite des Nürburgrings könnte teuer werden für den Steuerzahler. Die Landesregierung von Kurt Beck muss bereits Rücklagen im Haushalten anzapfen. Die Opposition spricht von einer "politischen Insolvenz" des Ministerpräsidenten. Rheinland-Pfalz zapft wegen Nürburgring Reserven an - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,845112,00.html)
Über solche "Peanuts" zu berichten im Angesicht der kompletten Enteignung und des vorsätzlich in die Pleite führens der kompletten BRD (um die Vereinigten Staaten von EU mit Vorsatz vermeintlich "alternativlos" zu machen) sei "teuer" für den Steuerzahler ? Politische Insolvenz von Beck wegen dem Kleckersümmchen, sowas wagen sich ein in den "großen" Parteien der BRD organisierter zu sagen ? Sowas veröffentlicht Spon ? Wir BundesBürge(r/n) werden hier gerade von organisierter souveränitätsverratender Juntakriminalität aus Brüssel zu Zinssklaven für den gesamten EU-Block, und da soll der Pleite-Ring noch was machen ? Führt man hier bewusst in die Irre oder was soll das ? Die merken nix mehr, oder ?
goethestrasse 18.07.2012
Es ist Zeit, dass die klüngelhaften Machnschaften aufgedeckt werden. Wenn die Presse noch so frei ist, wie man hofft, müssten bald neue interessante Fakten scheibchenweise an den Tag kommen. HOFFENTLICH. Wulff und z.Gbg. machen [...]
Es ist Zeit, dass die klüngelhaften Machnschaften aufgedeckt werden. Wenn die Presse noch so frei ist, wie man hofft, müssten bald neue interessante Fakten scheibchenweise an den Tag kommen. HOFFENTLICH. Wulff und z.Gbg. machen Hoffnung.
guenter47 18.07.2012
dass kriegen unsere Desaster-Politiker schon hin. Schließlich gibt es noch reichlich Geld bei den Arbeitnehmern zu holen. Deren Belastung durch Steuern und Abgaben liegt doch erst bei 52 Prozent. Also bleiben noch satte 48 Prozent [...]
dass kriegen unsere Desaster-Politiker schon hin. Schließlich gibt es noch reichlich Geld bei den Arbeitnehmern zu holen. Deren Belastung durch Steuern und Abgaben liegt doch erst bei 52 Prozent. Also bleiben noch satte 48 Prozent zum Abkassieren.
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  • Mittwoch, 18.07.2012 – 14:21 Uhr
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